Beltershausen-Frauenberg
Beltershausen ist ein Ortsteil der Gemeinde Ebsdorfergrund im Landkreis Marburg- Biedenkopf im hessischen Regierungsbezirk Gießen Zusammen mit dem Ortsteil Frauenberg, der sich 2 km westlich, am Fuße des Frauenberges mit der Burgruine Frauenberg befindet, bildet es den Ortsteil Beltershausen-Frauenberg. Auch die etwa 2 km nordöstlich ebenfalls noch in der Gemarkung Beltershausen gelegene kleine Siedlung Hof Capelle, wo im Jahre 1233 Konrad von Marburg ermordet wurde und wo der Deutsche Orden spätestens seit 1358 ein Wirtschaftsgut unterhielt, ist heute Teil von Beltershausen-Frauenberg.
Entstehung und Geschichte
Die erste urkundliche Erwähnung von Beltershausen erfolgte um das Jahr 1151 als „Belterhusin“, was soviel wie „Haus der Balder“ bedeutet. In der Urkunde wird berichtet, dass Menschen aus Belterhusin eine Kirche errichteten und sie dem heiligen Bartholomäus weihten. Der Erzbischof von Mainz erteilte den Segen. In einer 25 Jahre langen Auseinandersetzung erreichte Beltershausen im Mittelalter die Heraustrennung der Gemeinde aus der Pfarrei Ebsdorf mithilfe des Propstes von St. Stephan in Mainz.
2001 feierte Beltershausen sein 850. Jubiläum.
Bis 1974 gehörte Frauenberg als Ortsteil zu Beltershausen. Heute sind der Frauenberg und Beltershausen ein Ortsteil des Ebsdorfergrundes. Etwa 2 km von Beltershausen in Richtung Marburg gelegen, liegen die Kapellenhöfe, die ihrem Ursprung dem Deutschen Orden verdanken. Der Deutsche Ritterorden siedelte sich 1233 in Marburg an, und es wurden in der Gemarkung Beltershausen Wohn- und Wirtschaftsgebäude errichtet. Es entstand ein Hof Capelle, der im 16. Jahrhundert in zwei Höfe geteilt wurde.
Hier wurde der strenge Beichtvater der Heiligen Elisabeth, der Ketzerrichter Konrad von Marburg, auf der Rückkehr vom Mainzer Hoftag am 30. Juli 1233 ermordet. Der deutsche Orden baute 1255 an der Mordstelle eine Gedächtniskapelle. Diese wurde 1872 als baufällig abgerissen. Ein Gedenkstein des unteren Hofes „Kapelle“ erinnert an jene Tat.
Auf dem sich am linken Lahnufer hinziehenden Sandsteingebirge erhebt sich am Rande der Gemeinde Ebsdorfergrund ein frei emporstrebender Basaltkegel und auf dessen Gipfel die Trümmer der Burg Frauenberg.
Im Jahre 1248 kam Sophie von Brabant, die Tochter der Heiligen Elisabeth, Witwe des Herzogs Heinrich von Brabant nach Marburg, um dessen Ansprüche auf das thüringische Erbe durchzusetzen.
Zu ihren Gegnern gehörte auch der Erzbischof von Mainz, dem im Marburger Land das Amt Amöneburg gehörte. Um den landgräflichen Besitz im Ebsdorfergrund zu sichern, die wichtigste Handelsstraße zur Amöneburg zu kontrollieren und der mainzischen Ohmfeste Schach zu bieten, ließ sie um 1252 die Burg auf jener Basaltkuppe erbauen, die dann im Volksmunde den Namen Frauenberg erhielt. Im Jahre 1489 lag die Burg bereits wieder in Trümmern und diente als Steinbruch.
Heute sind die Reste der Burg ein beliebtes Ausflugziel. Ein weiterer Rundblick öffnet sich nach allen Seiten. Bei klarem Wetter hat man eine unvergleichliche Aussicht nach allen Richtungen, beinahe 40 Dörfer und Städte erscheinen im Gesichtskreis. Der Blick kann bis zum Hohen Meißner oder zum Feldberg im Taunus gehen. Frauenberg ist eines von insgesamt 7 Hugenottendörfern in Hessen, die in der Zeit von 1686 bis 1706 entstanden sind.
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