Wer Müll vermeidet, spart Gebühren

Wer Müll vermeidet, spart Gebühren

- Ökonomie und Ökologie zum Vorteil beider Seiten in Einklang gebracht -

 

Die Gemeinde Ebsdorfergrund belässt die Entsorgungsaufgaben in der Gemeinde und nimmt somit diese Aufgaben in Eigenregie war.

Dabei ist die Gemeinde Ebsdorfergrund bemüht, allen Einwohnern eine bedarfsgerechte Abfallentsorgung anzubieten und dabei alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um die Abfallgebühren so gering wie möglich zu halten.
So hat die Gemeinde zum Beispiel im Rahmen der letzten Neuausschreibung des Müllabfuhrentsorgungsvertrages zum 1. Januar 2011 die Gelegenheit genutzt, die Biomüllabfuhr in der vegetationsarmen Zeit, genauer gesagt in Wintermonaten, in der Zeit vom 15. November bis zum 15. März eines Jahres mit einem 3-wöchigen anstatt einem 2-wöchigen Abfuhrhythmus auszuschreiben, so dass insofern der Abfuhrrhythmus beim Biomüll in dieser Zeit entsprechend verlängert wird.
Aber auch die aktive Mitarbeit der Bevölkerung im Bereich der Abfallvermeidung und Abfalltrennung unterstützt wesentlich das Ansinnen der Gemeinde hinsichtlich geringer Abfallgebühren.

Obwohl die gesetzlichen Rahmenbedingungen für alle Kommunen gleich sind, müssen die Bürger in unserer Gemeinde weit weniger als im Kreisdurchschnitt bezahlen. Im Vergleich mit allen Städten und Kommunen im Kreisgebiet liegen die Müllgebühren mit am niedrigsten. Die Leistungen der Gemeinde müssen also nicht teuer erkauft werden.

Nachdem die Gemeinde Ebsdorfergrund die Abfallgebühren bereits mit Beginn des Jahres 2012 zum zweiten Male in Folge gesenkt hat (Senkung der Restmüllgebühren zum 1. Januar 2011 erfolgt) – so entfällt nunmehr seit Jahresanfang 2012 die bisherige Altpapierabfuhr-gebühr – ist es das erklärte Ziel von Bürgermeister Andreas Schulz, die Abfallgebühren möglichst zum 1. Januar 2013 um ein weiteres Mal zu senken, sofern alle Altlastenflächen bis dahin aufgearbeitet werden konnten.

Jens Klingelhöfer erklärt den Kindern, welcher Müll in welche Tonne gehört

Ein Grund für die geringeren Kosten ist, dass die Gemeinde keinem großen Verband angehört, sondern direkt vor Ort mit geringen Personalkosten die anfallenden Aufgaben erledigt.

Ein weiterer wichtiger Grund für die niedrigen Müllgebühren: „Bei uns zahlt jeder nur das, was er tatsächlich in Anspruch nimmt“, erklärt der zuständige Sachbearbeiter für die Abfallwirtschaft in der Gemeinde Ebsdorfergrund, Herr Jens Klingelhöfer. „Gebührenanreizsystem“ heißt das im Fachjargon und bedeutet, dass jeder beispielsweise nur die Abfallgefäßgröße bekommt, die er auch wirklich benötigt.

„Wer wenig Müll macht, soll auch wenig bezahlen, damit gilt das Verursacherprinzip“, so Jens Klingelhöfer.

Dabei ist es im Ebsdorfergrund unerheblich, ob beispielsweise ein 120-Liter Restmüllgefäß z.B. mit 3 oder 5 Personen genutzt wird – ausschlaggebend für die Abrechnung der Abfallgebühren ist alleine das Gefäßvolumen, welches in Anspruch genommen wird, nicht aber die Personenan-zahl.

So kann man zwischen drei verschiedenen Gefäßgrößen bei den Abfallfraktionen Restmüll (vierwöchentliche Abfuhr) und Biomüll (zweiwöchentliche Abfuhr; in der Zeit vom 15. November bis zum 15. März eines Jahres jeweils dreiwöchentliche Abfuhr) wählen: Müllgefäße mit 80, 120 und 240 Litern Inhalt stehen zur Auswahl. Lediglich beim Altpapier (monatliche Abfuhr) stehen nur Abfallgefäße mit einem Inhalt von 240 Litern zur Verfügung.

