Chronik erzählt die Geschichte über die Gemeinde und ihre Dörfer

Mittwoch, 03. Februar 2016

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

das 40-jährige Bestehen der Großgemeinde Ebsdorfergrund im Jahr 2014 war Anlass, eine Gemeindechronik zu erstellen.
Sie ist ein Geschenk an unsere Bürger und Gäste, um die Entstehung der Gemeinde besser zu verstehen.
Besonders soll sie in den Schulen zum Einsatz kommen, denn auch unsere Kinder sollen die Geschichte unserer Gemeinde und Dörfer kennenlernen.

Die Landschaftsbezeichnung Ebsdorfer Grund gibt es schon viel länger als die Gemeinde Ebsdorfergrund.
Und die Besiedlungsgeschichte ist 5000-6000 Jahre alt.
Dagegen ist das Bestehen der Großgemeinde nur ein Wimpernschlag.

Mit dem zunächst freiwilligen Zusammenschluss 1971 von Dreihausen und Heskem (mit Mölln) am 1. April 1972 und mit Roßberg, Wermertshausen und Wittelsberg zum 1. Juli durch das Landesgesetz auch mit den bis dahin noch selbständigen Kommunen Beltershausen (mit Frauenberg), Ebsdorf, Hachborn, Ilschhausen,Leidenhofen und Rauischholzhausen ging zwar die Eigenständigkeit, aber nicht die Identität der Dörfer verloren.

Das Wort „Ortsteil“ impliziert gemeinhin, dass es eine Kerngemeinde gibt, um die sich die Ortsteile herum gruppieren. Ebsdorfergrund dagegen ist eine Gemeinde, die aus vielen gleichwertigen Teilen besteht.
Seit jetzt mehr als 40 Jahren versuchen wir die Individualität unserer Dörfer so gut wie möglich zu bewahren und im konstruktiven Dialog mit allen, die Gesamtgemeinde weiter zu entwickeln.

Umschlag Vorder und Rückseite neuDazu gehören heute

  • ein gemeinsames Leitbild,
    eine gemeinsame Verwaltung,
    der Servicehof für alle Ortsteile,
    das Kindertagesstättenwesen,
    der GrundTreff,
    ein zentrales neues Gewerbegebiet
    und vieles mehr.

Die politisch Verantwortlichen im Grund waren schon lange vor der Bildung der Großgemeinde so pragmatisch.
Schon 1957 schlossen sich Ebsdorf, Heskem, Beltershausen und Rauischholzhausen zu einem Schulverbund zusammen. Auf diese Initiative geht der Bau der Gesamtschule Ebsdorfer Grund zurück.
1968 folgte der Abwasserverband mit dem Bau der gemeinsamen Kläranlage in Hachborn.

Ich glaube, es gibt heute so gut wie niemanden mehr, der den Zusammenschluss 1971/72/74 in Zweifel zieht.
Im Ebsdorfergrund ist zusammengewachsen, was zusammen passte.

Waren Ortsteil-, Parteien,- und Gruppeninteressen in den ersten 30 Jahren noch prägend, hat sich in den letzten (mindestens) 10 Jahren ein Zusammengehörigkeitsgefühl entwickelt.
So antwortet ein Dreihäuser, Ebsdorfer oder Wittelsberger, der in Marburg gefragt wird, woher er denn komme, wie selbstverständlich mit den Worten: „Aus dem Ebsdorfergrund.“

GRUND BeispieleDass sich angesichts der wirtschaftlichen Erfolge der Gemeinde ein gewisser Stolz und ein großes Selbstbewusstsein entwickelt hat, was sich letztlich auch in dem Beinamen „Sonnenscheingemeinde“ ausdrückt, mag ein Beleg dafür sein, dass die Gebietsreform für unsere Gemeinde im Nachhinein kein Fehler der jüngeren Geschichte war. Übrigens geben sich auch andere Städte und Gemeinden einen Beinamen, z.B. Hanau = die Brüder Grimm Stadt.

Allen, die dazu beigetragen haben, gilt an dieser Stelle mein Dank. Denn nur durch die Zurücknahme von egoistischen Orts-, Partei-, und Einzelinteressen war, ist und bleibt es möglich, unser Gemeinwesen erfolgreich weiter zu entwickeln.

„Vielfalt in Einheit“ heißt unser Motto bis heute. Wir haben erkannt, dass das Ganze zu stärken, auch den Teilen gut tut. Deshalb arbeiten wir auf allen Ebenen gut zusammen.
Denn wenn die Großgemeinde hustet, haben die Ortsteile schnell eine Lungenentzündung.

Mit Herausgabe der Chronik soll insbesondere unseren Kindern, den Neubürgern, den Schulen, aber auch jedem Haushalt ein Nachschlagewerk geboten werden.
Sie können sie jederzeit bei Frau Seiler (Tel. 06424 304 – 12) in der Gemeindeverwaltung nachordern.

Möge die Chronik auch auf Sie wirken, möge sie dazu anregen, noch mehr über unseren Ebsdorfergrund zu erfahren und möge sie die Identität mit unserer Gemeinde weiter vertiefen.
Denn, die Gemeinde – das sind wir alle!
Wir sind der GRUND.

Andreas Schulz, Bürgermeister

 

 


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