Glutenfreie Kekse, Wunsch nach schnellem Internet und Arbeitsplätze: Erster Kreisbeigeordneter Dr. McGovern informiert sich bei „Dr. Schär“

Dienstag, 21. Mai 2013

Unternehmen produziert seit 2006 in Dreihausen und will weiter wachsen

– Wie kann sich der Landkreis auf die steigende Zahl derer einstellen, die von Nahrungsmittelunverträglichkeiten betroffen sind? Diese und andere Fragen diskutierte der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern gemeinsam mit Bürgermeister Andreas Schulz, der Ersten Beigeordneten Elisabeth Newton und den Verantwortlichen der „Dr. Schär GmbH“ in Ebsdorfergrund-Dreihausen.

v.l. Bürgermeister Andreas Schulz, Manfred Eiden (kaufmännischer Leiter und Prokurist Dr. Schär), Dr. Karsten McGovern und die Erste Beigeordnete der Gemeinde Ebsdorfergrund. (Foto: Schienbein, Pressestelle Kreis Marburg -Biedenkopf

„Da wir auch die Schulverpflegung organisieren, setzen wir uns als Landkreis natürlich mit diesem Thema auseinander und auch auf dem Sektor der Ernährungsberatung beim Fachbereich Gesundheit steht dieses Thema auf der Tagesordnung“, teilte Dr. McGovern mit. Die „Dr. Schär GmbH“, die seit 2006 in Dreihausen produziert, ist nach eigenen Angaben einer der deutschland- und europaweit führenden Hersteller glutenfreier Nahrungsmittel.

„Wenn wir kompetente Fachleute für diesen Bereich in der Region haben, liegt es auf der Hand, dass wir bei möglichen Berührungspunkten miteinander sprechen“, so Dr. McGovern. Das Unternehmen stellt Nahrungsmittel für Menschen her, die von Zöliakie betroffen sind. Das ist eine chronische Erkrankung des Dünndarms, die auf einer Unverträglichkeit gegenüber dem Eiweiß Gluten beruht. Gluten kommt vor allem in den Getreidearten Weizen, Gerste, Dinkel und Roggen vor und dient als natürlicher Klebstoff in entsprechenden Bäckereiprodukten. Das international tätige Unternehmen in Dreihausen hat sich darauf spezialisiert, glutenfreie Nahrungsmittel herzustellen. „Wir haben in Deutschland einen Marktanteil von 70 Prozent und in Europa von 45 Prozent an glutenfreien Nahrungsmitteln und sind damit Marktführer“, berichtete der kaufmännische Leiter Manfred Eiden. Neben Dreihausen, wo auch der Unternehmenssitz der „Dr. Schär Deutschland GmbH“ ist und knapp 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt sind, gibt noch ein Werk in Apolda/Thüringen. Zuvor gab es nur das Stammwerk in Südtirol. Während in Dreihausen glutenfreie Keksspezialitäten produziert werden, liegt de Produktionsschwerpunkt in Apolda auf glutenfreiem Brot. Nach Angaben von Manfred Eiden erfordert die Produktion hochqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Um den Bedarf zu decken, stehe das Unternehmen auch regelmäßig mit dem KreisJobCenter (KJC) des Kreises in Kontakt.

Aktuelle Schätzungen gehen davon, dass rund ein Prozent der Bevölkerung von Zöliakie betroffen ist. Wichtige Aspekte seien daher Aufklärung und Information. „Das Unternehmen berät Gastronomen über glutenfreie Nahrungsmittel. Hier ist auch eine Zusammenarbeit in den Bereichen Schulverpflegung und Ernährungsberatung denkbar“, so Dr. McGovern.

Wie Manfred Eiden erläuterte, möchte das Unternehmen langfristig im Landkreis Marburg-Biedenkopf bleiben und den Produktionsstandort in Dreihausen stärken und ausbauen. „Schnelles Internet dabei für uns ein großes Thema. Eine gut ausgebaute Datenautobahn ist für uns wichtig, damit wir schnell und leistungsfähig an unsere Muttergesellschaft angebunden sein können“, erläuterte der kaufmännische Leiter. „Mit diesem Anspruch werden die Aktivitäten des Kreises zur Schaffung von schnellem Internet in der Region mit der Breitband Marburg-Biedenkopf GmbH bestätigt, unterstrich Dr. McGovern. Schnelles Internet sei eine der Voraussetzungen, um die Region auch als Wirtschaftsstandort zu stärken und zu fördern.

Eine andere wichtige Standortfrage ist die Versorgung der Firma mit Erdgas.

Bürgermeister Andreas Schulz hat deshalb Gespräche mit den Stadtwerken Marburg und der Firma initiiert und hofft mit dem Bau der Ortsumgehung für Heskem auch eine Gasleitung mitverlegen lassen zu können. Auch diese wichtige Frage wurde bei dem Firmenbesuch besprochen.
(Bericht: Kreis Marburg-Biedenkopf, Pressestelle)

 


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