Jahresempfang 2016

Donnerstag, 25. Februar 2016

Rund 600 Besucher – Festredner war Dr. Henning Scherf

DSC_1079Alle zwei Jahre veranstaltet die Gemeinde Ebsdorfergrund ihren Jahresempfang, zu dem nicht – wie andernorts üblich -, namhafte Persönlichkeiten geladen werden und ihre Ansichten zum Besten geben, sondern einen Jahresempfang für die ganze Gemeinde und alle, die sich dafür interessieren.
In diesem Jahr wurden zwei weitere große Ereignisse in die Veranstaltung integriert.
Der 125. Geburtstag der Raiffeisenbank eG und die Einweihung des neuen GrundTreffs in Wittelsberg, in dem die Veranstaltung stattfand.
Rund 600 Gäste folgten der Einladung der Gemeinde und der Raiffeisenbank in den festlich dekorierten GrundTreff, an dessen Eingang ein roter Teppich ausgelegt war.
Als Festredner und Ehrengast hatte Bürgermeister Andreas Schulz Dr. Henning Scherf gewonnen, der wie kein anderer für das Thema „Senioren und die ältere Generation“ steht.

Der GrundTreff – eine Begegnungsstätte für die erfahrene Generation

Gesangverein LiederkranzDem demographischen Wandel kann man sich heute nicht mehr entziehen. Die Menschen werden immer älter und weniger Junge kommen nach. Laut Statistik werden im Jahr 2030 über die Hälfte der im Ebsdorfergrund lebenden Menschen über 50 Jahre alt sein. Eine Tatsache, auf die die Gemeinde Ebsdorfergrund heute schon aktiv reagiert.

„Bürgermeister Andreas Schulz hatte die Idee aus dem Bürgerhaus in Wittelsberg eine Begegnungsstätte für die ältere Generation zu schaffen, die heute den Namen GrundTreff trägt“, sagte die Erste Beigeordnete Elisabeth Newton in ihrer Begrüßungsrede in Vertretung des Bürgermeisters. Aus Krankheitsgründen konnte dieser die Rede nicht halten, nahm aber an der Veranstaltung teil, da der Jahresempfang sowie die Fertigstellung des GrundTreffs, für den er sich maßgeblich einsetzte, für ihn eine Herzensangelegenheit ist. Dafür ließ er sich sogar aus dem Krankenhaus beurlauben.

125 Jahre Raiffeisenbank eG

Scheckübergabe durch RaiffeisenbankFinanziell und ideell unterstützt und gefördert wurde der Jahresempfang von der Raiffeisenbank eG, die gleichzeitig ihren 125. Geburtstag feierte.
„Es gehörte viel Mut, aber auch Vertrauen dazu, dass man sich mit Menschen aus verschiedenen Berufsständen, die man kannte, zu einer starken Solidargemeinschaft verband“, erklärte Elisabeth Newton in Würdigung der erfolgreichen Bilanz, die die Raiffeisenbank seit ihrer Gründung am 27. Januar 1891 (damals noch ein Dreihäuser Darlehenskassenverein mit unbeschränkter Haftung) vorzuweisen hat.

Das Potential der älteren Generation als Chance nutzen

Henning Scherf, der ehemalige Bürgermeister von Bremen, widmete sich nach seiner 10-jährigen Amtszeit im Jahre 2005 der älteren Generation und hat alternative Wohnformen zu seinem Thema gemacht. In zahlreichen Veröffentlichungen und Vorträgen gibt er Tipps und macht Mut.
Waren die Menschen vor 40 Jahren im Durchschnitt rund 3,5 Jahre lang pflegebedürftig, so liegt heute die durchschnittliche Pflegebedürftigkeit bei unter einem Jahr.
„Hier liegt eine große Chance“, machte Henning Scherf deutlich. Das Potential der erfahrenen Generation sollte man nutzen, ihnen Aufgaben geben und sie in Projekte mit einbeziehen.

Henning Scherf – seit 25 Jahren in einer WG

Dr. Henning ScherfDer heute 77-jährige lebt seit über 25 Jahren zusammen mit seiner Ehefrau Luise, mit der er 56 Jahre verheiratet ist, in einer Wohngemeinschaft. Die WG in der Bremer Innenstadt besteht aus zehn Leuten und ist keine reine Senioren-WG. Junge, Alte, Singles und Ehepaare teilen sich gemeinsam ein Haus. „Eine bunte Mischung also“, so Henning Scherf und genau das sei wichtig.

Prägend für ihn und die Bewohner war, dass sie zwei ihrer Mitbewohner in ihrem Haus fast acht Jahre gepflegt und sterbebegleitet haben. „Wir haben sie nie alleine gelassen, die Nähe hat ihnen geholfen“ sagt Henning Scherf und das wünsche er sich auch für sich selbst und jeden einzelnen.
„Das gefährlichste am Altwerden ist das Alleinsein und das Nicht-gebraucht- werden“ – lautete sein abschließendes Fazit, denn „alles ist gut, wenn man nicht alleine ist. “

Und genau dafür steht die Idee zur Entwicklung des neuen GrundTreffs, der ein sozialer Treffpunkt für die erfahrene Generation ist und dazu einlädt, gemeinsam die Zeit zu verbringen und sich bei vielen Projekten gemeinsam zu engagieren. Niemand muss alleine sein, denn hier finden zukünftig viele Begegnungen statt.


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