Eröffnungsbilanz einstimmig beschlossen

Dienstag, 01. März 2011

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

am Montagabend beschloss die Gemeindevertretung einstimmig die Eröffnungsbilanz der Gemeinde Ebsdorfergrund. Kein alltäglicher Beschluss, sondern einmalig in der Geschichte der Gemeinde. Damit weiß nun jede/r wieviel die Gemeinde zum Stichtag 31.12.2008/01.01.2009 „wert“ war und wie die Gemeinde finanziell aufgestellt ist. 3 doppische Haushalte hat die Gemeinde seit der Umstellung der Kameralistik und die kaufmännische Buchführung aufgestellt. Alle 3 Haushalte waren ausgeglichen und hoben sich gegenüber den meisten Etats anderer Kommunen positiv hervor. Deshalb waren viele gespannt wie die Eröffnungsbilanz wohl aussehen mag. Ich bin natürlich als Kämmerer stolz darauf, dass meine 18-jährige Tätigkeit mit vielen Investitionen den „Wert“ der Gemeinde nicht nur gesteigert hat, sondern die Gemeinde – hätte sie es gewollt – in die Lage versetzt hat, schuldenfrei sein zu können. Heute, über 2 Jahre später, steht die Gemeinde sicherlich noch besser dar.
Nachstehend veröffentlichen wir eine Pressemitteilung zu dem Thema und zwei Grafiken mit deren Hilfe Sie einen noch besseren Überblick erhalten können.

Bedanken möchte ich mich

  1. bei der Bürgerschaft, die mich jeweils unterstützt hat, auch wenn Entscheidungen manchmal als Belastung empfunden wurden,
  2. bei den Gemeindeorganen, die meinen nachhaltigen finanzpolitischen Kurs ebenfalls
    mitgetragen haben,
  3. der Verwaltung, an der Spitze dem Fachbereichsleiter Finanzen, Uli Ley für die Arbeit u.a. bei der Bewertung von 6.500 Sachanlagengüter.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Schulz
Kämmerer

Ebsdorfergrund ist 38,2 Millionen Euro „wert“

Bürgermeister stuft Rating auf A+ ein/ Eröffnungsbilanz steht

Eine Kommune ist kein Wirtschaftsunternehmen. Trotzdem muss sie per Gesetz ihre Bücher fast genau so führen wie ein Betrieb. Und sie muss auflisten, was sie hat und wie sie dazu gekommen ist. Eine solche Bilanz hat Bürgermeister Kämmerer Andreas Schulz für die Gemeinde Ebsdorfergrund nun zum ersten Mal vorgelegt. Sie listet ein Vermögen von rd. 38,2 Millionen Euro auf, bei gut 4,08 Millionen Euro Schulden, rd. 4,02 Millionen Euro flüssige Mittel auf dem Konto und einer Eigenkapitalquote von fast 40 %. Stichtag ist der 01.01.2009. Den Schulden standen also zum Stichtag 01.01.2009 fast in gleicher Höhe flüssige Mittel gegenüber! Gäbe es keine Zinsfestschreibungen hätte bis auf rd. 7 Euro pro Einwohner die Gemeinde sich schuldenfrei stellen können.

Ebsdorfergrund ist eine von noch wenigen Gemeinden, die eine Eröffnungsbilanz vorweisen kann, die auch von der Revision geprüft und mit einem uneingeschränkten Genehmigungsvermerk versehen wurde. Wortwörtlich heißt es im Revisionsbericht „Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt“. Verwaltungsintern unter der kompetenten Leitung des Fachbereichsleiters Finanzen in der Gemeindeverwaltung, Herrn Uli Ley aber auch mit Hilfe Dritter hat die Gemeinde ihr Vermögen inventarisiert und bewertet. Für die Ermittlung mussten über 6.000 Anlagegüter/Zuschüsse erfasst und bewertet werden. Drei Jahre wurde daran gearbeitet. Nun steht das Ergebnis:

Wie sieht es nun konkret mit den Inhalten der Eröffnungsbilanz der Gemeinde Ebsdorfergrund aus?

