Gemeinde Ebsdorfergrund übernimmt die Wasserversorgung der Justus-Liebig-Universität Gießen im Ortsteil Rauischholzhausen

Dienstag, 07. Januar 2014

Wie auf dem Hochbehälter im Schlosspark zu lesen ist, stammt die bislang betriebene, eigene Wasserversorgung der Justus-Liebig-Universität Gießen aus dem Jahre 1912.

HB RhhSeit über 100 Jahren wurde hier das Trinkwasser aus der „Alten Stumm’schen Quelle“ im Bereich des Lindenbergs eingespeist. Namensgeber für diese Quelle ist die Familie von Stumm, die die Liegenschaften und den Schlosspark erbaut hat.

Es handelt sich bei dieser Quelle um eine oberflächennahe Wassergewinnung, welche in heutiger Zeit nicht mehr erwünscht ist, da die Wasserqualität derartiger Quellen sehr stark von Umweltfaktoren abhängig ist (z.B. Aluminiumwerte, Verkeimungsgefahr…).

Ein weiterer Nachteil der alten Wasserversorgung stellt die Leitungsführung (siehe Lageplankopie) dar, welche von der Alten Stumm’schen Quelle diagonal durch das Neubaugebiet von Rauischholzhausen im Bereich „Eichenweg“ und „Tannenweg“ führt und auf Grund ihres Alters eine latente Gefahr für auftretende Leckagen.

Die vorgenannten Gründe dürften dazu geführt haben, dass seitens der Verwaltung der Justus-Liebig-Universität Gießen mit Schreiben vom 20.05.2013 bei der Gemeinde der Anschluss Ihrer Liegenschaften an die gemeindliche Wasserversorgung beantragt wurde.

Der Gemeindevorstand kam dem Wunsch der Universitätsverwaltung gerne nach, zumal er gerade im Ortsteil Rauischholzhausen im Jahr 2004 zukunftsorientiert in eine der modernsten Trinkwassergewinnungsanlagen unserer Region investiert hat.

Vertreter der Gemeinde und der Universität vor dem neuen Hochbehälter und mit ausgebauten Teilstück der alten Wasserversorgung.

Vertreter der Gemeinde und der
Universität vor dem neuen
Hochbehälter und mit
ausgebauten Teilstück der alten
Wasserversorgung.

Ein leistungsfähiger Tiefenbrunnen fördert Trinkwasser bester Qualität aus dem Buntsandstein in über 200 m Tiefe in eine Hochbehälteranlage mit insgesamt 600 m³ Fassungsvermögen. Alle Anlagenteile bestehen aus V2A-Edelstahl, dem wohl hygienischsten Werkstoff für das wichtigste Lebensmittel – dem Trinkwasser.

Rd. 50.000 m³ werden so jährlich an die Rauischholzhäuser Bürger abgegeben.

Gem. Bescheid des Regierungspräsidiums Gießen vom 22.03.2002 besitzt die Gemeinde Ebsdorfergrund die Erlaubnis, sogar bis 83.000 m³/Jahr aus ihrer Anlage zu fördern.

Somit stand dem Anschluss der weitläufigen Uni-Liegenschaften mit den Bereichen Schloss und Nebengebäuden, Gärtnerei/Phytotron, dem Gutshof-Komplex in der Ortsmitte und der von Waldthausen’schen Forstverwaltung nichts im Wege.

Der Anschluss konnte in der Höinger Straße mit relativ kurzer Entfernung (~ 20 m)zum Hochbehälter im Schloßpark mit einer Leitung von 100 mm im Durchmesser

hergestellt werden. Zur Mengenerfassung wurde ein digitaler Großwasserzähler eingebaut.

Leitungsdurchmesser und Höhenlage des gemeindlichen Hochbehälters bedingen auch eine quantitative Verbesserung (höherer Wasserdruck) für die Liegenschaften der Universität, was letztlich auch im Hinblick auf den Brandschutz von Bedeutung ist.

Rd. 6.500 m³ im Jahr wird die Justus-Liebig-Universität Gießen als „Großkunde“ nach eigenen Angaben jährlich abnehmen, was sich wirtschaftlich positiv auf die gemeindliche Anlage auswirkt. Die Uni Gießen erspart sich sicherlich Investitionen größeren Ausmaßes in eine veraltete Anlage und kann die Quellleitung im Bereich des Baugebietes außer Betrieb nehmen. Die Gefahr eines Rohrbruchs in diesem sensiblen Bereich ist dann gebannt.

Bei Abwägung aller Fakten ergibt sich eine „Win-Win-Situation“ für beide Seiten.
Die reinen Anschlusskosten dürften sich auf ca. 15.000 bis 20.000 Euro belaufen.


Zurück zur Startseite