Der Servicehof der Gemeinde Ebsdorfergrund und seine verschiedenen Aufgabengebiete stellen sich vor:

Mittwoch, 19. März 2014

Die Obstbaumpflege

ObstbaumDie Gemeinde Ebsdorfergrund verfügt in ihren 11 Ortsteilen zum Teil über beachtliche und außergewöhnliche, teilweise sehr alte Obstbaumbestände.
Die Obstbaumbestände folgen einer langen und alten Tradition und sicherten über lange Zeiträume hinweg die Versorgung der Einwohner mit Früchten und vielen weiteren Folgeprodukten (Säfte, Marmeladen, Dörrobst, Weck-Obst, Weine, Most und vieles mehr). Viele engagierte Bürger haben teilweise über Jahrzehnte am Entstehen und Erhalten der Bestände mitgewirkt.
Teilweise handelt es sich auch um Obstsorten und Arten die nicht mehr oder nur sehr schwer zu bekommen sind. Die alten Bestände gilt es zu schützen und zu pflegen. Sie stellen einen Obstbaum Genschatz dar. Zudem möchte die Gemeinde ihren Bewohnern diesen alten und wertvollen Obstbaumschatz vermehrt in die Beachtung, Wahrnehmung und letztendlich auch deren Nutzung bringen.
Hier hebt sich besonders der Ortsteil Beltershausen-Frauenberg mit seinen zum Teil bereits im Ort beginnenden Obstbaumalleen, die schon vor ca. 100 Jahren angelegt wurden, hervor.

Ab Herbst 2012 übernahm die Gemeinde die Pflege der Obstbäume. So konnte ab Herbst 2012 der Baum- und Fachwart Dieter Karle für die Obstbaumpflege gewonnen werden. Herr Karle ist zudem staatlich ausgebildeter Forstwirt und Baumkletterer sowie leidenschaftlicher Obstbaumpfleger.
In Zusammenarbeit mit Mitarbeitern vom Servicehof obliegen ihm die weiterführende Pflege der Obstbäume.
Die Vielfalt des Aufgabenbereiches, der Bäume und der notwendigen Maßnahmen verlangen eine gute Ausstattung an Sicherheitsausrüstung, Handwerkzeugen, Hilfsmitteln und Geräten. So kommt bei seinen Pflege- und Schneidearbeiten von der Gartenschere über Handsägen und Getriebeastscherenscheren bis zur Motorsäge und Hochentaster alles zum Einsatz was der Gärtner und Baumpfleger kennt.

Die Baumschnittarbeiten werden in der Regel auf zwei bis drei Arbeitsblöcke pro Jahr verteilt. Geschnitten und gepflegt wird im Vorfrühling, Sommer und Herbst. Wie und was an den Bäumen geschnitten wird, verraten die Schnitt- und Wachstumsgesetze, die Vielfalt der Bäume sowie der zu beachtende Artenschutz und die Vorgaben der Naturschutzbehörde. So sind z.B. Brut-und Nisthöhlen zu erhalten.
Standsicheres Totholz wird dann nicht entfernt. Nicht zu vergessen ist die Verkehrssicherung, die insbesondere innerorts beachtet werden muss. Hier wird Baumkontrolle und Baumpflege zu einer funktionellen Einheit. Parallel zu den Pflege- und Schnittarbeiten fertigt der Baumwart ein sog. Obstbaumkataster an. Dieses nach und nach entstehende Verzeichnis ermöglicht zukünftig eine gute Planung und einen Überblick über die vorhandenen Obstbäume.

Bei Frost sowie Nebelnässen und Regen führt der Baumpfleger keine Schnittmaßnahmen durch. Dies begründet sich durch die erhöhte Unfallgefahr, die mögliche Schädigung, wenn bei tiefem Frost geschnitten wird sowie wie die erhöhte Infektionsgefahr durch Pilze und andere Baumschädlinge bei unpassendem Wetter.
Viele der Arbeiten können von der Leiter aus durchgeführt werden. Für manche sehr hohe und alte Bäume stellt der Servicehof eine extra und tageweise angemietete Gelenkarbeitsbühne zur Verfügung. Diese ermöglicht und sichert die Arbeit an sog. „schwierigen Fällen“.

Die Mitarbeiter vom Servicehof sichern während der Schneidemaßnahmen den Bodenraum, den Verkehr, achten auf Passanten und versorgen schnellstmöglich den anfallenden Astschnitt. Dieser wird zum Servicehof gebracht und von dort aus ordnungsgemäß entsorgt. Kurzfristige aber notwendige Absprachen zum Arbeitseinsatz oder witterungsbedingte Änderungen werden unproblematisch von der Servicehofleitung gemeistert.

Grundsätzliches zur Obstbaumpflege

Obstbäume sind Kulturpflanzen und benötigen eine wiederkehrende Pflege. Bleibt diese aus, so verwildern und vergreisen die Bäume. Durch Überwuchs und Überbau drohen ganze Bereiche auszubrechen. Ungepflegte Bäume erhalten im Inneren kein Licht, keine Luft und keine Sonne.

Die Folgen sind: unförmiger Wuchs, kranke Bäume, schadhafte Stellen, schlechtes und kleines Obst, hohe Anfälligkeit für Schädlinge und Krankheiten sowie deren Verbreitung. Obstbaumpflege ist auch aktiver Naturschutz.

Die meisten Obstbäume in und um die Gemeinde erfüllen den Charakter von Streuobstwiesen. Streuobstwiesenbäume prägen die Landschaft, stellen eine der artenreichsten Biotope dar und sollen bis zu 5000 Tier- und Pflanzenarten beherbergen.

Langfristige Ziele der Obstbaumpflege sind die Erhaltung von großkronigen Apfel- und Birnenhochstämmen,

– die über lange Zeit stabil bleiben
– über lange Zeit vital bleiben
– verwertbares Obst liefern
– leicht zu pflegen und
– leicht zu nutzen sind

Kronenpflege am Obstbaum ist Wellness für den Baum, bringt gesunde Bäume hervor und fördert gesundes und schönes Obst.

Heimisches Obst für heimische Bürger.

 


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