Rückblick auf die Bürgerversammlung und Vorschau auf die Aktivitäten der Gemeinde im Neuen Jahr

Donnerstag, 23. Januar 2014

Wie in jedem Jahr lud der Vorsitzende der Gemeindevertretung Gotthard Seim im Beisein des Gemeindevorstands die Bürger der Gemeinde ein, um über Angelegenheiten in der Gemeinde zu informieren.
Bürgermeister Andreas Schulz berichtete in einem Streifzug über die Entwicklung im letzten Jahr, über bisher Erreichtes, über die wirtschaftliche Situation und der Maxime rentierlich „zu investieren statt nur zu konsumieren“. 2014 profitieren alle Bürger durch eine Senkung der Grundsteuer A ( auf 290 Prozentpunkte) und B ( auf 270 Prozentpunkte), wie auch durch vergleichsweise moderate Abgaben von der seit Jahren verfolgten Finanzpolitik im Ebsdorfergrund.

„Wenn die Pflicht erfüllt ist, kann die Kür beginnen“ sagte der Bürgermeister in seinem 22. Amtsjahr. Der ausgeglichene und genehmigungsfreie Haushalt, ist ein „Luxus“ in der heutigen Zeit und bietet Gestaltungsmöglichkeiten für neue „rentierliche“ Projekte“, um die Gemeinde weiterhin attraktiv zu gestalten und weiter zu entwickeln, ohne von der Substanz zu leben.

Weiterentwickeln bedeutet, dem Struktur- und Bevölkerungswandel angemessen und zeitgemäß zu begegnen und dementsprechend zu gestalten:
Da stehen im Vordergrund die Erhaltung und der Ausbau der Kinderbetreuung, das Sichern des GrundBades und der Bürgerhäuser sowie die Neugestaltung eines Seniorenzentrums im Bürgerhaus in Wittelsberg.

Dazu gehören aber auch Projekte, die die eigenständige energetische Versorgung der Gemeinde weiterentwickeln durch Stromnetzkauf, Photovoltaik, Biogas und Windenergie, um zusammen mit den Bürgern Unabhängigkeit, auch um Verdienstmöglichkeiten zu schaffen.

Zur weiteren Gestaltung einer lebenswerten Infrastruktur gehören die Dorferneuerung Wittelsberg, der weitere Straßenausbau, die Ortsumgehung Heskem, Schaffung eines neuen Gewerbegebiets, der Endausbau des Kreisverkehrsplatzes Heskem, der Radwegelückenschlüsse, die Unterhaltung der Wasser- und Abwassersysteme wie auch die Leistungen des Servicehofs allgemein, der Ausbau des schnellen Internets und die Unterstützung der Gemeindefeuerwehren.

Nach diesen ausführlichen Ausführungen waren nur noch wenige Fragen offen: Ortsbedingt standen Hachborner Themen im Vordergrund. Zuvorderst die Frage nach Schließungsgerüchten des Aldi-marktes. „Es ist wichtig, dass die Menschen in den eigenen Orten und in der Gemeinde einkaufen um Schließungen zu verhindern“ und die Wertschöpfung der Gemeinde zu stärken, empfiehlt der Bürgermeister.

Dahingegen ist die Lösung für den Fortbestand der Hachborner Grundschule weniger einfach umzusetzen. Bürgermeister Andreas Schulz beruhigt aber den Fragesteller, dass nach dem Schulentwicklungsplan des Landkreises für die nächsten Jahre der Grundschulstandort sicher sei. Zumal die Gemeinde in Hachborn auch die Neuansiedlung von jungen Familien aktiv unterstützt.

Um die Schulkinder und die Senioren als schwächere Verkehrsteilnehmer beim Überqueren der Hachbornerstraße nach dem Ausbau „Am Sandberg“ zu sichern, soll eine Verkehrsmittelinsel dort gebaut werden. Dazu braucht es aber der Zustimmung des Kreises als Straßenbaulastträger. Die will der Bürgermeister umgehend einholen
Die Bebauungspläne „Am Nussbaum“, werden mit Bürgerbeteiligung geplant.

Eine Verbesserung der Anzahl an Mietwohnungen in der Gemeinde hilft jungen Menschen bei Auszug aus dem Elternhaus im Ebsdorfergrund zu bleiben und alten Menschen kleineren Wohnraum im eigenen Umfeld zu finden. Der Gemeinde hilft es, Einwohner zu behalten.
Wünschenswert wäre auch ein Anschluss an eine Erdgasleitung, was einem Gutachten der Stadtwerke nach nicht rentabel ist, weil der Aufwand nicht durch die Anzahl möglicher Abnehmer gegeben ist.

Das Thema „Windenergie“ fand besonderes Interesse. 2 Windenergienanlagen werden in absehbarer Zeit oberhalb vom „Kalten Stall“ gebaut mit der Ableitung des Stroms hinunter nach Leidenhofen. Träger könnte die Gemeinde Ebsdorfergrund zusammen mit 6 weiteren Gemeinden und den Stadtwerken Gießen sowie einer Energiegenossenschaft sein, die es auch den Bürgern ermöglichen sich zu beteiligen.
Der Teilregionalplan sichert mit dem Aufstellungsbeschluss die Planungshoheit der Gemeinde.
Das ist wichtig, um einen Windkraftanlagen-Wildwuchs und eine Umzingelung der Dörfer des Ebsdorfergrundes durch WKA von privaten Interessenten zu verhindern.

Nichts ist so wichtig wie ein gutes Zusammenleben und Auskommen miteinander. Offenheit und Transparenz, Bürgernähe und Ansprechbarkeit sind Grundlagen in unserer Gemeinde um das „Wir-Gefühl“ zu stärken wie auch die Identität „aus gutem Grund“.

160 Blumenkübel mit diesem Schriftzug werben schon für die Unternehmer. Der Grundgeldgutschein verbindet die Menschen und Gewerbetreibende auf einer weiteren Ebene. Der Unternehmerabend ist jedes Jahr ein voller Erfolg.

Angebote zur Freizeitgestaltung für alle bietet die Vereinsförderung durch kostenloses Bereitstellen der Bürgerhäuser als Übungsstätten, die Feuerwehr, bieten Bolz und Spielplätze, Jugendclubs, Sportstätten und das GrundBad.
Die Gemeinde subventioniert diese Bereiche mit rund 550.000 Euro im Jahr.

Gemeindeveranstaltungen wie der autofreie Sonntag, das Summer-Fun-Festival, die Tanz-Matinee, der Jahresempfang und der Kunst-und-Kulturmarkt in der Vorweihnachtszeit verbinden Vereinsinteressen und Geselligkeit weit über die Gemeinde hinaus.

Demzufolge gehe Gemeinwohl vor Privatinteressen, sagte der Bürgermeister.
„Die Gemeinde ist Dienstleister, das sollte aber nicht als Einbahnstraße verstanden werden.
Wir alle sind Teil dieser Gemeinde und sind damit auch mit in der Verantwortung der Gestaltung einer Vielfalt und einer liebenswerten Heimat für alle.“


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