Goldmedaillen für Metzgerei Kutsch in Ebsdorf

Donnerstag, 19. August 2010

Heimische Betriebe im Grund haben einiges zu bieten, vor allem Produkte von hoher Qualität. Dies bewies einmal mehr die Metzgerei Kutsch aus Ebsdorf, die bei der diesjährigen internationalen fleischwirtschaftlichen Fachmesse in Frankfurt (IFFA) zwei Auszeichnungen in Gold erhielt:

Eine Goldmedaille für ihre hervorragende Bratwurst und eine zweite für ihren außergewöhnlichen Lachsschinken.

Die Bratwurst der Metzgerei Kutsch wurde bereits zum zweiten Mal in Folge mit Gold prämiert. Im Jahre 2007 anlässlich der letzten Fachmesse gab es erstmals hierfür die höchste Auszeichnung.

„Ich wusste schon immer, dass es in Ebsdorf die weltbesten Bratwürstchen gibt“, so Bürgermeister Andreas Schulz, der die Goldmedaillen-Gewinner in ihrem Familienbetrieb in Ebsdorf besuchte, um den Preisträgern zu gratulieren.

Der internationale Qualitätswettbewerb für verschiedene Produkte des Fleischerhandwerks wurde vom Deutschen Fleischer – Verband im Rahmen der IFFA durchgeführt.

Die IFFA ist die Weltleitmesse der Branche und zeigt Innovationen, Produkte und Trends für das Fleischerhandwerk.

„Diese Messe findet alle drei Jahre statt,“ so Kai Kutsch, der zusammen mit seinem Vater Konrad an dem diesjährigen internationalen Wettbewerb teilnahm.

Rund 900 Unternehmen präsentierten ihre Technologien, Produkte und Dienstleistungen aus aller Welt und informierten über die neuesten Trends. Jedes Fleischerfachgeschäft aus dem In- und Ausland konnte teilnehmen.

Bewertet wurden die Produkte nach den folgenden Qualitätsmerkmalen:

  1. die äußere Herrichtung und Beschaffenheit,
  2. das Aussehen,
  3. die Farbe und Zusammensetzung sowie Konsistenz,
  4. der Geruch
  5. der Geschmack

Dass die Produkte der Metzgerei Kutsch diese Merkmale nicht nur voll und ganz erfüllten, sondern auch qualitativ herausragend waren,  zeigten die beiden gewonnen Goldmedaillen.

„Wir nehmen außerdem jedes Jahr mit Erfolg an einer freiwilligen Selbstkontrolle teil,“ erklärte Kai Kutsch, denn es komme ihnen auf die Qualität an. Und die müsse auch objektiv geprüft werden.

Seit über 50 Jahren befindet sich der Familienbetrieb der Metzgerei Kutsch am selben Standort in Ebsdorf und wurde von Generation zu Generation weiter geführt.

Das Sortiment ist im Laufe der Jahre größer und reichhaltiger geworden, man musste sich auf veränderte Kundenwünsche einstellen und immer neue Produkte auf den Markt bringen.

In den Anfängen dieses Betriebes gab nur etwa vier Wurstsorten: Fleischwurst, Leberwurst, Blutwurst und Rote Wurst.

Später dann kam der Aufschnitt dazu.

„Viele ältere Leute bestellen heute noch feine Wurst,“ so Nicole Kutsch. Damit meinen sie den Aufschnitt, der zu früheren Zeiten noch nicht so bekannt war.

Da man heutzutage mit der Zeit gehen – und sich den wirtschaftlichen Herausforderungen  anpassen muss – hatte die Metzgerei eine innovative Idee:

Seit dem letztem Jahr gibt es im Familienunternehmen ein weiteres Betätigungsfeld, – nämlich einen mobilen Imbisswagen.

