Bioenergiedorf Beltershausen-Frauenberg

Mittwoch, 16. März 2011

Gasleitungen werden weiter ausgebaut

von links: Rainer Sauer, Herr Kerner von den Stadtwerken Marburg und Bürgermeister Andreas Schulz überzeugen sich von den ersten hergestellten Hausanschlüssen in Beltershausen

Heute war der erste Spatenstich zum Bau eines der größten Projekte in der Gemeinde Ebsdorfergrund: die größte Biogasanlage Mittelhessens entsteht im Dreieck Marburg – Moischt, Beltershausen – Frauenberg und Heskem – Mölln. Über 10 Mio. Euro werden in den Bau dieser Anlage investiert.

Als der Bau der Anlage im letzten Jahr amtlich wurde, starteten die Bauarbeiten zur Verlegung einer Hochdruck – Gasleitung vom Standort der neuen Biogasanlage nach Marburg – Cappel über Beltershausen – Frauenberg seitens der Stadtwerke Marburg GmbH.
Mehr als 2 Mio. Euro investierten die Stadtwerke in die Verlegung der über 5 km langen Leitung, die im Herbst dieses Jahres in Betrieb gehen soll, und zwar mit dem Start der neuen Biogasanlage.
Mit Inbetriebnahme der Anlage wird das Biogas in Erdgas umgewandelt und in das Erdgasnetz der Stadtwerke eingespeist.
Später ist geplant, den Ebsdorfergrund zu versorgen, zunächst muss aber mit dem Tag der Inbetriebnahme eine 100-prozentige Abnahme gesichert sein.

Entlang der Trasse in Beltershausen – Frauenberg gibt es bereits viele Anschlussnehmer und Interessenten.
„Das Gas aus der Biogasanlage im Bioenergiedorf Beltershausen – Frauenberg soll verbraucht werden, dazu ist es notwendig weitere Leitungen zu verlegen,“ erläuterte Bürgermeister Andreas Schulz. Neben der Transportleitung gehe es darum, auch Verästelungen oder Unterverteilungen zu legen, so dass auch abseits der Haupttrasse die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger von Beltershausen-Frauenberg befriedigt werden können, so der Bürgermeister weiter.

Deshalb beabsichtigen die Gemeinde und die Stadtwerke, das Gasnetz zu erweitern und auszubauen.
Kontinuierliche Zusatzinvestitionen der Stadtwerke sind je nach Bedarf für dieses Vorhaben geplant.

Inwieweit die Unterverteilungen verlegt werden, hänge von der Nachfrage der Bürger ab, betonte Bernd Kerner, Leiter im Bereich „Netze und Erzeugung“ bei den Stadtwerken.
„Ich bin sehr zuversichtlich, weil schon auf der Bürgerinformationsveranstaltung zum Ende des vergangenen Jahres die Resonanz der Bürger aus Beltershausen – Frauenberg sehr gut gewesen war“, so Kerner weiter und fügte hinzu: „Die Nachfrage war sehr groß,- das war eine positive Überraschung.“
20 Anschlüsse gebe es schon. – Das sind rund 10 % des Potentials.
Weitere 60 Anfragen von Interessenten seien schon eingegangen.

Nachhaltige, regenerative Energiepolitik

Bei den potentiellen Kunden gehe es meistens um die Frage: „Kaufe ich eine neue Heizung oder schließe ich an der Gasleitung an?“ so Reiner Sauer, Kundenberater für Gas- und Wasserhausanschlüsse bei den Stadtwerken. Im Vergleich zu Elektro- Öl- oder Flüssiggasheizungen sei „Erdgas die sauberste Alternative“ so der Kundenberater weiter und betonte: „Das Biogas ist sehr klimafreundlich.“

Wie wichtig diese Tatsache und eine nachhaltige, regenerative Energiepolitik für die Zukunft sein werden, zeigt sich besonders in jüngster Zeit, in der Japan eine der größten atomaren Katastrophen bevorsteht.
„Weg von fossilen Brennstoffen und Atomkraft – hin zu regenerativen Energien“ so lautet das Ziel der Gemeinde Ebsdorfergrund, in der schon seit einiger Zeit darauf hingearbeitet wird, im Jahre 2020 eine energieautarke Gemeinde zu sein.
Viele Schritte in diese Richtung sind bereits unternommen worden, wie die Errichtung von Photovoltaikanlagen auf geeigneten Dächern oder die geplante Ausstattung mit LED Beleuchtung in den Liegenschaften der Gemeinde und vieles mehr.
Auch der Bau der Biogasanlage und die Verlegung der Gasleitung zählen zu diesen Maßnahmen.

Geplante Nebenleitungen in Beltershausen- Frauenberg

Für dieses Jahr sind Unterverteilungen, also Nebenleitungen in folgenden Straßen in Beltershausen geplant:
„Im Bruch“, in der „Lindenstraße“, im „Kirchweg“ sowie „Im Steu.“
2012 sollen dann der „Huteweg“, die „Freiherr-von-Stein-Straße“ sowie die „Marburger Straße“ erschlossen werden, allerdings immer vorausgesetzt, dass es genug Interessenten gibt.

In Frauenberg sind für 2011 die Erschließung der Straßen „Zu den Höfen“ und „Fichtestraße“ geplant.
In 2012 sei beabsichtigt, die Ganghoferstraße zu erschließen und ein Verteilnetz aufzubauen, so der Stadtwerke Bereichsleiter Kerner.
„Der Schwerpunkt richte sich aber immer nach den Wünschen der Interessenten,“ erklärte Reiner Sauer von den Stadtwerken.

„Aus Beltershausen – Frauenberg könnte als erstes Dorf im Grund ein Bioenergiedorf werden,“  so der Bürgmeister und erläuterte weiter: „Als nächstes Dorf könnte Heskem – Mölln, das heißt zunächst einmal das Neubaugebiet „Auf dem Brunkel“ und später die weitere Ortslage an die Biogasanlage angeschlossen werden“.
Bisher sind die Bewohner des Neubaugebiets an eine Flüssiggasleitung angeschlossen, doch die Verträge laufen in den nächsten Jahren aus.

Möglich gemacht werden diese Maßnahmen unter anderem durch die gute und partnerschaftliche Zusammenarbeit der Gemeinde mit den Stadtwerken. Diese zeigt sich auch darin, dass gleichzeitig mit Verlegung der Gasleitungen immer auch Glasfaserkabel mitverlegt werden, so dass zukünftig eine schnelle Breitbandversorgung im Grund gewährleistet werden kann. Mit dieser Maßnahme kommen die Stadtwerke als Kooperationspartner einem Wunsch seitens der Gemeinde nach.

„Wir haben  an die Stadtwerke nicht nur die Konzession vergeben, sondern diese wird auch gelebt und es ist schön zu sehen, dass weiter investiert wird“, sagte Bürgermeister Andreas Schulz, und Stadtwerke-Bereichsleiter für „Netze und Erzeugung“, Bernd Kerner, fasste abschließend zusammen: „Wir freuen uns über diese gute und zuverlässige Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister und der Gemeinde.“


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