„Dies hat sich auch mit dem neuen Müllabfuhrentsorgungsvertrag zum 1. Januar 2011 nicht geändert“, erläutert der zuständige Sachbearbeiter für die Abfallwirtschaft. Allerdings wurde mit Beginn des neuen Entsorgungsvertrages die sogenannte „Behälteridentifikation“ eingeführt, bei denen die Abfallgefäße künftig einen elektronischen Chip statt den bisherigen Müllgebührenmarken erhalten werden. Mit der Einführung des Behälteridentifikationssystems ist auch ein Austausch der bisherigen Abfallgefäße verbunden, wobei sich die künftigen Abfallgefäße lediglich durch die dann unterschiedlich farbigen Deckeln unterscheiden werden, da ansonsten sich alle Gefäße in der Grundfarbe grau/schwarz „präsentieren“ werden.

Die Kinder wissen schon genau, welcher Müll wohin gehört

Mit dem modernen Identifikationssystem können die sich im Umlauf befindlichen Abfallgefäße effizienter und effektiver „verwaltet“ werden, da die nunmehr mit einem Chip (Transponder) ausgerüsteten Gefäße über die auf dem Chip gespeicherte Nummer genau den jeweiligen Grundstücken zugeordnet werden können; Gefäße die keinen registrierten Chip enthalten, können dann auch nicht mehr entleert werden. Dies ist aber nur einer von vielen Gründen der die Gemeinde dazu bewogen hat, künftig auf das Behälteridentifikationssystem zu setzen. Insofern wird mit der Einführung dieses Systems das regelmäßig mindestens alle drei Jahre erforderliche Aufkleben von neuen Müllgebührenmarken auf sämtlichen Gefäßen nicht mehr erforderlich sein. Das neue Identifikationssystem wird somit sowohl für die Bürgerinnen und Bürger wie auch für die Gemeindeverwaltung von Vorteil sein.

„Und die Müllgebühr wird wie bisher auch nach Gefäßgröße abgerechnet“, erläutert der Müllfachmann Klingelhöfer. Dadurch hat es der Bürger selbst in der Hand, wie viel Müllgebühren er letztendlich zahlen muss. Insbesondere Senioren-, Single- und umweltbewusste Haushalte profitieren von dieser Regelung. Damit kommt der Ebsdorfergrund zu ähnlichen Ergebnissen, wie mit dem technisch aufwändigen und somit teureren Wiegesystem.

Aber auch im Bereich der Sperrmüllentsorgung wird seit dem 1. Januar 2009 durch die Umstellung des Abfuhrsystems von einer jährlichen Straßensammlung in allen Ortsteilen auf ein bedarfsorientiertes gebührenpflichtiges Kartenabfuhrsystem das vorgenannte Verursacher-prinzip im übrigen konsequent fortgeführt.

Doch nicht nur die Gefäßgröße ist entscheidend. „Viel wichtiger ist, dass der Müll richtig getrennt wird oder man besser noch versucht diesen möglichst zu vermeiden“, erläutert der Experte.

Denn Restmüll ist mit zur Zeit 197 Euro pro Tonne beispielsweise um fast das Dreifache teurer als Biomüll, der mit 78 Euro pro Tonne zu Buche schlägt. „Wenn also jemand seinen Biomüll in das Restmüllgefäß wirft, wird es für alle in der Gemeinde teurer“, erläutert Klingelhöfer. „Der Bürger muss also die Zeche zahlen. Daher tut jeder gut daran, richtig zu trennen.“ Im schlimmsten Fall könnten sogar Nachforderungen auf die Gemeinde Ebsdorfergrund (und damit auch auf den Einzelnen in Form höherer Abfallgebühren) zukommen – etwa dann, wenn der Restmüll zu sehr mit Biomüll durchsetzt ist.

Ähnlich verhält es sich mit den sogenannten „Verkaufsverpackungen“, die in den „Gelben Sack“ gehören und durch den jeweiligen Hersteller der Produkte gegenüber der Dualen System Deutschland GmbH (DSD) entsprechend lizensiert wurden, also an DSD ein entsprechendes Entgelt für die Entsorgung der jeweiligen Verkaufsverpackung entrichten. Mit dem „Gelben Sack“ werden alle Verkaufsverpackungen mit und ohne Lizenzlogos (die Pflicht, die Verkaufsverpackungen mit dem jeweiligen lizensierten Logo zu kennzeichnen, ist inzwischen entfallen) eingesammelt, die nicht aus Glas, Papier oder Pappe sind. Verkaufsverpackungen sind diejenigen Verpackungen, die beim Endverbraucher anfallen. Dazu zählen auch Verpackungen des Versandhandels, der Gastronomie (Einweggeschirr, -besteck) und Verpackungen, die beim Verkauf loser Ware verwendet werden (z.B. Wurst, Käse, Backwaren, Obst).

