Raus aus der Puppenstube – rein in eine Zukunftsregion

Mittwoch, 03. April 2013

– Geplante Neupositionierung der Gemeinde Ebdorfergrund in Fragen der Region –

So könnte die neue „Zukunftsregion“ zwischen Marburg und Gießen aussehen.

Vielleicht wird es die Region Marburger Land mit Ablauf der Förderperiode Ende 2013 so wie sie bisher aufgestellt ist nicht mehr geben. Zukünftig sollen die derzeit bestehenden 25 Regionen in Hessen auf 20 reduziert werden, d.h. die EU sieht vor, dass es in 2014 weniger aber dafür größere Regionen geben wird.

Wie wird es mit der Gemeinde Ebsdorfergrund in 2014 weitergehen? Mit dieser Frage beschäftigt sich Bürgermeister Andreas Schulz schon seit geraumer Zeit und hat auch schon eine genaue Vorstellung im Sinn. Er möchte mit neun weiteren Kommunen, welche zwischen Marburg und Gießen liegen, eine gemeinsame LEADER Region gründen und nimmt in dieser Angelegenheit das Zepter in die Hand.
„Der Raum zwischen Gießen und Marburg hat großes Potential, diesen sollten wir gemeinsam nutzen“, erläutert der Bürgermeister und meint damit die Städte Allendorf/Lumda, Staufenberg und Lollar sowie die Gemeinden Buseck, Fronhausen, Rabenau, Reiskirchen, Weimar/Lahn und Wettenberg.
Die insgesamt neun Kommunen haben eine Einwohnerzahl von rund 80.000 Einwohnern, also das Doppelte der zurzeit bestehenden Region Marburger Land.

Als wesentliche Gründe für die Idee der Neupositionierung der Gemeinde Ebsdorfergrund nennt Bürgermeister Andreas Schulz neben dem Auslaufen der Förderperiode und der Reduzierung auf 20 Regionen auch die gute Zusammenarbeit der Gemeinde Ebsdorfergrund mit den südlichen Nachbarstädten – und gemeinden, wie es sich beim Erstellen eines gemeinsamen Flächennutzungsplanes zum Thema „Windenergienutzung“ sowie der Gründung der Energiegenossenschaft Lumdatal gezeigt hat. Aber auch der gemeinsame Protest der ländlichen Kommunen gegen die Absichten der Universitätsstadt Marburg, – die Zughalte zwischen Gießen und Marburg zu reduzieren-, habe „geeint“, so Andreas Schulz und fügt hinzu. „Also warum dann nicht noch weiter zusammenarbeiten?“

Sein Ziel sei es, die ländlichen Kommunen in Zukunftsregionen zu entwickeln und damit aus der „Puppenstube“ zwischen den beiden Oberzentren Marburg und Gießen herauszutreten, erläutert Schulz weiter. „Wenn wir uns zu einer großen Region zusammenschließen, bedeutet dies mehr Wirtschafts- und politische Kraft und auch mehr Gewicht bei den Behörden und Verbänden, wie z.B. dem RMV zu haben. Wir sollten unser Potential landkreisübergreifend nutzen, so dass wir als Region auf Augenhöhe mit den Universitätsstädten Marburg und Gießen stehen.“ Das sei im Moment noch nicht der Fall, so Bürgermeister Andreas Schulz. Außerdem will er seine Gemeinde nicht nur einseitig nach Marburg ausgerichtet sehen. „Unsere Potentiale liegen im Süden,“ so Andreas Schulz.

Anfang April hat er die betreffenden Nachbarkommunen zu einem ersten gemeinsamen Gespräch eingeladen.

Was ist LEADER?
LEADER
(frz. Liaison entre actions de développement de l’économie rurale, dt. Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft) ist ein Förderprogramm der Europäischen Union.
Ziel ist es, die ländlichen Regionen Europas auf dem Weg zu einer eigenständigen Entwicklung zu unterstützen.
Seit der Förderperiode 2007 bis 2013 bildet LEADER einen Teil des „Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des Ländlichen Raums“ (ELER).
Zukünftig soll LEADER noch breiter aufgestellt und damit zu einem zentralen Instrument der Regionalentwicklung im Ländlichen Raum werden.


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