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„In Wittelsberg ist kein Stein auf dem anderen geblieben“, sagt Bürgermeister Andreas Schulz über den Ortsteil, in dem das Wahrzeichen der Gemeinde steht und der sich seit 2010 im Dorferneuerungsprogramm befindet.
„Doch die Dorferneuerung war nur eine Initialzündung“, betont der Rathauschef: Viele Ideen haben Bürgermeister, Bauamtsleiterin Anke Schmidt und die
Wittelsberger im Rahmen des Dorferneuerungsprozesses entwickelt – und der größte Teil davon ging weit über die Dorferneuerung hinaus.

0715-wittelsberg-2402web„Über das Dorferneuerungsprogramm wurden aber auch viele Projekte angegangen“, so Anke Schmidt: 1,055 Millionen wurden für Sanierungen und Neugestaltungen ausgegeben, davon 652.000 Euro aus dem Fördertopf des hessischen Dorfentwicklungsprogramms.

Hinzu kommen aber weitere Projekte, etwa der GrundTreff, die Neugestaltung des Kirchbergs oder die noch laufende Flurbereinigung. Insgesamt wurden also 3,5 Millionen Euro in den Ortsteil investiert. „Davon sind 1,3 Millionen Euro Zuschüsse von sechs Geldgebern aus neun verschiedenen Töpfen gekommen“, so Andreas Schulz.

Es sei eine besondere Leistung der Verwaltungsmitarbeiter gewesen, so viele Fördergelder zu beantragen und abzurechnen.

„Die Dorferneuerung hat einen Prozess in Gang gesetzt, der alle beflügelt hat“, sagt Anke Schmidt. Dafür hätten Verwaltung, Politik und Dorfgemeinschaft an einem Strang gezogen, um auch alle Ideen „eins zu eins“ umzusetzen – auch über das hessische Förderprogramm für Dörfer hinaus.

Dieses Programm läuft in Wittelsberg noch bis 2019 – die letzten Anträge können jedoch nur noch in den nächsten Monaten eingereicht werden.

In den nächsten beiden Jahren können dann alle noch ausstehenden und bewilligten Projekte umgesetzt und abgerechnet werden. Für die Gemeinde steht noch die Ortsdurchgrünung auf der To-Do-Liste:

Dafür werden nochmal 168.000 Euro ausgegeben, wobei 95.000 Euro aus dem Dorferneuerungs-Topf kommen. „Auch das Flurbereinigungsverfahren wird noch weiter laufen“,  so Andreas Schulz.

In diesem Rahmen wird etwa noch ein Gehweg vom Ortsausgang Richtung Rauischholzhausen zum Radweg angelegt. „Da wartet noch ein bunter Strauß an Maßnahmen, die sicher nochmal etwa 500.000 Euro kosten werden“, erklärt Anke Schmidt.

Die werden etwa in Gewässerbau, Wegebau und Ausgleichsmaßnahmen investiert.

„Wittelsberg ist dann im Prinzip runderneuert worden“, sagt Andreas Schulz, der stolz darauf ist, so viele Fördergelder eingeworben zu haben. Er hatte sich in die Erneuerung selbst engagiert eingebracht als Vorsitzender des Arbeitskreises Dorferneuerung, Anke Schmidt als seine Stellvertreterin.

So haben beide ein Scharnier gebildet zwischen den Menschen im Ort und der Verwaltung und der Politik.

DEwittelsberg-4882webDadurch konnten in Wittelsberg gemeinsam Ideen entwickelt werden, die durch die Politik getragen und beschlossen und von der Verwaltung schnell umgesetzt wurden.

„In anderen Gemeinden werden von den Arbeitskreisen oft Ideen entwickelt, die aus verschiedensten Gründen nicht umgesetzt werden. Und dann herrscht Frust “, erklärt Schulz.

„Hier haben wir alle zusammen an einem Strang gezogen und dadurch nicht nur Fördergeld ausgegeben, sondern die Projekte auch mit Leben gefüllt.“

Die Prüfer hätten das Vorgehen und die Ergebnisse daher sehr gelobt. Zu den besonderen Projekten, die in die gesamte Gemeinde hinausstrahlen, gehören vor allen Dingen der GrundTreff als Generationentreff und der aufgewertete Kirchberg als Wahrzeichen der Gemeinde und touristische Landmarke.

Bürgermeister Andreas Schulz ruht sich darauf aber nicht aus, sondern denkt schon jetzt weiter in die Zukunft: Ab 2019 möchte er mit der gesamten Gemeinde in das neue Dorferneuerungsprogramm.

„In das Förderprogramm werden keine einzelnen Dörfer mehr aufgenommen“, erklärt der Rathauschef.

Stattdessen werden jetzt ganze Gemeinden in ihrer gesamten Entwicklung gefördert.

Mit Hilfe der Förderungen möchte Andreas Schulz zwei Zentren in der Gemeinde entwickeln.

Eines soll aus Wittelsberg, Dreihausen und Heskem entstehen, die durch den aktuellen Bau der Ortsumgehung näher zusammenrücken werden. Das zweite Zentrum sollen Leidenhofen, Ebsdorf und Hachborn bilden. „Diese Zentren sollen sich wechselseitig unterstützen“, erklärt der Bürgermeister seine Vision und auf die weiteren mit Angeboten ausstrahlen und umgekehrt.

„Wir können nicht alle Ortsteile mit der gleichen Infrastruktur ausbauen, aber wir können Zentren stärken.“ In dem Zentrum, zu dem Wittelsberg gehört, steht etwa der GrundTreff mit im Mittelpunkt als Angebot für die Generation 50 plus für alle Ortsteile der Gemeinde.

In Ebsdorf gibt es hingegen bald ein Sport- und Gesundheitszentrum, das sich für die gesamte Flächengemeinde zu einem guten Angebot entwickeln werde.

Davon profitieren dann auch die Ortsteile, die neben den Zentren liegen.

„Diese ortsübergreifenden Konzepte sind ein weiterer Entwicklungsschritt“, sagt der Rathauschef.

In den ersten Schritten sei die wichtige Infrastruktur in allen Dörfern erhalten und ausgebaut worden – etwa Wasser und Abwasser, Energie, Straßen, Kinderbetreuung und natürlich die Bürgerhäuser.

„Nun entwickeln wir uns zusammen weiter und stärken das Wir-Gefühl.“ Siehe separate Seite zu diesem Thema.