Der Servicehof der Gemeinde Ebsdorfergrund und seine verschiedenen Aufgabengebiete stellen sich vor:

Mittwoch, 19. Februar 2014

Wochenserie, Teil 6: Die Friedhöfe

Das Bestreben der Völker und Menschen, ihre Toten zu ehren, ist so alt wie die Menschheit selbst. Wenn auch die Bergung der sterblichen Überreste der Menschen der Notwendigkeit entsprach, schädlichen Einwirkungen der Verwesung auf die Lebenden vorzubeugen, so wurde es doch schon in frühesten Zeiten als heilige Pflicht empfunden, den Toten eine würdige Bestattung zu bereiten.

Geschichtlicher Hintergrund

Alter Friedhof Dreihausen
Das Gefühl der Totenehrung beseelt die Menschen nicht erst seit Aufkommen des Christentums, Zeichen der Totenehrung finden sich vielmehr schon vor über 100000 Jahren.

Die Totenbestattung blieb bis zum Ende des 18. Jahrhunderts eine grundsätzliche kirchliche Angelegenheit. Erst in neuerer Zeit, im 18. und 19. Jahrhundert, hat der Staat dem Bestattungswesen seine Aufmerksamkeit zugewandt. Die Auffassung, dass es sich hierbei um ein Stück „öffentlicher Verwaltung“ handele, „kristallisierte“ sich zuerst in den Städten heraus.

Insbesondere der „Blick“ auf allgemeine gesundheitspolizeiliche Aspekte führte zu einem Eingreifen des Staates. Etwa seit Ausgang des 18. Jahrhunderts ergingen daher in vielen Ländern generelle, zum Teil einschneidende Bestimmungen zur Ordnung des Begräbniswesens.

Die Bestattung der irdischen Reste der Verstorbenen erfolgt dabei auf den „Friedhöfen“.

Friedhöfe im Ebsdorfergrund

Friedhof Roßberg (2)Die Gemeinde Ebsdorfergrund betreibt und unterhält

in den Ortsteilen

•Dreihausen
•Heskem-Mölln
•Roßberg
•Wermertshausen
•Hachborn
•Ilschhausen und
•Rauischholzhausen

flächenmäßig insgesamt 10 Friedhöfe (in den Ortsteilen Dreihausen und Hachborn jeweils einen Alten und einen Neuen Friedhof) in eigener Zuständigkeit, wobei die Verwaltung der Friedhöfe auf Grundlage der Friedhofsordnung der Gemeinde Ebsdorfergrund erfolgt.

Nach dieser stellt die Gemeinde beispielsweise verschiedene Arten von Grabstätten für Erdbestattungen (Reiheneinzel-, Doppelgrab- sowie Wiesengrabstätten) und für Aschebeisetzungen (Urneneinzel-, Urnendoppel- und Wiesengrabstätten sowie ab dem 1. Mai 2014 auch Grabstätten für Baumbestattungen auf dem Alten Friedhof Roßberg) auf den Friedhöfen zur Verfügung und überträgt den Grabnutzungsberechtigten das sogenannte „Nutzungsrecht“ für eine jeweils in der Friedhofsordnung festgelegte gebührenpflichtige Nutzungszeit.

Nachfolgend eine Übersicht hinsichtlich der Gesamtflächen der Friedhöfe sowie der Gesamtanzahl der dort jeweils vorhandenen Grabstätten:

Friedhof Wermertshausen 2In den übrigen Ortsteilen des Gemeindegebietes (Beltershausen-Frauenberg, Ebsdorf, Leidenhofen und Wittelsberg) obliegt die Verwaltung und Unterhaltung des jeweiligen Friedhofes auf Grundlage einer jeweils eigenen Friedhofssatzung einem Friedhofsausschuss, welcher sich aus kirchlichen und gemeindlichen Mitgliedern zusammensetzt und deren Vorsitz die/der Pfarrer/in der evangelischen Kirchengemeinde des betreffenden Ortsteiles inne hat.

Aufgaben des Servicehofes

Die Mitarbeiter des Servicehofes pflegen die Außenanlagen der gemeindlichen Friedhöfe (siehe obige Aufzählung).

Hierzu gehört das Grasmähen, das Heckeschneiden, sonstige Pflegearbeiten und sogar zum Teil Bauunterhaltungsarbeiten an den Friedhofshallen und -anlagen. In den Wintermonaten selbstverständlich auch der Winterdienst.

 

Hinsichtlich der flächenmäßigen Ausdehnung sind die Friedhöfe das größte Arbeitsfeld der Servicehofmitarbeiter – und (neben den Kinderspielplätzen) das sensibelste.

Der Aushub der Grabstätten erfolgt dagegen nicht durch den gemeindlichen Servicehof, sondern auf Grundlage eines regelmäßig ausgeschriebenen Grabaushubvertrages durch ein externes Fachunternehmen – seit 2012 ist dies die im Ortsteil Hachborn ansässige Firma Landschaftsbau und Gartengestaltung Carsten Görlich.

Die Gemeinde Ebsdorfergrund hat für sich geregelt, dass vor jeder Beisetzung oder Trauerfeier eine sogenannte „Friedhofskontrolle“ durchgeführt wird. In der Praxis sieht das so aus, dass ein Mitarbeiter zum entsprechenden Friedhof fährt und kontrolliert, ob die Wege frei von Laub und sonstigen Verschmutzungen sind.

Eventuell herabgefallene Äste vom Baumbestand werden entfernt. Nach Schneefall werden die Wege zur Grabstätte und zur Friedhofshalle geräumt.

Im Herbst wird – rechtzeitig vor der Frostperiode – durch die Mitarbeiter des Fachdienstes Wasser des Servicehofes das Wasser abgestellt, damit keine Frostschäden entstehen. Vereinbarungsgemäß stellen die Leiter der Bürgerbüros im Frühling – je nach Bedarf – das Wasser wieder an.

Neuer Friedhof HachbornDie durch den gemeindlichen Servicehof auszuführenden Arbeiten erfolgen dabei auch unter dem Aspekt der Unfallverhütung und der Verkehrssicherheit, da der Gemeinde als Friedhofsträger die Verkehrssicherungspflicht obliegt.

Deshalb hat im übrigen auch nach Beendigung der Frostperiode die alljährliche Überprüfung der Standsicherheit der Grabmale auf den Friedhöfen zu erfolgen, welche durch die jeweiligen Leiter der Bürgerbüros erfolgt.

Nachdrückliche Aufmerksamkeit erfahren alle gemeindlichen Friedhöfe vor dem Volkstrauertag und dem Totensonntag. Das jeweilige Außengelände wird sorgfältig für die meist auf den Friedhöfen stattfindenden Andachten gepflegt.

Jüdischer Friedhof in Rauischholzhausen

Eine Besonderheit stellt der Jüdische Friedhof in Rauischholzhausen da, deren Unterhaltung der Gemeinde durch das Land Hessen zugewiesen ist. Neben der extremen Hanglage, die hohe Herausforderungen bei der Grünpflege stellt, gilt es hier, die speziellen Gepflogenheiten und die Jüdischen Feiertage zu beachten.

Hierzu erhalten wir regelmäßige Informationen des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden in Hessen mit Sitz in Frankfurt, welcher auch Eigentümer des Friedhofes ist.

 

 


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