Flurbereinigung Heskem

Mittwoch, 29. Januar 2014

Nach fast 28 Jahren erfolgreich abgeschlossen

Nach dem Abschluss des Flurbereinigungsverfahrens durch das Amt für Bodenmanagement Marburg fand am 15.Januar 2014 eine Abschlussveranstaltung für das Verfahren statt, bei dem neben Verbesserungen am Wege – und Gewässernetz auch der Natur- und Hochwasserschutz sowie Renaturierungsmaßnahmen einen hohen Stellenwert besaßen.

Gerhard Lips, Amtsleiter des Amtes für Bodenmanagement Marburg, überreichte dabei die Schlussfeststellung an Bürgermeister Andreas Schulz und dankte dem Vorstand der Teilnehmergemeinschaft für seine Mitwirkung an dem Verfahren.

Gerhard Lips, Amtsleiter des Amtes für Bodenmanagement Marburg, überreichte dabei die Schlussfeststellung an Bürgermeister Andreas Schulz und dankte dem Vorstand der Teilnehmergemeinschaft für seine Mitwirkung an dem Verfahren.

Im Rahmen des Flurbereinigungsverfahrens wurde auf 430 ha das Flächenmanagement für die Verlegung der L 3048 (Ortsumgehung) und eine Neugestaltung des Wege – und Gewässernetzes durchgeführt. Zur Anpassung an das übergeordnete Straßennetz wurden in Abstimmung mit dem Vorstand der Teilnehmergemeinschaft und der Gemeinde erhebliche Änderungen und Verbesserungen am Wege – und Gewässernetz vorgenommen.

Durch die Renaturierung der Zwester Ohm und des Wittelsberger Baches in Verbindung mit einer Großkoppelbeweidung wurden die Belange des Naturschutzes, des Gewässer- und Hochwasserschutzes und der Landschaftspflege im besonderen Maße unterstützt und gefördert.

Mit der Meliorationskalkung von ca. 240 ha Ackerfläche wurde ein besonderer Beitrag zum Bodenschutz geleistet.

Verfahrenseinleitung im Jahre 1985

Das Flurbereinigungsverfahren wurde im Jahr 1985 eingeleitet. Anlass war die Verlegung (Ortsumgehung) der Landesstraße 3048.

Dabei wurden landwirtschaftliche Grundstücke in großem Umfang in Anspruch genommen und landeskulturelle Schäden in erheblichem Ausmaß verursacht.

Im Jahre 2003 wurde mit dem 1. Änderungsbeschluss die Verfahrensfläche vergrößert, um auch den naturnahmen Rückbau den Zwester Ohm zwischen den Ortslagen Mölln, Heskem und Ebsdorf zu ermöglichen. Durch die Ausweisung der Uferrandstreifen wurde den Gewässern mehr Raum für eine naturnahe Entwicklung gegeben.

Außerdem wurde zwischen den Ortslagen Heskem und Mölln ein kombinierter Wirtschafts-/ Radweg ausgewiesen, womit das Radwegenetz in der Gemeinde fast vollständig ist.

Im Zuge des Verfahrens führte das AfB Marburg mit den ca. 200 beteiligten Grundstückseigentümern innerhalb des Verfahrensgebietes Verhandlungen über die neuen Grundstückszuschnitte durch.

Anschließend wurden die Ergebnisse der Neuordnung innerhalb des Verfahrensgebietes in einem Flurbereinigungsplan zusammengefasst.

Der Eigentumsübergang erfolgte nach Bestandskraft des Flurbereinigungsplanes im Jahr 2010 mit der sog. Ausführungsanordnung, in Folge dessen die neuen Grundstückseigentümer in das Grundbuch und das Liegenschaftskataster eingetragen wurden.

Die Schlussfeststellung erfolgte Dezember 2012 und stellte den rechtlichen Abschluss des Verfahrens dar.

Ausgaben in Höhe von 883.372 Euro

Zur Wahrnehmung der gemeinschaftlichen Interessen der am Flurbereinigungsverfahren beteiligten Grundstückseigentümer wurde durch die Teilnehmergemeinschaft ein Vorstand gewählt, der ehrenamtlich tätig war und daher besonderen Dank verdient.  V.l. Bürgermeister Andreas Schulz, Heinrich Steinhaus, Gerhard Lips (AfB), Hans-Ludwig Mink und Reinhardt Heuser

Zur Wahrnehmung der gemeinschaftlichen Interessen der am Flurbereinigungsverfahren beteiligten Grundstückseigentümer wurde durch die Teilnehmergemeinschaft ein Vorstand gewählt, der ehrenamtlich tätig war und daher besonderen Dank verdient.
V.l. Bürgermeister Andreas Schulz, Heinrich Steinhaus, Gerhard Lips (AfB), Hans-Ludwig Mink und Reinhardt Heuser

Die Gemeinde Ebsdorfergrund hat das Verfahren mit über 100.000 Euro unterstützt und damit eine wichtige Voraussetzung zur Umsetzung geschaffen. Insgesamt hat das Flurbereinigungsverfahren Ausgaben in Höhe von 883.372, 17 Euro verursacht.
(Der Eigenanteil und die Gesamtkosten sind ohne die Renaturierung der Zwester Ohm gerechnet. Dafür wurden noch einmal weit über 1 Million Euro investiert, für die es aber auch in fast gleicher Höhe Zuschüsse gab.)

„Was hier mit vergleichsweise wenig Geld für die Kommune bewegt worden ist, zeigt, dass die Flurbereinigung heute wichtiger ist denn je, um die Infrastruktur zu erhalten,“ sagte Bürgermeister Andreas Schulz, denn die Neugestaltung des Wege – und Gewässernetzes und die Bodenverbesserung führten in Verbindung mit der Neuordnung des Verfahrensgebietes nicht nur zum Ausgleich der Schäden durch den Straßenbau, sondern darüber hinaus zur Verbesserung der Produktions – und Arbeitsbedingungen der landwirtschaftlichen Betriebe.

Vieles , wie z.B. die Hochwasserschutzmaßnahmen und die Renaturierung  der Zwester Ohm, wäre ohne die Flurbereinigung so nicht möglich gewesen, so Bürgermeister Andreas Schulz abschließend.

Die Gemeinde ging mit 30 Hektar in das Verfahren, – jetzt – zum Abschluss des Verfahrens – verfügte die Gemeinde über 69 Hektar Eigentum.

 

 


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