Dieser Imbisswagen, genannt die graue Maus ist in den Sommermonaten unterwegs und bietet die selbst hergestellten Produkte vor Ort an. Außerdem gibt es Veranstaltungen auf dem eigenem Hof.

Und wenn auch vieles sich im Laufe der Zeit verändert hat, eines ist nach wie vor gleich geblieben: „Die Bratwurst ist der Verkaufsschlager“, so Kai Kutsch.

Wer die Goldmedaillengewinner mit ihrer „Grauen Maus“ buchen möchte, der kann sich telefonisch unter der Rufnummer 06424-1278 oder per Email Metzgerei.Kutsch@t-online.de anmelden.


Metzgerei Kutsch: Von ihren Anfängen bis heute:

Die Metzgerei Kutsch kann auf eine lange Familien- und Firmentradition zurückblicken, – und diese kann die 74-jährige Katharina Rauch, deren Vater die Metzgerei gegründet hat, ganz genau erzählen.

Gegründet wurde die Metzgerei von Heinrich Bender am 1. August 1939, und zwar in der heutigen Gaststätte Weidemüller. Zu jener Zeit gab es dort nicht nur die Gastwirtschaft, sondern auch die Metzgerei.

Ein Jahr später schon musste diese geschlossen werden, weil Heinrich Bender zur Wehrmacht eingezogen wurde.

Bedingt durch die Kriegsgefangenschaft wurde die Metzgerei dann erst mehr als 8 Jahre später wieder eröffnet, und zwar am 1. Juli 1948.

„Mit Einführung der D-Mark kam der Aufschwung“, so Katharina Rauch.

In den Jahren 1948 bis 1950 entstand die heutige Metzgerei in der Bortshäuser Straße 14.

Der Umzug fand am 22. Juni 1950 statt, – das war auch das Datum der 1250-Jahr-Feier von Ebsdorf.

„Nach dem Umzug fing die Arbeit erst richtig an“, erzählte die 74-jährige weiter und fügte hinzu: „Der heutige Ortsvorsteher  Heinrich Kutsch war der erste Lehrling, der von 1954 bis 1957 in der Metzgerei ausgebildet wurde.“

Zwar befand sich der Betrieb nun in der Bortshäuser Straße, doch das Schlachthaus und die Wurstküche waren zunächst bei Weidemüller geblieben. – Und dies bedeutete naturgemäß viel Arbeit: „Wir mussten manchmal ein halbes Schwein von einem Ort zum anderen tragen“, so die 74-jährige weiter.

1957 lernte Katharina Rauch ihren Mann Heinz kennen. Da dieser ein Bäckergeselle war, begann er eine Umschulung und absolvierte im Jahr 1965 die Meisterprüfung als Metzger in Kassel.

Zur gleichen Zeit bekam die Metzgerei Bender, nach Erfüllung der Kriterien und Auflagen, die Berechtigung das Fleischereifachabzeichen zu führen.

In den Jahren 1957 bis 1959 wurde das Schlachthaus in der Bortshäuser Straße gebaut und nach Fertigstellung konnte endlich die Produktion zur Metzgerei verlegt werden.

Katharina und Heinz Rauch übernahmen die Metzgerei am 1. Januar 1974. „Es folgten viele  Jahre harte, aber erfolgreiche Arbeit“, sagte Katharina Rauch.

Nach 22 Jahren wurde der Betrieb 1996 an Tochter Elke und ihren Ehemann Konrad Kutsch übergeben.

Heute ist schon die vierte Generation des Familien-Unternehmens im Betrieb tätig. Nach den Urgroßeltern Bender, den Großeltern Rauch, den Eltern Konrad und Elke Kutsch arbeiten seit einigen Jahren auch Sohn Kai und seine Frau Nicole in der Metzgerei.

Und damit paart sich Tradition mit Innovation, – eine ziemlich erfolgreiche Kombination, was auch die beiden Goldmedaillen beweisen.

Metzgerei Kutsch in Ebsdorf


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