Der Servicehof der Gemeinde Ebsdorfergrund und seine verschiedenen Aufgabengebiete stellen sich vor:

Donnerstag, 13. März 2014

Teil  9: Der Winterdienst

Unter Winterdienst versteht man die Erhaltung der Verkehrssicherheit auf Straßen, Plätzen und Wegen bei Behinderungen durch Schnee oder Eis. Sie dient der Unfallvorsorge und Gewährleistung der sicheren Befahr- und Begehbarkeit.

Grundsätzliches

Matthias Hentschel vor einem WinterdienstfahrzeugDie rechtlichen Grundlagen zum Winterdienst finden sich im Bürgerlichen Gesetzbuch, im Bundesfernstraßengesetz, den Straßengesetzen der Länder und natürlich in den örtlichen Straßenreinigungssatzungen.

Verantwortlich ist der jeweilige Baulastträger. Für die Gemeinde bedeutet dies, dass sie für die gemeindlichen Straßen innerorts verantwortlich ist. Die Straßen außerhalb geschlossener Ortschaften im Gemeindegebiet werden vom Land Hessen, durch die Fachbehörde „Hessen Mobil“, winterdienstmäßig betreut. Auch für innerörtliche Landes- und Kreisstraßen ist Hessen Mobil zuständig.

Streupflicht auf Fahrbahnen besteht nur an gefährlichen und verkehrswichtigen Stellen. Auf Nebenstraßen oder auf Straßen ohne besondere Gefahrenpunkte besteht keine Streupflicht.

Außerdem kommt es auf die finanzielle Leistungsfähigkeit der Gemeinde an, wie umfangreich sie ihren Streu – und Räumungsplan definiert.

Die im Winterdienstfahrplan der Gemeinde enthaltenen Straßen wurden nach diesen Gesichtspunkten ausgewählt und vom Gemeindevorstand so beschlossen. Für die gesamte Winterdienstplanung ist die Gemeinde im Übrigen schon ausgezeichnet worden.

Die Gemeinde Ebsdorfergrund nutzt außerdem spezielle Wettervorhersagen, die in der Saison 2 x täglich per Mail geliefert werden, um einen differenzierten Winterdienst zu ermöglichen. Darüber hinaus erfolgt durch einen diensthabenden Kollegen zu einer festgelegten Zeit eine „Wetterkontrolle“, bei der die unterschiedlichsten Örtlichkeiten berücksichtigt werden. Natürlich ist in höher gelegenen Ortsteilen eher ein Winterdienstbedarf gegeben.

Die Winterdienstsaison ist festgelegt auf den Zeitraum vom jeweils 01.11. bis zum 28./29.02. des Folgejahres. Je nach Witterung kann dieser Zeitraum vorverlegt, verlängert oder verkürzt werden.

Winterdienstausstattung

Geräte

WinterdienstfahrzeugeDie Gemeinde Ebsdorfergrund hat 2 Fahrzeuge, die über eine besondere Winterdienstausrüstung verfügen:

Der Lkw „Atego“

Dieses Fahrzeug wurde mit

•einer speziellen Hydraulik,
•einem 2 cbm fassenden Tellerstreuer,
•einem Schneepflug,
•Schleuderketten und Schneeketten

ausgerüstet.

Die zusätzlichen Kosten hierfür bei der Beschaffung betrugen ca. 49.000 Euro.

Der Traktor „John Deere“

Auch dieses Fahrzeug hat eine Zusatzausrüstung, bestehend aus

•der Hydraulik,
•dem Schneeschild,
einem 0,8 cbm fassenden Streuer und Schneeketten.
Die zusätzlichen Kosten hierfür beim Fahrzeugkauf betrugen ca. 16.000 Euro.

Zur weiteren Ausstattung gehören

•zwei Salzsilos und
•eine Verladeschnecke

mit einem Beschaffungswert von insgesamt  ca. 25.000 Euro. Die Gemeinde Ebsdorfergrund hat demzufolge ca. 90.000 (!) Euro investiert, um überhaupt mit entsprechender Geräteausstattung Winterdienst leisten zu können.

