Stadtwerke sind zukünftiger Strom- Konzessionär im Grund:

Donnerstag, 17. März 2011

 Wegenutzungsvertrag zwischen der Gemeinde Ebsdorfergrund und den Stadtwerken Marburg GmbH unterzeichnet

Die Konzessionsverträge zwischen der Gemeinde Ebsdorfergrund und den Stadtwerken Marburg GmbH wurden unterschrieben und die Stadtwerke können zukünftig Wege, Plätze und Straßen in der Gemeinde nutzen, um Stromleitungen zu verlegen.

Schon mehrere Kommunen haben sich bislang für die Stadtwerke Marburg als neuen Konzessionär für ihr Stromverteilernetz entschieden. Doch dieses Mal erwirbt die Gemeinde das Stromnetz zur Hälfte mit, so dass eine gemeinsame Eigentumsgesellschaft „Die GrundNetz GmbH“ gegründet werden konnte. „Wir gehen einen sehr wichtigen konkreten Schritt weiter als die anderen Kommunen, weil wir die Daseinsvorsorge schon jetzt als öffentliche Aufgabe sehen“, sagte der Bürgermeister Andreas Schulz während des Unterschriftstermins.

Zur Unterzeichnung des Wegenutzungsvertrages trafen sich die Stadtwerke Geschäftsführer Rainer Kühne und Norbert Schüren sowie Bürgermeister Andreas Schulz und der Erste Beigeordnete der Gemeinde Ebsdorfergrund, Erwin Junker, am Mittwoch, den 16.März in der Gemeindeverwaltung in Dreihausen.

Einen Partner mit Rücklagen zu haben, der sich beteiligen kann, sei eine gute Lösung mit Vorbildcharakter, so Norbert Schüren, Geschäftsführer der Stadtwerke Marburg GmbH.

Den Rückkauf des derzeitigen Anbieters haben Stadtwerke und Gemeinde zu je 50% vereinbart, – eine Entscheidung, welche von der Gemeindevertretung vor allem dank des transparenten Verfahrens einstimmig beschlossen wurde.

Neben der bereits bestehenden Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde und den Stadtwerken im Bereich „Entsorgung“, konnten die Stadtwerke nun auch im punkto Strom bei der Ausschreibung überzeugen, an der zwei weitere Anbieter teilgenommen haben, – OVAG und der bisherige Versorger, EON Mitte.

„Aber nur mit den Stadtwerken war das Vorhaben möglich, das Stromnetz – wie jetzt vereinbart – zurück in kommunale Hand zu geben“, hob der Bürgermeister hervor. Keiner der anderen sei vertraglich so auf die Belange der Gemeinde Ebsdorfergrund eingegangen.

Der Konzessionsvertrag sehe die höchstmögliche Konzessionsabgabe vor, erläuterte Stadtwerke Geschäftsführer Rainer Kühne. „240.000 Euro gehen pro Jahr in die Gemeindekasse.“

Die Laufzeit des Vertrages betrage 20 Jahre, so Norbert Schüren und erklärte weiter: „Dadurch ist eine Perspektive für langfristige Planungen und Investitionen gegeben.“

Des weiteren beinhalte der Vertrag eine erlaubte Rabattierung eines Teiles des Strompreises, erläuterte Rainer Kühne und fügte hinzu. „Ein Drittel des Strompreises darf um 10 % rabattiert werden, und zwar nicht nur bei Gemeindeeinrichtungen, sondern auch bei Einrichtungen, an denen die Gemeinde beteiligt ist.“ Hierzu zählt beispielsweise der Abwasserverband Rauischholzhausen- Roßdorf und die evangelische Kindertagesstätten.

Ebenso bestehe eine Gewährleistung für Nachverbesserungen und für die Wiederherstellung von Oberflächen für eine Dauer von sechs Jahren, führte Schüren aus.

Und auch in einem weiteren Punkt kommen die Stadtwerke der Gemeinde entgegen:
Sollten Umverlegungen der Leitungen nötig sein, beispielsweise beim Bau eines Kreisels oder der Verbreiterung einer Straße, ist der zukünftige Netzbetreiber verpflichtet, dies zu tun und für die Kosten aufzukommen. Es entstehen also keine Folgekosten für die Gemeinde.
„Rund 700 000 Euro fließen in den Neubau und die Wartung an die heimische Wirtschaft und 1,4 Mio. Euro Netzentgelterlöse verbleiben im Landkreis, sichern Arbeitsplätze und werden für Investitionen eingesetzt“, erläuterte Geschäftsführer Rainer Kühne.

Neben dieser Förderung der heimischen Wertschöpfung, deckt sich die Zusammenarbeit mit den Stadtwerken und die damit verbundene Rekommunalisierung des Stromnetzes aber auch mit einem weiteren Ziel der Gemeinde, und zwar im Jahre 2020 energieautark zu sein.`
Um diesen Weg zur energieautarken Gemeinde in der Öffentlichkeit überprüfbar zu machen, wird ein Energiebeirat bestimmt. Dieser erstellt dann ein Umwelt- und Energiekonzept, das zum einen den Verbrauch der Energien aufzeigt, und zum anderen, wie durch regenerative Energien diese abgedeckt wird.

„Die Stadtwerke waren im Wettbewerb die einzigen, die das angeboten haben“, so Bürgermeister Andreas Schulz und machte zum Schluss deutlich, worauf es ihm vor allem ankommt: „Durch eine große Transparenz das Ziel, eine ernergieautarke Gemeinde zu werden, kontrollierbar und nachvollziehbar für alle zu machen.“

 

 

 

 

 


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