Nach dem Müll soll nun auch noch das Abwasser günstiger werden

Donnerstag, 12. August 2010

Bürgermeister Andreas Schulz will alle Spielräume nutzen, den Bürgern seiner Gemeinde niedrigere Gebühren zu ermöglichen. Dabei gilt es das Gebot zu beachten kostendeckende Gebühren zu erheben und sie nicht über Kredite auf Kosten unserer Kinder zu subventionieren. Genau dies geschieht im Grund schon seit Jahren. Möglich macht die geplante Gebührensenkung im Abwasserbereich die Ministerin Lautenschläger. Sie hat kurzerhand längere Untersuchungsfristen für die Abwasserkanäle in einer Neufassung der Abwasserkontrollversorgung festgesetzt. Diese bestimmt, dass jede Gemeinde den Zustand ihrer Abwasserkanäle zu prüfen und wenn notwendig Reparaturen vorzunehmen hat.

Die positive Nachricht ist nun, dass das Intervall in dem die Überprüfungen, die jetzt schon in die Wiederholung gehen, von 10 auf 15 Jahre ausgedehnt wurde. Damit bekommen die Kommunen für die Erfüllung dieser Pflichtaufgabe, die eine Vorgabe der Europäischen Union ist, Zeit bis zum Jahr 2025. Die Gemeinde Ebsdorfergrund hat vor einem Jahr die erste Prüfung aller Kanäle abgeschlossen. Für die Wiederholung sind jetzt noch 14 Jahre Zeit. Das spare jedes Jahr Geld, weil die Abstände für die Untersuchungen länger werden, erklärte Andreas Schulz. Dieser Sachverhalt soll den Bürgerinnen und Bürgern zugute kommen.

Für die Gemeinde Ebsdorfergrund heißt das, dass die Gebühren pro Kubikmeter Abwasser um 10 Cent von 4,10 Euro auf 4,00 Euro, mit Ziel 3,90 Euro, gesenkt werden. Damit habe die Gemeinde Ebsdorfergrund im Vergleich mit Gemeinden, die Verbandsmitglieder im Zweckverband Mittelhessische Abwasserwerke (ZMA) seien, wesentlich niedrigere Gebühren, sagte Verwaltungschef Andreas Schulz. Er informierte, dass hier die Gebührensätze zwischen 4,65 und 5,50 Euro pro Kubikmeter Abwasser lägen was eine Mehrbelastung der Bürger dort bei 120 cbm Verbrauch im Jahr für eine vierköpfige Familie von 96,00 Euro bis 180,00 Euro bedeutet (gegenüber dem Ebsdorfergrund). Den Unterschied erklärte der Verwaltungschef damit, dass es die richtige Entscheidung gewesen sei, die Wasser- und Abwasserversorgung nicht aus den eigenen Händen gegeben zu haben. Trotz hoher Kosten für die Unterhaltung von vier Kläranlagen und dem Bau vieler Regenrückhaltebecken, sei diese positive Bilanz möglich, so Bürgermeister Andreas Schulz.

Ebenso „überraschend und erfreulich“ war die zweite Nachricht des Briefes der Ministerin. Diese ist relevant für die Hausbesitzer und betrifft die Prüfungspflicht der privaten Anschlüsse an das Abwassersystem. Die Frist in der diese erstmals überprüft werden müssen, wurde von 2015 auf das Jahr 2025 erweitert. Das Intervall für die Wiederholungsprüfung wurde von 20 auf 30 Jahre verlängert.


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