Personal

Natürlich nutzt das beste Fahrzeug nichts ohne Fahrer. Jeweils 2 Mitarbeiter des Servicehofes haben abwechselnd jeweils eine Woche im 3-wöchigen Turnus Bereitschaftsdienst.

Für diese Mitarbeiter beginnt der Dienst während der Bereitschaftszeit bereits um 05.00 Uhr morgens, um im Bedarfsfall rechtzeitig vor Beginn der Hauptverkehrszeit ausrücken zu können. Ziel ist es, innerhalb von 2 Stunden die festgelegte Tour geräumt, bzw. gestreut zu haben. Sonntags beginnt die Bereitschaftszeit erst um 06:00 Uhr morgens, in den Abendstunden endet die Rufbereitschaft grundsätzlich um 19:30 Uhr.

Die anderen Mitarbeiter des Servicehofes leisten während der üblichen Dienstzeit mit Schneeschiebern und Besen manuellen Winterdienst bei gemeindlichen Liegenschaften.

Hier freut sich die Gemeinde über die Unterstützung von Anliegern, die so manche Bushaltestelle im Bereich ihres Grundstückes schon früh am Morgen mit räumen.
Herzlichen Dank dafür.

Einsatzkosten

Aus dem Jahresdurchschnitt errechnet sich im Mittel eine Einsatzzeit von ca. 2,5 Stunden pro Einsatz und Fahrzeug. Dabei werden – ebenfalls im Durchschnitt – ca. 1,5 Tonnen Streusalz verbraucht. Eine Tonne Streusalz (lose Ware) kostete in der vergangenen Saison 94 € brutto (Tagespreis).

Zusammenfassend muss (zugrunde gelegt wurden 4 Jahre) für den Personaleinsatz, den Betrieb des Fuhrparks, den Salzeinkauf, die notwendige Reparaturen an den Gerätschaften und bei Berücksichtigung der Abschreibungskosten eine Summe von ca. 50.000 € jährlich für den Winterdiensteinsatz kalkuliert werden.

Im Zeichen rückläufiger Einnahmen ist die Kostenseite natürlich ein bedeutender Faktor dafür, dass der Winterdienst nicht beliebig ausgeweitet werden kann, sondern eher noch eingeschränkt werden muss. Hierzu zählt auch der der sparsame Einsatz von Auftausalz. Dieses trägt nicht nur durch die Beschaffungskosten, sondern insbesondere durch seine zerstörerische Wirkung auf die vorhandene Bausubstanz, die Natur (Grundwasser, Pflanzen…) sowie auch auf die Fahrzeuge zu immensen Kosten bei.

Service

SilosGibt es bei extremen Wetterlagen bei nicht im Streuplan enthalten Straßen Probleme, die nicht von den Anliegern allein bewältigt werden können, besteht die Möglichkeit, beim Servicehof anzurufen und dies mitzuteilen. Nach Abarbeitung des festgelegten Plans fahren wir dann – freie Kapazitäten vorausgesetzt –  mit dem Schneepflug auch durch Seitenstraßen.

Diese Einsätze sind nicht immer unproblematisch, da in engen Seitenstraßen der Schnee letztlich nur anders verteilt wird, d.h., dass bei Grundstückseinfahrten mit verstärkten Behinderungen zu rechnen ist. Ebenfalls kann die Parksituation negativ beeinträchtigt werden.

Bei extremen Wetterlagen kann der Einsatz gegen Eis und Schnee am Ende nur im Zusammenwirken von Bürgern (im Rahmen der Straßenreinigungssatzung) und Gemeinde (im Rahmen des Räum- und Streuplanes) erfolgen. Generell müssen sich die Verkehrsteilnehmer auf die winterlichen Witterungsverhältnisse einstellen und den damit verbundenen Gefahren durch gesteigerte Aufmerksamkeit, entsprechendes Schuhwerk oder angepasste Fahrweise begegnen.

 

 

 

 

 


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