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Ebsdorfergrund, Marburg und Staufenberg geben Startschuss für InterKom

Marburg. Acht Hektar Gewerbeflächen entstehen in den nächsten Monaten in Heskem-Mölln in der Gemeinde Ebsdorfergrund. Das interkommunale Gewerbegebiet „InterKom“ wird in Zusammenarbeit der Gemeinde Ebsdorfergrund mit der Universitätsstadt Marburg und der Stadt Staufenberg entwickelt. Die ersten Unternehmen sollen sich bis Ende 2020 dort ansiedeln können.

Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (vorne, v.l.), Bürgermeister Andreas Schulz, Bürgermeister Peter Gefeller, sowie Bürgermeister Wieland Stötzel (hinten, v.l.), Elisabeth Newton und Bianka de Waal-Schneider unterzeichnen die Verträge zur Gründung der InterKom GmbH. (Foto: Patricia Grähling, Stadt Marburg)

„Drei Kommunen aus zwei Landkreisen entwickeln gemeinsam ein interkommunales Gewerbegebiet. Das ist hessenweit einmalig“, sagen Ebsdorfergrunds Bürgermeister Andreas Schulz, Marburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies und Staufenbergs Bürgermeister Peter Gefeller bei der Vorstellung von „InterKom“, das nun konkret in die Umsetzung geht. „Wir gehen das Projekt zusammen an, weil ein attraktiveres Angebot entsteht, wenn wir zusammenarbeiten und unsere jeweiligen Stärken einbringen.“

Im ersten Schritt entwickeln die drei Projektpartner dort acht Hektar Gewerbefläche in InterKom I und II. Perspektivisch kann das Gebiet auch um InterKom III und IV ergänzt werden. Die Stärken: „Alle drei Partner sprechen unterschiedliche Zielgruppen an. So wird ein gut durchmischtes, attraktives Gewerbegebiet entstehen“, erklärt Andreas Schulz. So kommen etwa über Marburg – durch seine Größe und Funktion als Oberzentrum und den Standort der Philipps-Universität – Anfragen nach Gewerbeflächen, der Ebsdorfergrund spricht Unternehmen in der eigenen Kommune an, und Staufenberg kann im Raum Gießen für eine Ansiedlung im Ebsdorfergrund werben.

„Die Stadt Marburg als starker und attraktiver Wirtschaftsstandort entwickelt sich beständig weiter und dehnt die Gewerbeflächen und die interkommunale Zusammenarbeit aus. Um unseren ansässigen Unternehmen und auch Interessenten für Neuansiedelungen adäquate Flächen anbieten zu können, wollen wir neben eigenen Gewerbeflächen auch dieses gemeinsame Gewerbegebiete entwickeln“, erklärt Marburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies. „Das ,InterKom‘ mit Ebsdorfergrund und Staufenberg ist für uns ein Pilotprojekt.“

„Das gemeinsame Projekt ist zukunftssichernd und zukunftsweisend“, sagt Staufenbergs Bürgermeister Peter Gefeller. „Es bringt den Menschen Arbeitsplätze in der Region, den beteiligten Kommunen Gewerbesteuereinnahmen und es ist ökologisch und für die Lebensqualität der Menschen sinnvoll, Gewerbe an klug ausgewählten Standorten zu bündeln – statt drei separate Gewerbegebiete jeweils alleine zu planen.“ Der Standort: InterKom ist direkt an der neuen Ortsumgehung von Heskem-Mölln gelegen und wird komplett über die Ortsumgehung erschlossen – es fällt also kein zusätzlicher Verkehr für den Ortsteil an.

Die Finanzierung und der Zeitplan:

Weil die Zusammenarbeit einmalig ist und Vorbildcharakter für weitere interkommunale Gewerbegebiete in Hessen haben kann, gab es für „InterKom“ 75.000 Euro Förderung aus dem IKZ (Interkommunale Zusammenarbeit) des Hessischen Innenministeriums. Damit haben die drei beteiligten Kommunen die Kosten für die Planung und Koordinierung von InterKom und der zugehörigen Rahmenbedingungen finanziert. Dazu gehört die Gründung der InterKom GmbH. Am 6. November 2019 haben Ebsdorfergrund, Marburg und Staufenberg die Gesellschaft gegründet, die die Entwicklung, Erschließung und Vermarktung des Gewerbegebiets in Heskem-Mölln unter der Geschäftsführung von Norbert Mai übernimmt. Am 20. Dezember haben die Gesellschafter nun einen städtebaulichen Vertrag  mit der InterKom GmbH  sowie eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung geschlossen. Der regelt die Aufgaben der Gesellschaft, an der Ebsdorfergrund mit 50 Prozent und Marburg und Staufenberg mit jeweils 25 Prozent beteiligt sind. Zusätzlich rechnen die Projektpartner mit einem Zuschuss des Landes Hessen in Höhe von 1,5 bis 2 Millionen Euro für das „Leuchtturmprojekt“.

Geplant ist, dass die Gemeindevertretung der Gemeinde Ebsdorfergrund am 30. März den Satzungsbeschluss für die Bauleitplanung fasst – und damit den Weg frei macht für den Start der Erschließungsarbeiten im Frühsommer. Zeitgleich soll dann auch der Verkauf der Grundstücke beginnen. Zum Ende des Jahres 2020 sollen sich dann bereits die ersten Unternehmen ansiedeln können. „Wir haben bereits 36 Anfragen“, erklärt Andreas Schulz. Anfragen gebe es nicht nur aus den drei beteiligten Kommunen, sondern auch aus der ganzen Region und darüber hinaus. Vorgesehen ist bereits die Ansiedlung einer Tankstelle. Interessenten können sich an Geschäftsführer Norbert Mai (norbert.mai@jundp-gruppe.de) wenden. „Wir wollen zunächst die Bedarfe aus unseren drei Kommunen decken – darüber hinaus aber regional und überregional eine gute Adresse für Neuansiedlungen von Unternehmen sein“, so Mai.

Die Umsetzung kann nun so schnell erfolgen, weil InterKom bereits intern seit rund drei Jahren intensiv vorbereitet und geplant wurde. Die Gemeinde Ebsdorfergrund hat sich bereits in den Besitz der benötigten Grundstücke gebracht, die Erschließungsplanung ist abgeschlossen, die Bauleitplanung steht kurz vor dem Abschluss, die nötigen Verträge der beteiligten Projektpartner sind nun geschlossen.