Heimatmuseum Hachborn

Ein Besuch im Museum in der alten Schule in Hachborn lohnt sich.

Öffnungszeiten:

März bis Dezember, 1. Sonntag im Monat. Es sind aber auch Führungen per Anmeldung möglich. Auf Wunsch serviert Elisabeth Lemmer Kaffee und Kuchen.

Kontakt: Elisabeth und Kurt Lemmer, Hachborn, Tel. 06424-2987

Das Heimatmuseum in Hachborn

Museen und Ausstellungen gibt es viele. Doch nur in wenigen fühlt man sich so herzlich willkommen wie in dem Heimatmuseum in Hachborn.

Was dieses Museum im besonderen ausmacht, sind nicht nur die antiken Gegenstände oder die Fotos aus längst vergangenen Zeiten, nein, – es sind die Menschen, die dahinter stehen: Der 71-jährige Kurt Lemmer und seine 63-jährige Frau Elisabeth.

Acht Jahre sind es nun her, als das Heimatmuseum im Jahr 2001 eröffnet wurde.

Seit diesem Tag führen Kurt und Elisabeth Lemmer jeden ersten Sonntag im Monat die Besucher durch die Räumlichkeiten des Heimatmuseums. Doch auch außerhalb dieser Zeit sind Gäste immer willkommen: „Wer kommt, wird geführt, egal wie viele und egal wann“, sagt Kurt Lemmer.

Das Heimatmuseum der Gemeinde Ebsdorfergrund befindet sich im Ortsteil Hachborn, und zwar im Gebäude der ehemaligen Schule und wird vom Heimatverein Hachborn & Ilschhausen betreut.

Die Idee, die alte Schule in ein Museum umzugestalten entstand schon im Jahre 1999, aber es bedurfte noch einige Zeit, um die Zustimmung des Kreises zu erhalten. Als dann letztendlich 2000 die Genehmigung kam, konnten der Heimatverein und das Ehepaar Lemmer mit der Renovierung beginnen.

Um die Einrichtung der Zimmer kümmern sich seither Kurt und Elisabeth Lemmer in liebevoller Weise fast ganz allein.

„Es sei gar nicht so einfach gewesen, Ausstellungsobjekte zu finden,“ berichtet Konrad Claar, Vorsitzender des Heimatvereins. „Da es schon bestehende Museen gab, sind eigentlich nur Reste übrig geblieben.“

Und Kurt Lemmer blickt noch einmal auf die Anfänge des Heimatmuseums zurück: „Damals bin ich mit einer Sackkarre von Haus zu Haus gegangen und habe Sachen gesammelt. Aber die Hachborner seien alle sehr nett gewesen und haben gerne für das Museum gespendet.“

Insgesamt neun Zimmer auf zwei Etagen konnten vollständig eingerichtet werden.

„Meine Frau ist für die obere Etage zuständig“, berichtet Kurt Lemmer, „und ich für hier unten.“

Die Räume spiegeln den ländlichen Alltag und die Wohnkultur der vergangenen 200 Jahre wider. Das meiste des Inventars stammt aus Hachborn, aber auch andere Ortsteile des Ebsdorfergrunds und auch die Stadt Marburg haben dazu beigesteuert, dass man sich auf beiden Etagen wohlfühlen kann.

Längst vergessene Zeiten werden wieder lebendig wenn man sich in dem Raum befindet, der zu einer alten Schusterwerkstatt hergerichtet wurde, in einem anderen Zimmer befindet sich ein Modell des alten Hachborner Klosters, welches 1778 abgerissen wurde.

Im großen Himmelbett aus dem Jahre 1800 gibt es keine Matratze, wurde doch damals nur Stroh ins Bett gelegt.

Das Trachtenzimmer ist Elisabeth Lemmers ganzer Stolz. In einem Schrank befinden sich 150 Stülpchen. Diese wurden vor vielen Jahren als Kopfdekoration passend zu den Trachten angezogen. Insgesamt 350 Stülpchen und 70 Trachtenröcke gibt es im Heimatmuseum.

Für die Vorweihnachtszeit hat sich Elisabeth Lemmer etwas ganz besonderes ausgedacht. Dann dekoriert sie die alte Küche des Museums mit festlichem Weihnachtsschmuck und backt Plätzchen für die Gäste.

„Allein im letzten Jahr habe ich 300 Stunden gearbeitet“, berichtet Kurt Lemmer und zeigt stolz sein Gästebuch. Aus ganz Deutschland, aber auch aus der Türkei und Polen sind schon Gäste zu Besuch gewesen.

Gerade dann, wenn im Ebsdorfergrund Veranstaltungen wie der Autofreie Sonntag oder der Weihnachtsmarkt, stattfinden,  kann es vorkommen, dass zwischen 150 und 300 Besucher durch das Museum geführt werden. „Wir machen es gerne“, sagt Kurt Lemmer. Und das merkt man.


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