Verantwortlich für die Abholung der „Gelben Säcke“ ist federführend die Duale System Deutschland GmbH (DSD), welche im Auftrag der zahlreichen Systembetreiber (z.B. DSD, Interseroh, etc.) die Rücknahme und Verwertung der Verkaufsverpackungen organisiert und Firmen beauftragt, die diese Arbeit übernehmen.

So werden die „Gelben Säcke“ in der Gemeinde Ebsdorfergrund von der Firma SITA Mitte GmbH & Co.KG aus Siegen abgeholt. „Finanziert wird das DSD über die Produkte mit den Verkaufsverpackungen des beispielsweise „Grünen Punktes“ auf die eine Art Gebühr aufgeschlagen wird, mit welcher die Kosten für die Einsammlung und die Verwertung der Verkaufsverpackungen aus Kunststoff, Verbundstoffen, Weißblech, Aluminium, Papier und Glas finanziert wird“, erläutert Jens Klingelhöfer. „Wer diese Verpackungen also in das Restmüllgefäß wirft, bezahlt doppelt. Einmal schon beim Kauf der Produkte mit beispielsweise dem „Grünen Punkt“, und dann über die Müllgebühr erneut“.

Das bedeutet aber auch, dass in den „Gelben Sack“ nicht einfach sämtliche Plastikabfälle gesteckt werden dürfen, sondern lediglich die sogenannten “Verkaufsverpackungen”.

Ein defekter Kleiderbügel oder der kaputte Wäschekorb haben keinen Grünen Punkt – und haben somit auch nichts mit dem DSD zu tun.

Und wohin wirft man beispielsweise den Pappkarton der Tiefkühlpizza, auf dem beispielsweise der „Grüne Punkt“ aufgedruckt wird? In den „Gelben Sack“ oder in die „Blaue Tonne“? „Der Karton darf in die Papiermülltonne, da alle Verkaufsverpackungen aus Papier, die zum Beispiel den „Grünen Punkt“ tragen, in die Altpapiertonne gehören, und nicht in den „Gelben Sack““, macht Klingelhöfer klar. So gehören auch Gläser mit dem ineinander verschlungenen Pfeilsymbol nicht in den „Gelben Sack“, sondern in die in jedem Ortsteil der Gemeinde aufgestellten Altglascontainer. Ebenfalls gehören in der Gemeinde Ebsdorfergrund alle Verkaufsverpackungen aus Weißblech und aus Aluminium in die in jedem Ortsteil hierfür aufgestellten Abfallcontainer. Sofern keine gesonderten Weißblech- und Aluminiumcontainer vorhanden sind, müssen die Verpackungen aus Weißblech und Aluminium in die „Gelben Säcke“ gegeben werden.

Übrigens, wer sich für eine Abfallgefäßgröße entschieden hat, ist auf diese Wahl natürlich nicht für immer festgelegt. Wer eine andere Abfallgefäßgröße benötigt, erhält diese innerhalb von 14 Tagen. Und in diesem Rhythmus werden auch defekte Müllgefäße ausgetauscht. Denn alle Müllgefäße werden in der Gemeinde Ebsdorfergrund durch die Marburger Entsorgungs-GmbH (MEG), welche hierzu den Dienstleistungsbetrieb der Stadt Marburg beauftragt hat, bei den 14-tägig stattfindenden Servicetouren bereitgestellt oder ausgetauscht.

Sollte dies nötig sein, genügt ein Anruf bei Herrn Jens Klingelhöfer.

Im Ebsdorfergrund kann aber nicht nur durch eine angepasste Gefäßgröße Geld gespart werden. Denn die Gemeinde bietet auch die Möglichkeit, durch Eigenkompostierung auf die „Grüne Tonne“ zu verzichten. Nähere Informationen hiezu entnehmen Sie bitte der Rubrik “Eigenkompostierung

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