Wochenserie: Der Servicehof der Gemeinde Ebsdorfergrund und seine verschiedenen Aufgabengebiete stellen sich vor:

Dienstag, 04. Februar 2014

Teil 4: Die Straßenbeleuchtung

Die Straßenbeleuchtung dient sowohl der Verkehrssicherheit wie auch der „allgemeinen öffentlichen Sicherheit“ auf Straßen, Wegen und öffentlichen Plätzen innerhalb geschlossener Ortschaften.

Bereits im Mittelalter gab es erste Straßenbeleuchtungen. Verwendet wurden Lampen, die Kienspäne, Öle oder Fette verbrannten.

Rote moderne Lampen mit LED Technik im Baugebiet „Am Sonnenhang“ in Dreihausen

Rote moderne Lampen mit LED Technik im Baugebiet „Am Sonnenhang“ in Dreihausen

1667 wurde in Paris die Beleuchtung der Gassen eingeführt, 1687 in Wien. Es wurden ausschließlich Talglichter oder Öllampen verwendet. Die Historie zeigt, dass auch zu Zeiten ohne Autoverkehr das Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung in der dunklen Tageszeit groß war.

Seit Beginn des 19. Jahrhunderts wurden Straßenlaternen überwiegend mit Walöl (Tran) betrieben. Danach kamen in größeren Städten Gasleuchten zum Einsatz (Einführung z.B. in Dresden 1828).

Ab dem Jahr 1882 gab es die ersten elektrischen Straßenbeleuchtungsanlagen in Nürnberg und in Berlin.

Gas und elektrisches Licht waren dann lange Zeit parallel bis nach dem 2. Weltkrieg im Einsatz. Erst die Verfügbarkeit neuer Leuchtmittel, wie Leuchtstofflampen, Quecksilberdampf- und Natriumdampf-Hochdrucklampen brachten das „Aus“ für Gaslaternen.

Straßenbeleuchtung im Ebsdorfergrund

Für die Versorgung der elektrischen Straßenlampen mit Strom ist in der Regel ein separates Stromkabel verlegt. So auch bei uns im Ebsdorfergrund.

Straßenlampe aus dem alten Bestand nach Umrüstung auf LED Technik am Ortseingang von Ebsdorf

Straßenlampe aus dem alten Bestand nach Umrüstung auf LED Technik am Ortseingang von Ebsdorf

Die einzelnen Ortsteile sind, je nach Größe, wiederum seitens der Energieversorgungsunternehmer in einzelne Bezirke aufgeteilt. Jeder Bezirk besitzt einen separaten Schaltkasten mit Rundsteuerempfänger und Dämmerungsschalter.

Wie für alle technischen Einrichtungen gibt es auch für die Straßenbeleuchtung Regeln und Normen, die allerdings für die Kommunen nicht bindend sind (mit Ausnahme für beleuchtete Fußgängerüberwege). D.h., eine Kommune entscheidet selbst, ob und wie und auch für welchen Zeitraum eine Straße zu beleuchten ist.

Dies ist auch gut so, denn bei der Planung einer Straßenbeleuchtung gibt es zahlreiche Zwangspunkte in unseren Anliegerstraßen, die zu berücksichtigen sind und die es nur selten ermöglichen, dass ein stets exakt gleicher Abstand der einzelnen Leuchten – Standorte eingehalten werden kann.

Teilweise resultiert der derzeitige Bestand unserer Straßenbeleuchtung noch aus Zeiten der ehemals selbständigen Gemeinden, also zu Zeiten vor der Gebietsreform, Anfang der 70er Jahre.

Im Wesentlichen handelt es sich hierbei um folgende Lampentypen:

  • Leuchtstofflampen
  • Quecksilberhochdruckdampfleuchten.

Diese sind auf den unterschiedlichsten Mastformen und Höhen installiert, z.B. gerade Masten mit Lichtpunkthöhen von 4,5 m bis 7,5 m, Masten mit gleichbleibenden Durchmesser und solche mit unterschiedlichen Durchmessern, Peitschenmasten mit 90 ° Ausleger und Peitschenmasten mit größerer Neigung des Auslegers usw.

Hinzu kommen noch die unterschiedlichsten Lampenformen, wie „Kofferleuchten“, „Aufsatzleuchten“, Pilzleuchten“ und dies alles in unterschiedlichen Materialien.

Die Großgemeinde hatte also von den selbständigen Gemeinden ein Sammelsurium an Lampen und Masten „geerbt“. – Nicht gerade sehr ansehnlich, ein solcher Flickenteppich an verschiedenen Leuchten. Und: Es ist nicht leicht, die Vielfalt der Lampen wirtschaftlich zu unterhalten.

Nicht nur der Stromverbrauch machte Handlungsbedarf erforderlich

Stolze 213.155 kw/h haben diese Leuchten im Jahr 2004 an Strom verbraucht, und das, obwohl die Gemeinde Ebsdorfergrund aus Gründen der Energieeinsparung die Lampen nicht die ganze Nacht hindurch leuchten lässt.

Es war also Handlungsbedarf gegeben, sich seitens der Gemeindeverantwortlichen diesem Thema zu widmen um bei Zeiten die Energiekosten zu reduzieren und den ständig steigenden Strompreisen entgegen zu wirken.

