Der Servicehof der Gemeinde Ebsdorfergrund und seine verschiedenen Aufgabengebiete stellen sich vor:

Donnerstag, 10. April 2014

Teil 13: Die Feldwege

Feldwege dienen überwiegend land – oder forstwirtschaftlichen Zwecken, indem sie den Zugang zu den zahlreichen Grundstücksparzellen in der Gemarkung für deren Eigentümer, bzw. Nutzer gewährleisten.

unbefestigter WegDie Feldwege sind aber auch wichtig zur Naherholung. Spaziergänger und Wanderer nutzen sie gerne.
Ihr Erhalt dient auch dem Erosionsschutz.
Oft sind die Wegeseitenränder auch Lebensraum für Kleintiere und Insekten.

Man unterscheidet zwischen

  • befestigtem (Wirtschaftsweg)
  • und unbefestigtem (Grünweg) Ausbauzustand.

Befestigte Wirtschaftswege können im Fahrbahnbereich vollständig in Asphalt ausgeführt sein, alternativ auch in Beton, als sog. Spurweg ebenfalls in Asphalt, bzw. Beton lediglich im Spurbereich befestigt sein oder mit mineralischem Material als „Schotterweg“ befestigt sein.

Wie bei allen Straßenarten ist auch für die Wirtschaftswege die Ableitung von Oberflächenwasser im Hinblick auf Unterhaltung und Lebensdauer von Wichtigkeit. Daher müssen entlang der befestigten Feldwege von Zeit zu Zeit die Banketten abgeschoben werden um den seitlichen Abfluss des Regenwassers zu gewährleisten.

Grundsätzlich sind die Anforderungen an die Verkehrssicherungspflicht für einen Feldweg sehr viel geringer, als für sonstige Straßen. Wegebenutzer (auch vor allem „Sekundärnutzer“ wie Radfahrer, Wanderer und Reiter) müssen mit Unebenheiten, Schlaglöchern, Steinen und Baumwurzeln auf den Wegen rechnen.

befestigter WegDefinition, Nutzung der Feld- und Wirtschaftswege sowie Pflichten der Anlieger sind in der „Satzung über die Benutzung der gemeindlichen Feld- und Waldwege der Gemeinde Ebsdorfergrund “ geregelt.

Auch gemeindliche Einrichtungen werden durch Feldwege erschlossen:

  • Die Zuwegung zum Hochbehälter Beltershausen-Frauenberg
  • Der Wirtschaftsweg von Ebsdorf/Leidenhofen von Heskem-Mölln und Dreihausen

Die Gemeinde Ebsdorfergrund hat mit ihren Landwirten, die in den Jagdgenossenschaften oder bei den Waldinteressenten vertreten sind, eine Vereinbarung, wonach sich diese beiden Organisationen an den Unterhaltungskosten dieser Wege beteiligen.

Für jeden Euro, den die Jagdgenossenschaften, bzw. die Waldinteressenten für die Unterhaltung der Feld-, Wald-, und Wirtschaftswege ausgeben, gibt die Gemeinde ebenfalls einen Euro dazu. Dieses seit Jahren erfolgreich praktizierte Modell ist unter der Bezeichnung „50:50 Regelung“ bekannt.

Der finanzielle Gesamtumfang ist im sogenannten „Landwirtebudget“ im Haushaltsplan der Gemeinde verankert. Die von den Jagdgenossenschaften, bzw. Waldinteressenten vorgetragenen Anmeldungen, in welchen Gemarkungsteilen Wege saniert, Wegeseitengräben geöffnet werden usw., werden in einer 2 x jährlich stattfindenden Versammlung der Ortslandwirte unter Federführung des Bürgermeisters und Beteiligung der zuständigen Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung erörtert.

Auf diese Weise entsteht ein jährliches Sanierungsprogramm, welches gewährleistet, dass die zur Verfügung stehenden Finanzmittel zielgerichtet eingesetzt werden.

Bei aktuellen Angelegenheiten, bzw. Belangen, die nicht nur die Interessen der Landwirtschaft und Jagdgenossen berühren, haben nach entsprechender fachlicher Abwägung die Entscheidungen der Gemeindeverwaltung Priorität.

Ansonsten bestimmen die Ortslandwirte im Ebsdorfergrund über die Verwendung des Landwirtebudgets in der Feldgemarkung. Bürgermeister Andreas Schulz hat diese „Selbstverwaltung“ zugunsten der Landwirtschaft vor einigen Jahren im Ebsdorfergrund eingeführt.

Die Nutzung und Belastung der Wirtschaftswege – und damit ihre Bedeutung – haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Die landwirtschaftlichen Maschinen sind größer und schwerer geworden.

Auf Naherholungssuchende wie Radfahrer, Spaziergänger und Reiter muss Rücksicht genommen werden.

Nicht selten kommt es zu Interessenkonflikten, wenn versehentlich einzelne Landwirte durch „großzügiges“ Pflügen die Banketten beschädigen und die Wege verschmutzen oder wenn z.B. durch Hunde, die im Grasstreifen der Wege Ihr „Geschäft“ verrichten dazu beitragen, dass die Grünstreifen, die früher von den Landwirten gemäht und mit verfüttert wurden, jetzt nicht mehr nutzbar sind und „vor sich hingammeln“.

Eine ärgerliche Erscheinung ist das Entsorgen von illegal in der Feldgemarkung entsorgtem Müll. Bei einem solchen Fund wird in jedem Fall die Polizei eingeschaltet und die Fundstücke werden auf Hinweise auf den Verursacher durchsucht. Diese Vorgehensweise hat durchaus Erfolg!

Ein besonderes Ärgernis ist die Inanspruchnahme gemeindlicher Grundstücke unter Missachtung der durch die Gemeinde vorgegebenen Verfahrensweise. Die Gemeinde hat festgestellt, dass gemeindliche Flächen und auch Wege ohne Genehmigung zweckentfremdet genutzt, bzw. die Wege teilweise oder ganz beseitigt und zu Ackerland gemacht wurden.

Entsprechende Schritte gegen die betreffenden Verursacher sind durch die gemeindlichen Gremien eingeleitet. Letztlich ist der Schutz des Eigentums ein hohes Rechtsgut in einer Demokratie. Das gilt selbstverständlich auch für gemeindliches Eigentum.

Der Ebsdorfergrund hat eine Gesamtfläche von insgesamt rd. 73 km² in einer reizvollen Landschaft. Die Gemeindeverantwortlichen werden alles tun, um das Feldwegenetz auch für künftige Generationen als wesentlichen Bestandteil der Infrastruktur für alle Bürger zu erhalten.

Es stellt auch einen wichtigen Baustein für die Entwicklung des sanften Tourismus dar.

 

 


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