Helga Schneider – Zehn Jahre Ortsvorsteherin von Leidenhofen

Freitag, 29. April 2011

Von den elf Dörfern in der Gemeinde Ebsdorfergrund ist Leidenhofen das einzige, in dem eine Frau als Ortsvorsteherin die Entwicklung des Dorfes entscheidend mit geprägt hat.

Ortsvorsteherin und Bürgermeister arbeiteten immer Hand in Hand.

Am 20. April 2001 wurde mit Helga Schneider zum ersten und bisher einzigen Mal eine Frau zur Ortsvorsteherin ernannt.
Seitdem wurden zahlreiche Projekte verwirklicht, wie z.B. die Neugestaltung der Ortsmitte, Verwirklichung des Neubaugebietes „Sandäcker II“, mehrere Eigenleister-Projekte und vieles mehr…(siehe Auflistung)

Anlässlich ihres 10-jährigen Jubiläums fand am Donnerstag, den 21.April 2011 eine kleine Feierstunde im Bürgerzentrum in Dreihausen statt, zu der Bürgermeister Andreas Schulz politische Wegbegleiter, Freunde und Mitarbeiter aus der Verwaltung und dem Servicehof geladen hatte.
„Zehn Jahre Ortsvorsteherin zu sein, ist keine Selbstverständlichkeit“, betonte Bürgermeister Andreas Schulz und fügte hinzu: „ Das zeugt von dem Vertrauen, das Helga Schneider in Leidenhofen genießt.“

Helga und Konrad Schneider freuen sich gemeinsam über die Ehrungen.

„Am Anfang war vieles Neuland. Aber alle Herausforderungen wurden bewältigt, “ beschrieb die Jubilarin ihre Anfänge als Ortsvorsteherin im Jahre 2001.
Ein Jahr später, im Jahre 2002 wurden Helga Schneider der Ehrenbrief des Landes Hessen und 2009 die Nadel in Bronze überreicht.
Durch ihre Natürlichkeit und ihr Engagement zum Wohle ihres Dorfes erlangte Helga Schneider außerdem eine große Beliebtheit bei den Leidenhöfern. Dies zeigte sich u.a. im Jahre 2006, als sie mit großer Stimmenanzahl wieder gewählt wurde.
„Wir sind stolz auf Dich“, so Heinrich Grau stellvertretend für die Bürgerinnen und Bürger aus Leidenhofen. Und auch Christa Kutsch, Ehrenvorsitzende des Gesangvereins gratulierte der Jubilarin gerührt, mit Tränen in den Augen.

Eine Frau in der Funktion einer Ortsvorsteherin bleibt zunächst einmalig in der Geschichte des Ebsdorfergrundes, denn mit dem Jubiläum endete gleichzeitig ihre Amtszeit als Ortsvorsteherin von Leidenhofen. Nach vielen Jahren im Einsatz für ihr Dorf möchte sich die 53- jährige nun mehr ihrer Familie widmen und sich um ihre pflegebedürftigen Schwiegereltern kümmern.
Allerdings zieht sich Helga Schneider nicht völlig aus dem politischen Geschehen zurück, sondern bleibt der Gemeinde als Gemeindevertreterin erhalten.

Die "alte" und der neue Ortsvorsteher

„Wir sind alle traurig, dass Du aufhörst“, so der Roßberger Ortsvorsteher Werner Böckler, denn auch bei ihren Ortsvorsteherkollegen war Helga Schneider sehr beliebt.
„Bei Ausflügen und Dienstversammlungen warst Du immer die Seele des Hauses“, so Böckler weiter.

Helga Schneider wurde 1958 in Marburg geboren. Mit ihrem Mann Konrad, mit dem sie seit 1975 verheiratet ist, hat sie zwei Kinder, – einen Sohn und eine Tochter.
Nach einer Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten in Marburg (1974) und der anschließenden Elternzeit war sie zunächst von 1978 bis 1990 in der Satzherstellung bei Karl-Heinz Stahringer in Leidenhofen tätig. Es folgten Halbtagsstellen im Schreibdienst in der Klinik für Neurochirurgie und anschließend für Anästhesie und Intensivtherapie der Philipps-Universität Marburg. Seit 1996 hat Helga Schneider eine Ganztagsstelle in der Klinik für Anästhesie und Intensivtherapie, Unversitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH am Standort Marburg.
Im Ortsbeirat von Leidenhofen war Helga Schneider seit 1997. Zudem ist sie Mitglied im Schützenverein (seit 1978) und im Kirchenvorstand (seit 1995).

„Dass trotz der Vollzeitstelle in der Anästhesie so viel für das Dorf herausgekommen ist, zeugt von der Leidenschaft und dem Verstand, mit denen sie sich für Leidenhofen einsetzte“, erläuterte der Bürgermeister und hob die sehr gute Zusammenarbeit hervor: „In den letzten neun Jahren habe ich nicht gespürt, dass wir unterschiedliche Parteien haben, denn uns verband das gleiche Ziel: Das Wohl von Leidenhofen. Die Zusammenarbeit war sehr fruchtbar, kollegial und loyal.“
Dem konnte Ursula Weil-Höll nur zustimmen: „Als Du Ortsvorsteherin wurdest, war ich anfangs nicht begeistert, denn wir sind aus unterschiedlichen Parteien“. Aber die Zusammenarbeit sei dennoch sehr gut gewesen, so Weil-Höll weiter, denn „es ging um Leidenhofen.“

 „Ich danke dem Bürgermeister für das mir entgegengebrachte Vertrauen und das uneingeschränkte Unterstützen, und meinem Ehemann für seine Unterstützung“, sagte die Jubilarin zum Abschluss der Feierstunde und wünschte ihrem potentiellen Nachfolger viel Erfolg für seine Zukunft: „Ich stehe ihm mit Rat und Tat zur Seite.“
 „In den letzten Jahren habe ich gemerkt, wie beliebt Helga in Leidenhofen ist“, entgegnete Horst Gombert aus Leidenhofen, der die Nachfolge von Helga Schneider antreten möchte.
„Du hast die Latte hoch gelegt und ich hoffe, dieselbe Beliebtheit erlangen zu können.“

Realisierte Projekte während ihrer Zeit als Ortsvorsteherin in Leidenhofen

– Gestalten und Bau eines Infopavillons für Vereine, Gemeinde, Parteien und andere Gremien

– Neuer Innenanstrich in der Mehrzweckhalle

– Renovierung der Toiletten in der Mehrzweckhalle

– Entschärfung der Hochwassersituation im Ortskern, durch Erneuerung des Bachgitters zwischen Kirche und Hof Bender

– Oberflächenwasser aus der Feldgemarkung Scheerengraben direkt in den Bach leiten

– Pflastern von Bürgersteigen mit Eigenleistung der Anwohner

– Umgestaltung des Gefrierhauses im Gemeindesaal

– Aufwertung Spiel und Bolzplatz

– Verwirklichung des Neubaugebiets Sandäcker II

– Neugestaltung Ortsmitte

– Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses

– Erweiterung Seniorenheim „Lauer“ (B-Plan)

– Bau des Straßenverbindungsstückes Neubaugebiet-Mehrzweckhalle

– Treppenbauwerk als Verbindungsstück zwischen Neubaugebiet und untere Ortslage

– Erweiterung der Straßenbeleuchtung „Gäßchen“


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