Auf 31,5 Millionen Euro summieren sich die so genannten Sachanlagen der Gemeinde. Sie machen fast ihr gesamtes Vermögen aus. Der mit Abstand größte Einzelposten ist dabei die Abwasserentsorgungsanlagen mit rd. 10,4 Millionen Euro gefolgt von bebauten und unbebauten Grundstücken 5,99 Millionen Euro. Weitere große Posten, die als Sachanlage Vermögen der Gemeinde Ebsdorfergrund bestehen, sind

1. Wasserversorgungsanlagen 4,27 Mio Euro

2. BGH’s, Bürgerzentren und MZH’s 3,52 Mio Euro

3. Gemeindestraßen und Plätze 2,11 Mio Euro

4. Brand- und Katastrophenschutzeinrichtung 1,51 Mio Euro

5. Allg. Verwaltung / Verwaltungsgebäude 0,80 Mio Euro

6. Kindertagesstätten 0,66 Mio Euro

7.GrundBad Heskem-Mölln 0,36 Mio Euro

8. Friedhöfe 0,51 Mio Euro

9. Brücken und Durchlässe 0,23 Mio Euro

10. Spielplätze 0,34 Mio Euro

11. Servicehof 0,32 Mio Euro

Der zweite bedeutende Posten auf der Aktivaseite der Bilanz sind die flüssigen Mittel, mit denen die Liquidität der Gemeinde gesichert ist: Gut 4 Millionen Euro hatte Ebsdorfergrund am 31.12.2008 auf der Bank, besser gesagt: bei verschiedenen Banken.

Der größte Einzelposten ist ein Festgeldkonto bei der Raiffeisenbank Ebsdorfergrund

mit 1,5 Millionen Euro Guthaben. Auf dem Kontoauszug der Sparkasse Marburg-Biedenkopf stehen am Stichtag rd. 110.000 Euro. Darüber hinaus hatte die Gemeinde Festgelder und Rücklagen i. H. v. 2.415 Millionen Euro. Zusammen mit den Forderungen wie Steuern und Beiträge, die am 31.12.2008 noch bei der Gemeinde eingegangen waren, summiert sich das Vermögen von Ebsdorfergrund auf 38,2 Millionen Euro.

Mit dem Vermögen gegengerechnet werden die Zuschüsse, die die Gemeinde für Investitionen vom Kreis, Land oder Bund bekommen hat (rd. 7,81 Millionen Euro). Verrechnet werden auch die Beiträge (Straßen-, Erschließung-, Kanal- und Wasseranschluss) von rd. 4,11 Millionen Euro, mit denen die Bürgerinnen und Bürger aus dem Ebsdorfergrund Teile dieses Vermögens direkt finanziert haben.

Schließlich werden noch Geld für Pensionen (rd. 1,3 Mio. Euro) sowie für die Kreisumlage und den Finanzausgleich (rd. 4,35 Mio. Euro) zurückgelegt. Zieht man neben den Verbindlichkeiten aus der Übergangsbuchhaltung, die Darlehen und den sonstigen passiven Bilanzpositionen wie z. B. den Rückstellungen in Höhe von rd. 6,17 Mio. Euro von der Aktivaseite ab, bleiben genau 14.460.599,18 Euro übrig:

Wichtig für die Gemeindeverantwortlichen war auch, Rückstellungen für die späteren Pensionsverpflichtungen zu bilden. Nachhaltig denken heißt in diesem Fall aber auch die Bilanz zu belasten.

39 % des Vermögens macht das Eigenkapital in der Eröffnungsbilanz der Gemeinde Ebsdorfergrund aus. Demgegenüber beträgt die Fremdkapitalquote nur 14,4 %. Auch was die Liquidität 1. Grades anbetrifft, steht die Gemeinde Ebsdorfergrund zum Stichtag hervorragend da. Bei der Liquidität 1. Grades werden die flüssigen und die kurzfristigen Verbindlichkeiten (Restlaufzeit ein Jahr) ins Verhältnis gesetzt. Damit soll die Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens bewertet werden. Beträgt die Liquidität 1. Grades über 100 %, können allein mit den liquiden Mitteln alle kurzfristigen Verbindlichkeiten gedeckt werden. Die Zahlungsfähigkeit ist dann sehr hoch. Bezogen auf die Zahlen der Eröffnungsbilanz errechnet sich für die Gemeinde Ebsdorfergrund ein sehr guter Wert von 387 %.

„All diese Quoten sind sehr gut“, sagt Bürgermeister Andreas Schulz. „Sie zeigen, dass über Jahre hin viel investiert und mit diesen Investitionen Werte geschaffen worden seien. Trotz der finanziell schwierigen Jahre in jüngster Vergangenheit mit den massiven Einbrüchen z. B. bei der Gewerbesteuer und den Belastungen durch das Land Hessen und den Landkreis Marburg-Biedenkopf, gehört Ebsdorfergrund wohl zu den wohlhabenden Gemeinden im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Gäbe es eine Benotung der Banken für Kommunen, was die Kreditwürdigkeit anbeträfe, würden wir mit einer Bewertung von A + abschneiden“, so Bürgermeister Andreas Schulz abschließend.

Weitere Infos…
(Bitte anklicken)

Aktiva der Eröffnungsbilanz 

Passiva der Eröffnungsbilanz

 

 

 

 

 


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