Gemeinde legt auf die Innenentwicklung ihrer Dörfer großen Wert

Dienstag, 15. März 2011

Andere entdecken das Thema heute. Der Ebsdorfergrund hat das Thema Innenentwicklung schon immer für wichtig erachtet und die Altortslagen nicht nur erhalten, sondern gestärkt. Die Dorferneuerungsprogramme in Beltershausen-Frauenberg und Ebsdorf sowie in Heskem-Mölln, Hachborn und Ilschhausen beweisen das nachdrücklich. Sechs von 13 Dörfern wurden mittels der Dorferneuerungsprogramme nachhaltig gestärkt.

Zurzeit läuft das Dorferneuerungsprogramm in Wittelsberg an. Auch hier soll die Innenentwicklung vor der Außenentwicklung stehen und die Gemeinde hat sich sogar verpflichtet, keine weiteren Neubaugebiete in Wittelsberg mehr zu schaffen. Aber nicht nur über die Dorferneuerungsprogramme stärkt die Gemeinde ihre Ortslagen. In Dreihausen und Hachborn wurden neue Bürgerzentren geschaffen. Die Diskussionen über den Standort für das neue Bürgerzentrum in Dreihausen gingen damals auch dahin, ein Bürgerhaus vor die Tore von Dreihausen zu bauen. Heute sind alle Beteiligten, auch die, die damals den Standort kritisch sahen, einer Meinung, die Ortsmitte von Dreihausen hat gewonnen, übrigens auch durch den An- und Umbau der Gemeindeverwaltung und der Raiffeisenbank. Die Trennung des Auto- und des Fußgängerverkehrs in der „kommunikativen Mitte“ von Dreihausen tat ein Übriges. Die Ortslage von Dreihausen hat sich in den letzten Jahren positiv entwickelt.

Auch ohne Dorferneuerungsprogramm wurden in Roßberg und Wermertshausen die Altortslagen aufgewertet. In Roßberg geschah dies dadurch, dass die „Untergasse“ und die innerörtliche Durchgangsstraße „Dorfrain“ komplett erneuert wurden. Die Aufenthaltsfunktionen der Ortslagen in Wermertshausen und Roßberg wurden gestärkt, übrigens auch dadurch, dass beide Kirchen runderneuert worden sind. In Rauischholzhausen wurde die Altortslage dadurch aufgewertet, dass in den vergangenen fünf bis sechs Jahren sieben innerörtliche Straßen endausgebaut wurden. Darunter auch die Potsdamer Straße, die heute, ebenso wie die Roßdorfer Straße, im neuen Glanz erscheint. Durch die Herausnahme des Verkehrs aus Wittelsberg und Rauischholzhausen durch den Bau der Umgehungsstraße WIRARO wurde zudem die Aufenthaltsfunktion beider Altortslagen gestärkt.

Aber nicht nur baulich hat die Gemeinde einiges getan, sondern auch bei den weichen Standortfaktoren ist einiges geschehen. So ist es gelungen die Infrastruktur in der Gemeinde nicht nur zu erhalten, sondern in jüngster Zeit sogar auszubauen. Das dezentrale Versorgungskonzept mit fünf Kindergarten- und fünf Grundschulstandorten, einem Schulzentrum in Heskem-Mölln und einer dezentralen Nahversorgung, der geplanten neuen Rettungswache und die neuen Angebote in der Versorgung von älteren Menschen leisten ein Übriges. Alle Ortsvorsteher und das Kompetenzteam für den Strukturwandel in den Dörfern und für den konstruktiven Umgang mit dem demografischen Wandel unterstützen die Gemeinde dahingehend, dass es im Ebsdorfergrund besonders in den Altortslagen kaum Leerstand gibt. Das Leerstandsmanagement in der Gemeinde Ebsdorfergrund läuft positiv. Gerade weil die Gemeinde seit Jahren das Thema besetzt. Trotzdem will die Gemeinde auch auf Neubaugebiete nicht verzichten. Dabei legen die Gemeindeverantwortlichen großen Wert darauf, dass kein Dorf im Dorf entsteht. Oft sind es wie in Dreihausen lange geplante Baugebietserweiterungen, die innerörtliche Baulücken schließen. Die Neubaugebiete im Ebsdorfergrund arrondieren die vorhandene Bebauung und schließen die Entwicklung wie in Wittelsberg im Bereich der „Großen Waldwiese“ im Außenbereich ab. Auch der Verzicht auf das Erheben von Straßenbeiträgen zur Förderung der Ansiedlung und des Kaufes gebrauchter Immobilien in den Altortslagen ist ein Beitrag der Gemeinde die Dorfmitten attraktiv zu halten. Wer eine gebrauchte Immobilie in einer Altortslage kauft, muss im Ebsdorfergrund nicht damit rechnen, mit horrenden Straßenbeiträgen überzogen zu werden. Auch hier geht die Gemeinde im Landkreis Marburg-Biedenkopf einen einmaligen Weg. Einen Weg, den übrigens Bürgermeister Andreas Schulz bei einem Demokratiekongress im Hessischen Landtag vortragen durfte und dafür sogar mit der Hessenrose ausgezeichnet wurde.


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