Gewässerschutz wird im Ebsdorfergrund groß geschrieben:

Dienstag, 26. Februar 2013

–         Fast 20 Million Euro flossen in den letzten 20 Jahren in die gemeindlichen Abwasseranlagen –

–         Dieses Jahr wird in die Sanierung von drei Regenüberlaufsystemen investiert –

In keinen anderen Bereich hat die Gemeinde in den letzten Jahren so viel investiert, wie in ihre Abwasseranlagen. 19.125.000 Euro wurden in den letzten 20 Jahren für diesen Bereich, welcher heute aus einem 90 km langen Kanalnetz, 4 Kläranlagen und 37 Regenentlastungsanlagen besteht, eingesetzt.

Angefangen in den 90er Jahren mit der Ertüchtigung der Kläranlagen in Hachborn und Wermertshausen sowie der Verbandskläranlage Rauischholzhausen – Roßdorf, wurde seit 2001 der
Bau von Rückhaltebecken und Entlastungsanlagen umgesetzt. „Seit den 90er Jahren haben wir jedes Jahr fast 1 Million Euro in unsere Abwasseranlagen investiert“, erklärt Bürgermeister Andreas Schulz.
Zuerst in die Kläranlagen, danach in die Rückhaltebecken und heute in den Kanal.

Neue Grenzwertverordnung in 2001 erforderte einen Bauzeiten – und Finanzierungsplan

Als vor 12 Jahren eine neue Grenzwertverordnung erlassen wurde, legte die zuständige Wasserbehörde in einem Bescheid fest, welche Maßnahmen  die Gemeinde Ebsdorfergrund bis 2013 umsetzen sollte, um die neuen Richtwerte zu erreichen. „Hierfür wurde ein genauer Bauzeiten – und Finanzierungsplan aufgestellt“, sagte Anke Schmidt, Bauamtsleiterin in der Gemeinde, die vorher bei der Wasserbehörde tätig war und seinerzeit den Bescheid erlassen hatte. Nach ihrem Arbeitsplatzwechsel in die Gemeinde Ebsdorfergrund half sie, diesen mit umzusetzen.

14 neue Regenentlastungsanlagen in den letzten 20 Jahren

„Von den insgesamt 37 Regenentlastungsanlagen in der Gemeinde Ebsdorfergrund wurden 14 in den letzten 20 Jahren gebaut,“ sagt Harald Bausch, Gewässerschutzbeauftragter und Fachdienstleiter „Tiefbau“ der Gemeinde, denn da der Ebsdorfergrund eine große Flächengemeinde ist, ist es notwendig viele Regenentlastungsanlagen an den Kläranlagen vorzuschalten. Diese sorgen dafür, dass ab einer großen Niederschlagsmenge das Mischwasser nicht in den Vorfluter, z.B. Zwester Ohm oder Wittelsberger Bach eingeleitet, – sondern in dem  Regenüberlaufbecken gesammelt wird. Nach dem Regen wird das Regenwasser aus den Entlastungsanlagen durch eine „Steuerungs – und Regeltechnik“ nach und nach an die jeweiligen angeschlossenen Kläranlagen weitergeleitet. Dadurch werde mehr „Schmutzfracht“ über die Kläranlage gereinigt,  als es früher über einfache Regenüberläufe der Fall war, so Dr. Walter Grohmann vom Ingenieurbüro Grohmann aus Allendorf/Lumda, mit welchem die Gemeinde seit vielen Jahren erfolgreich zusammenarbeitet.

Austausch vorhandener Kanalsysteme bei drei Entlastungsanlagen

Von den rund 20 Million Euro, welche in die Abwasseranlagen investiert wurden, erhielt die Gemeinde Ebsdorfergrund Zuschüsse des Landes von rund 10 Million Euro.

Es sei gut gewesen, die festgesetzten Aufgaben rechtzeitig abzuarbeiten, weil  das Land die Projekte heute nicht mehr bezuschusst, erläutert Bürgermeister Andreas Schulz.

Die diesjährige Maßnahme für rund 475.000 Euro finanziert die Gemeinde deshalb ohne Zuschüsse. Dieser Betrag wird für die Ertüchtigung von drei der Kläranlage Hachborn vorgeschalteten Regenüberläufe/Entlastungsanlagen in Mölln, Heskem und Hachborn eingesetzt. Genauer gesagt, in das Verlegen größerer Kanäle, ab Regenüberlauf in Richtung Hauptsammler und Kläranlage.

Diese Maßnahmen werden in Hachborn im Bereich „Bächeweg“, in Mölln vom „Gefrierhaus bis zur Zwester Ohm Brücke“ und in Heskem in der „Gießener Straße“ durchgeführt.

„Das Kanalrohr bekommt also einen größeren Durchmesser, wodurch sich die Weiterleitungsmenge des Schmutzwassers erhöht. In Hachborn von 15 auf 55 Liter, in Mölln von 20 auf 60 Liter und in Heskem von 18 auf 80 Liter, so dass mehr Schmutzwasser zum nächsten RÜB gelangt statt in Gewässer wie die Zwester Ohm, “ erläutert Dr. Walter Grohmann vom zuständigen Ingenieurbüro. Durch den Bau des RÜB 40 werde zudem mehr  Volumen geschaffen. Diese Baumaßnahme wird in 2014 abgeschlossen sein, womit dann auch die letzten Abwasserbehandlungsanlagen gemäß des mit den zuständigen Fachbehörden abgestimmten „Bauzeiten – und Finanzierungsprogrammes“ fristgerecht realisiert wurden.

 

 


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