Zunächst wurden in Neubaugebieten, bei Reparaturen und Straßenendausbauprojekten die umweltfreundlichen und energiesparenden Natriumdampflampen installiert. Man erkennt sie leicht an dem orangefarbenen Licht. Zum Beginn des Jahres 2011 war dann seitens der Industrie die LED-Technik zur Serienreife entwickelt. Diese Technik ermöglichte es, die Straßen noch wesentlich energieeffizienter auszuleuchten und die Gemeinde hat gleich das Förderprogramm des Bundes genutzt und im Jahr 2012 über 320 Lampen auf LED-Technik umgerüstet und dabei rd. 65.000 € Fördermittel erhalten. Im Herbst 2013 wurden weitere 55 LED-Leuchten installiert und Anfang 2014 werden es nochmals weitere 45 Leuchten sein.

Diese Maßnahmen zeigen Wirkung, denn der Energiebedarf für die Straßenbeleuchtung sank von 2004 bis 2013 von 213.155 kw/h auf 165.518 kw/h – es wurden 47.637 kw/h (!) eingespart.

Gemeindemitarbeiter Harald Bausch zeigt eine der neuen (trotz historischem  Aussehen)  Straßenlampen mit NAV-Leuchtmittel.

Gemeindemitarbeiter Harald Bausch zeigt eine der neuen (trotz historischem
Aussehen)
Straßenlampen mit NAV-Leuchtmittel.

Mit den verlängerten Wartungsintervallen durch die neuen Leuchten unter Berücksichtigung der um über 120  zusätzlichen Straßenlampen bei gestiegenen Strompreisen ergibt sich eine jährliche Einsparung in der Größenordnung von ~ 15.000 Euro und das, obwohl unsere Straßenlampen in der Nacht nicht durchbrennen. Es ist also gelungen eine erhebliche Kosteneinsparung trotz steigender Preise und erhöhter Anzahl der Leuchten und somit verbesserter Ausleuchtung zu erzielen und obendrein einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten, die Wartung zu reduzieren und das Erscheinungsbild in der Straßenbeleuchtung zu vereinheitlichen.

Die ersparten Kilowattstunden kommen außerdem dem Klimaschutz und der Schonung der Ressourcen zugute.

Insgesamt also eine erfolgreiche Maßnahme der Gemeinde, die bei all ihren Projekten stets die Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit zum Wohl ihrer Bürger in den Vordergrund stellt und dabei auch die Nachhaltigkeit für kommende Generationen im Auge hat.

Umfangreiche Vorarbeiten

Um die Erneuerung des Bestandes an Straßenlampen überhaupt in Angriff nehmen zu können, waren umfangreiche Vorarbeiten erforderlich, denn es gab aus früheren Zeiten keinerlei Pläne.

So mussten die Standorte der einzelnen Leuchten kartiert werden und die Elektrotechnik jedes einzelnen Lichtpunktes festgestellt werden. Dieser Aufwand war erforderlich, um den Förderantrag an das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit in Berlin auf den Weg zu bringen, aber auch um Grundlagen für den künftigen wirtschaftlichen Betrieb der Anlagen zu schaffen. Eine Einbindung der erhobenen Daten in ein graphisches EDV-System ist geplant.

Seit dem Jahre 2009 kooperiert die Gemeinde im Hinblick auf die Wartung unserer Straßenlampen mit den Stadtwerken Marburg.

Pro Jahr wurde ein Pauschalbetrag in Höhe von 8.000 € zuzügl. Mwst./Jahr entrichtet.

Da die LED-Technik nicht nur energieeffizient ist, sondern gegenüber herkömmlichen Leuchten auch eine erheblich längere Lebensdauer besitzt, ist sie wesentlich wartungsärmer. Auch hier können noch einmal Kosten erspart und niedrigere Preise  den Stadtwerken gegenüber durchgesetzt werden.

2014

Bei dem Ausbau kommunaler Straßen wird auch immer die Straßenbeleuchtung optimiert und erneuert. Nach Durchführung der Baumaßnahmen in 2014 wird sich dann folgender Bestand an Straßenlampen ergeben:

Gesamtanzahl   ca. 1.186 Stück

davon LED-Leuchten              ca. 449 Stück

und NAV-Leuchten            582 Stück

D.h. rd. 87 % des Leuchtenbestandes sind umweltfreundlich und energiesparend. Die dann noch verbleibenden Altleuchten werden im Rahmen der Wartung bei auftretenden Defekten sukzessive gegen neue LED-Technik getauscht. Bei einigen historischen Lampen ist dies allerdings wirtschaftlich vertretbar und manchmal auch technisch bedingt nicht möglich.
Etwa 100 Lampen können deshalb nicht getauscht werden. Dann ist fast das gesamte Beleuchtungsnetz erneuert und eine wichtige Grundlage geschaffen, dass auch künftig im Ebsdorfergrund die Lichter nicht ausgehen.

Über weitere Aufgabengebiete des Servicehofes berichten wir auch in den nächsten Ausgaben der Ebsdorgrund-Nachrichten.

 

 

 

 

 

 


Zurück zur Startseite