Die Zwester Ohm – (k)ein Wanderhindernis für Fische

Montag, 09. September 2013

Die Zwester Ohm schlängelt sich als blaues Band durch die Gemeinden Ebsdorfergrund und Fronhausen bis hin zu Einmündung in die Lahn.

Wehranlage in der Ortslage von Ebsdorf. Geplant ist die Umgestaltung in eine raue Rampe. Die Löschwasserentnahmestelle soll erhalten bleiben.

Wehranlage in der Ortslage von Ebsdorf. Geplant ist die Umgestaltung in eine raue Rampe. Die Löschwasserentnahmestelle soll erhalten bleiben.

Dabei übernimmt sie auch eine wichtige Funktion für die Vernetzung von Lebensräumen verschiedener Tierarten, insbesondere von Fischen und deren Nährtierchen.2008 wurde die Zwester Ohm und ihr Uferrandstreifen (von durchschnittlich 10 m Breite beidseits des Gewässers) ab der Ortslage Ebsdorf bis zu ihrer Einmündung in die Lahn nach der europäischen Richtlinie Fauna-Flora-Habitate (kurz FFH) als Schutzgebiet ausgewiesen.

Zuvor war in zwei Bauabschnitten im großen Stil die Renaturierung der Zwester Ohm für weit über 1 Million Euro realisiert worden.

Um die ökologische Situation der Zwester Ohm weiter zu verbessern, werden nun von der Gemeinde Ebsdorfergrund Maßnahmen aus dem vom Fachbereich Ländlicher Raum und Verbraucherschutz des Landkreises Marburg-Biedenkopf aufgestellten sog. Maßnahmenplans zum FFH-Gebiet aufgegriffen und umgesetzt.

Im Wesentlichen geht es um die Beseitigung von Barrieren im Gewässer. Viele Fischarten durchwandern aus unterschiedlichen Gründen im Laufe ihres Lebens ein Gewässer sowohl aufwärts als auch abwärts – sei es um Laichplätze aufzusuchen, neue Nahrungsgründe zu erschließen oder Winter- und Sommerquartiere aufzusuchen. Dabei können schon kleinere Barrieren ein Wanderhindernis darstellen.

Die beiden Löschwasserentnahmestellen in den Ortslagen Ebsdorf und Hachborn stellen solche Wanderhindernisse dar. Bei der Umgestaltung in eine sog. raue Rampe, die dann wieder eine Wanderung gewässeraufwärts ermöglicht, bleibt die Funktion als Löschwasserentnahmestelle selbstverständlich erhalten.

Insgesamt werden drei Barrieren im Gemeindegebiet beseitigt, die neben den positiven Auswirkungen auf die ökologische Situation der Zwester Ohm auch positive Effekte auf die Hochwasserrückhaltung zeigen werden.

Wehranlage in der Ortslage von Hachborn. Geplant ist die Umgestaltung in eine raue Rampe, darüber hinaus sollen Maßnahmen zur Erhöhung der Rauigkeit der vorhandenen Betonsohle sowie zur Initiierung einer Substratauflage ausgeführt werden. Die Löschwasserentnahmestelle soll erhalten bleiben.

Wehranlage in der Ortslage von Hachborn. Geplant ist die Umgestaltung in eine raue Rampe, darüber hinaus sollen Maßnahmen zur Erhöhung der Rauigkeit der vorhandenen Betonsohle sowie zur Initiierung einer Substratauflage ausgeführt werden. Die Löschwasserentnahmestelle soll erhalten bleiben.

Die Kosten belaufen sich auf etwa 50.000 €. Da mit diesen Maßnahmen sowohl den Vorgaben der FFH-Richtlinie entsprochen wird und gleichzeitig auch Vorgaben aus der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (kurz WRRL) umgesetzt werden, wird die Finanzierung der geplanten Maßnahmen zu 100% vom Land Hessen übernommen.In 2013 soll noch die konkrete Planung der Maßnahmen erfolgen. Im kommenden Jahr ist dann die Bauausführung vorgesehen. Innerhalb des FFH Gebietes „Zwester Ohm“ gibt es nach Umsetzung der geplanten Maßnahmen dann keine ökologischen Barrieren mehr, so dass es damit auch keine Wanderhindernisse mehr gibt, insbesondere für Fische und deren Nährtierchen. Für Bürgermeister Andreas Schulz stellt die Gemeinde Ebsdorfergrund einmal mehr ihre permanenten Bemühungen rund um den Gewässerschutz mit der freiwilligen Umsetzung der Baumaßnahmen unter Beweis. Schon heute kündigt der Bürgermeister weitere Gewässerschutzmaßnahmen im Rahmen des Flurbereinigungsverfahrens Wittelsberg- Rauischholzhausen an.

Dort sollen Uferrandstreifen angekauft werden, um Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft zu reduzieren, um auch hier die Gewässergüte weiter zu verbessern.

Wehranlage außerhalb der Ortslage von Hachborn, unterhalb der Straßmühle. Hier soll eine flach geneigte Sohlgleite entstehen.

Wehranlage außerhalb der Ortslage von Hachborn, unterhalb der Straßmühle. Hier soll eine flach geneigte Sohlgleite entstehen.


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