Was geschieht derzeit im Schloßpark in Rauischholzhausen?

Mittwoch, 21. Dezember 2016

Seit Juli 2016 arbeitet eine Tiefbaufirma im Auftrag des „Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen“ (LBIH) im Schloßpark von Rauischholzhausen.

Mit großem Aufwand wird das vorhandene Kanalsystem der Liegenschaften saniert und modernisiert. Die Planung und Ausschreibung der aufwändigen Baumaßnahme wurde im Auftrag des LBIH von dem Ingenieurbüro Müller aus Grünberg erstellt. Dieses Büro hat auch die Bauleitung übernommen.

Zielsetzung ist, soviel Regenwasser wie möglich von der vorhandenen Mischwasserkanalisation abzutrennen und ausschließlich dem Rülfbach zuzuleiten. Eine Einleitung in den Mühlbach (im Ortsteil bekannt als Forellenbach) erfolgt nicht, da dieser als künstlich angelegter Bachlauf bei Starkregen nicht belastet werden soll. Somit sind für die Anlieger des Mühlbachs in der Ortslage von Rauischholzhausen keine Nachteile zu befürchten.

Betroffen von der Sanierung sind alle baulichen Anlagen im Schloßpark bis hin zur Gärtnerei, Phytotron und der von Waldthausen’schen Forstverwaltung.

Notwendig wurde die Baumaßnahme auf Grund von TV-Untersuchungen im Rahmen der Eigenkontrollverordnung (EKVO) des Landes Hessen, die im Auftrag der Justus-Liebig-Universität Gießen / LBIH durchgeführt wurde.

Diese Maßnahme entspricht exakt den Vorgaben, die die Gemeinde Ebsdorfergrund für ihr Kanalnetz in den einzelnen Ortsteilen auch erfüllen muss und derzeit dabei ist, dies in einem
2. Turnus zu erledigen. Rund 200.000 € investierte die Gemeinde 2017 in ihren Kanal – nur in Rauischholzhausen. Die Uni muss da tiefer in die Tasche greifen.

Aufgrund des Alters der im Schloßparkgelände verlegten Kanäle war erheblicher Handlungsbedarf gegeben um die Kanalleitungen gegen Exfiltration und Infiltration zum Schutz des Grundwassers abzudichten.

Im Jahr 2013 wurde die Sanierungsplanung in der Gemeindeverwaltung mit Vertretern der Universität Gießen, LBIH, dem Ingenieurbüro Müller und der Gemeinde Ebsdorfergrund/Abwasserverband Rauischholzhausen/Roßdorf erörtert.

Hierbei wurde als wichtige Zielsetzung die dringend notwendige Reduzierung des Fremdwasseranteils und die damit verbundene hydraulische Entlastung des Kanalsystems von Rauischholzhausen festgeschrieben.

Eine rechnerische Entlastung von insgesamt 84,0 l/s (!) liegt der Ausführungsplanung zu Grunde, was eine hydraulische Entlastung von rd. 43 % am Übergang vom Schlosspark zum gemeindlichen Kanal bedeutet. Die Verbandskläranlage wird ebenfalls entlastet, was dort zu niedrigeren Kosten führt.

Insgesamt werden für die Sanierung der Kanäle im Schloßpark
rund 125.000 € für die Sanierung in Robotertechnik und
rund 850.000 € für die Sanierung in offener Bauweise, mit Ingenieur und Nebenkosten
rund 1.000.000 € aus Landesmitteln investiert.

Die Gemeinde hatte sich jahrelang um die notwendigen Maßnahmen bemüht. Bei einem Ortstermin machte sich Bürgermeister Andreas Schulz selbst ein Bild der derzeit laufenden umfangreichen Bauarbeiten.

Die Investition lohnt sich einerseits für den Umweltschutz und dient andererseits der Sicherung des Standortes der Universität Gießen. Ferner profitiert die Gemeinde durch die hydraulische Entlastung des Kanalnetzes ebenso wie der Abwasserverband Rauischholzhausen/Roßdorf finanziell.

Die Million ist somit gut investiert und stellt eine „Win-Win-Situation“ für alle Beteiligten dar.

 

 

 

 

 

 

 

 


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