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Grüne Bank und Tramper-Daumen signalisieren den Mitfahrwunsch

Trampen, das war vor zirka 40 Jahren oft die einzige Möglichkeit, um als jugendlicher Mensch mal aus dem Dorf rauszukommen. Moderne Gemeinden nehmen diese Art der Fortbewegung wieder auf und professionalisieren sie, indem eine Art „Tramp-Station“ eingerichtet wird. Mitfahrerbank nennt sich diese innovative Einrichtung, die bundesweit schon in zahlreichen Gemeinden ihren festen Platz hat. Auch in Ebsdorfergrund wurden vor wenigen Tagen in den Orten Wermertshausen, Roßberg und Dreihausen solche Mitfahrbänke installiert. „Das ist klimafreundlich und macht auf dem Land zur Verbesserung der Mobilität Sinn“, freute sich Bürgermeister Andreas Schulz bei der Vorstellung der neuen Errungenschaft. 7500 Euro hat sich die Gemeinde dieses Angebot kosten lassen. In den drei Orten muss man sich jetzt nicht mehr unbedingt nach dem Busfahrplan richten, denn an der regulären Bushaltestelle wurden die Mitfahrstationen aufgebaut. Wer von einem vorbeikommenden Auto kostenfrei mitgenommen werden möchte, setzt sich einfach auf die leuchtend grüne Bank und zieht an der Mitfahrersäule das Schild heraus, das den Ort angibt, in den man gerne mitfahren möchte. Das kann in Wermertshausen nach Roßberg, Dreihausen, Heskem-Mölln, Beltershausen oder Marburg sein. In den folgenden Orten reduzieren sich die Möglichkeiten dann entsprechend. „Ich denke, dass dieses Angebot gut angenommen wird, denn meistens sitzt nur eine Person im Auto, was nicht wirklich klimafreundlich ist, zudem kennt man sich auf den Dörfern und hat daher keine Bedenken beim Mitnehmen“, so der Bürgermeister optimistisch. Er erklärte, dass die Mitfahrbänke zunächst als Pilotprojekt an der L3125 getestet würden. Sinn machen sie aber nur in Orten ohne Umgehungsstraße mit überörtlichem Verkehr. In Leidenhofen und Ebsdorf könnten folglich ebenfalls solche Haltestellen entstehen, wenn sich das Angebot als erfolgreich erweist. Aktuell ist selbstverständlich, dass der mitgenommene Fahrgast eine Maske tragen muss.  Das Angebot spart dem Mitfahrer Geld und ermöglicht obendrein eine schnellere Maßnahme, denn der Bus kommt nicht so oft vorbei. 

Bürgermeister Andreas Schulz sowie Julia Jacobi (Vorzimmer Gemeinde) und Steffen Deubel (Fachbereich Sicherheit und Ordnung der Gemeinde) präsentieren die neuen Mitfahrbänke.

Es gibt maximal fünf Stationen zu denen man sich mitnehmen lassen kann. Wer in Wermertshausen startet, hat die meisten Möglichkeiten. Der gewünschte Ort wird einfach aus der Vorrichtung rausgeklappt. Es gibt die Richtungen Roßberg, Dreihausen, Heskem-Mölln, Beltershausen oder Marburg. Den Daumen muss man nicht mehr raushalten, das erledigt das Schild.