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Die Hachborner Feuerwehr ist nicht nur sehr aktiv, sondern auch stark gewachsen: 42 Aktive proben regelmäßig in der Einsatzabteilung den Ernstfall und rücken zu Einsätzen aus. In der Jugendfeuerwehr sind ebenfalls 40 Jungs und Mädchen dabei. Dafür sind die Verhältnisse im Feuerwehrhaus aber arg beengt: Viel zu wenig Spinde stehen in der Fahrzeughalle zusammen mit zwei Einsatzfahrzeugen. Lagerraum gibt es kaum. Ein Anbau soll der aktiven Wehr daher nun auf 125 zusätzlichen Quadratmetern mehr Fläche bieten für eine gute Feuerwehrarbeit: Mehr Spinde, getrennte Umkleiden, Duschräume und Lagerräume sind daher eingeplant.

Insgesamt 355.000 Euro will die Gemeinde laut Bürgermeister Andreas Schulz für den Anbau und den Umbau ausgeben. Das Geld ist bereits in den Haushalt 2017 eingestellt. Hinzu kommen die umfangreichen Eigenleistungen, mit der die Hachborner Feuerwehr sich einbringen will. Bürgermeister Andreas Schulz geht davon aus, dass die Eigenleistungen mindestens einen Gegenwert von 55.000 Euro haben werden. Zuschüsse vom Land gibt es bei dem Bauprojekt nicht: Laut Andreas Schulz wäre das Vorhaben förderfähig, die Gemeinde hätte Geld dafür bekommen – nur irgendwann und nicht jetzt. Und Handlungsbedarf gebe es nunmal jetzt in Hachborn.

„Auf der einen Seite ist es sehr viel Geld, das wir hier ausgeben. Auf der anderen Seite ist es eine gute Investition in den Standort und die Feuerwehr“, sagte Andreas Schulz beim offiziellen Spatenstich für das Bauprojekt. Vor Ort gebe es einige bauliche und räumliche Probleme, die durch den Anbau gelöst werden sollten. So stehen die Spinde – viel zu wenige für die starke Truppe – bislang in der Fahrzeughalle, wo die Einsatzkleidung den Abgasen ausgesetzt ist. Zudem ist die Fahrzeughalle stark abschüssig, einen richtigen Eingang haben die Räume der Feuerwehr auch nicht.

Anbau wird optisch an Bürgerhaus und Pavillon angepasst

„Wir nutzen das Grundstück am Bürgerhaus und Feuerwehrhaus maximal aus“, erklärt der Architekt Karsten Schmidt vom Architekturbüro Schmidt&Strack aus Alsfeld. Auf 125 Quadratmetern bekommt die Feuerwehr eine separate Umkleide mit ausreichend Spinden für die Männer der Einsatzabteilung, sowie viel Lagerraum. Auch eines der beiden Fahrzeuge wird künftig im Anbau parken. Die alte Fahrzeughalle kann daher umgewandelt werden in eine Umkleide für die Frauen und in eigene Bereiche für die Jungs und Mädchen in der Jugendfeuerwehr. Duschen, eine weitere Toilette und ein separater Eingang für die Feuerwehr sind ebenfalls in den Bauplänen vorgesehen, die Karsten Schmidt beim Spatenstich den Feuerwehrleuten detailliert erläuterte. Optisch soll sich der Anbau natürlich auch an das Bürgerhaus und den vor wenigen Jahren angebauten Pavillon einfügen: Eine dunkelrote Holzverkleidung kommt daher an das Gebäude. Für möglichst viel Licht sorgt ein verglastes Tor zur neuen Fahrzeughalle.

Zum Jahresende soll der Anbau laut Architekt Schmidt fertig sein – ebenso der Umbau im bestehenden Feuerwehrhaus. „Es wird eine Herausforderung, alles zu verzahnen und die Eigenleistungen und die Arbeit der Firmen miteinander abzustimmen“, sagte der Bürgermeister. Wenn es dabei zu Problemen oder Unzufriedenheiten komme, sollten die Feuerwehrleute das immer sofort ansprechen – untereinander und mit den Verantwortlichen bei Feuerwehr und Gemeinde. Das betonte auch Ortsvorsteher Jürgen Schäfer. „Schließlich wollen wir alle am Jahresende auch noch Kameraden sein“, sagte er. „Außerdem brauchen wir euch alle. Denn wir wollen das Projekt nicht von oben herab planen – sondern mit euch und für euch planen“, ergänzte Schulz. „Der Anbau wird dann ein Quantensprung für die Feuerwehr werden, der die nächsten 30 Jahre gute Dienste tut.“

Helfer haben bereits kräftig angepackt

Ausgeschrieben werden die Arbeiten am Feuerwehrhaus in den nächsten Wochen, wie der Architekt erläuterte. Erdarbeiten, Arbeiten an den Außenanlagen und am Trockenbau, ebenso wie Elektroarbeiten oder Malerarbeiten werden jedoch die Feuerwehrleute übernehmen. Getan hat sich in Hachborn übrigens schon vor dem Spatenstich einiges: Die Mitglieder der Feuerwehr haben das Grundstück für den Anbau vorbereitet und Hecken und Sträucher teilweise entfernt. In den Innenräumen der Feuerwehr haben sie auch schon angepackt und Spinde beiseite geräumt und Platz geschaffen. „Es ist schon viel passiert mit vielen Helfern“, lobte der Ortsvorsteher. „Ich hoffe, dass bis zum Ende alle so gut mitziehen.“ Auch bei der Gemeinde und dem Servicehof bedankte er sich schonmal für die bisherige Unterstützung mit Wissen und Maschinen. „Es ist schon ein Stück passiert. Und wir werden das Ding zusammen schon reißen“, zeigte sich Wehrführer Uwe Schäfer zuversichtlich.

„Es ist nötig, etwas an diesem Standort zu machen, damit jeder seinen eigenen Spind bekommt“, sagte der Gemeindebrandinspektor Wilfried Eucker. Gerade für die jüngeren Mitglieder müssten Räume geschaffen werden. Er sei nun schon voller Spannung, wie das Gebäude innen aussehen werde, wenn es fertig ist. Und er versprach: „Hachborn ist nur der Anfang. Mit den Feuerwehren in den anderen Ortsteilen werden wir sukzessive auch so verfahren.“