Gemeinde braucht keinen Frauenplan

Dienstag, 23. Oktober 2018

 „Wir stellen nach Qualifikation und Leistung ein“, sagt Bürgermeister Andreas Schulz und so sind von 79 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten und Beamten 58 Frauen in der Gemeinde tätig.

Auf dem Bild: Vordere Reihe v.l. die drei Fachbereichsleiterinnen Beate Betz, Anke Schmidt und Petra Krüger. Daneben: Heike Schick, Annette Grün, Melanie Nispel (Fachdienstleiterinnen).
Hintere Reihe: Bürgermeister Andreas Schulz, Daniela Becker, Sina Heck, Ute Schwarz, Silke Dausel
und Vera van Chmielewski (Fachdienstleiterinnen). Es fehlen Irike Seiler und Elke Siebler.

Um die Gleichberechtigung von Frauen und Männern zu fördern, müsste laut Gesetz (§ 5 Hessisches Gleichberechtigungsgesetz, HGIG) alle 6 Jahre ein Frauenförder- und Gleichstellungsplan in einer öffentlichen Verwaltung aufgestellt werden.

Im Ebsdorfergrund ist der letzte Frauenförderplan für die Gemeinde im September 2012 in Kraft getreten und müsste somit in diesem Jahr neu aufgestellt werden.

„Der Gemeindevorstand hat beschlossen, das nicht zu tun, weil wir auch ohne gesetzliche Verpflichtung alle Ziele erreicht haben, die woanders nur diskutiert werden,“ erklärt Bürgermeister Andreas Schulz, denn der Anteil der in der Gemeinde tätigen Frauen liegt bei  73,42%.

Frauen dominieren in den verschiedenen Bereichen der Gemeinde

Wirft man einen Blick auf die verschiedenen Bereiche in der Gemeinde Ebsdorfergrund, stellt man schnell fest: Abgesehen vom Servicehof in Heskem-Mölln sind auch in allen anderen Bereichen mehrheitlich Frauen in der Gemeinde beschäftigt.

Wer beispielsweise mit einem Anliegen in die Gemeindeverwaltung nach Dreihausen kommt, der merkt: „Hier arbeiten viele Frauen.“ Von den insgesamt 23 Beschäftigten in der Gemeindeverwaltung sind es 18 Frauen, die hier eine Stelle innehaben und nur 5 Männer.  Das entspricht einem Prozentsatz von 78,26%.

So sieht es in den anderen Bereichen aus:

Servicehof: 16 Mitarbeiter, davon 1 weiblich, entspricht 6,25 %

GrundBad: 4 Mitarbeiter, davon 3 weiblich, entspricht 75%

GrundTreff: 1 Mitarbeiterin, davon 1 weiblich, 100%

KITAs: 35 Mitarbeiterinnen, davon 35 weiblich, entspricht 100%

Und auch wenn die weiblichen Beschäftigten bei den 46 Teilzeitstellen rund 90 % ausmachen, stehen sie auch in puncto Vollzeit ihren männlichen Kollegen in nichts nach, denn von den 33 Vollzeitstellen ist die Hälfte (51,5 %) mit Frauen besetzt.

Warum ist das so?

„Wir brauchen für die Frauenförderung, keinen Plan und keine Quote, wir stellen nach Leistung und Qualifikation ein“, erklärt Bürgermeister Andreas Schulz und fügt hinzu: „Deshalb hat die Gemeinde den Erfolg, den sie hat.“

Bei allen Einstellungen sei es einzig und allein die Qualifikation gewesen, nach der die Stelle besetzt wurde, so das Gemeindeoberhaupt weiter.

Nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ sind die Stellen mit Frauen besetzt

So sind auch die drei Fachbereichsleitungen mit Frauen besetzt und auch die Fachdienstleitungen werden von Frauen dominiert. Acht von 15 Fachdienstleitungen  sind weiblich.  „Wir wollen keiner Frau mehr das Gefühl geben, eine Quotenfrau zu sein. Der Erfolg der Gemeinde ist auch guten Mitarbeitern geschuldet, egal ob Männlein oder Weiblein.“ Einzig und allein beim Servicehof, sind von den 16 Mitarbeitern 15 männlich.  „Aber wenn sich hier keine Frauen bewerben, können wir auch keine einstellen“, meint der Bürgermeister abschließend.


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