Arbeit des Energiebeauftragten erfolgreich:

Montag, 18. Februar 2013

– Binnen zehn Jahren: Gemeinde spart weit über 100.000 Euro trotz steigender Energiekosten

Seit 2003 engagiert sich Helmut Piscator ehrenamtlich als Energiebeauftragter der Gemeinde Ebsdorfergrund. Nach dem Motto „Die größte Energiequelle der Gemeinde ist es, Energie zu sparen“ investiert er viel Zeit und Arbeit, um die Energiekosten in den Liegenschaften der Gemeinde so gering wie möglich zu halten.
Dass seine Arbeit von Erfolg gekrönt ist, zeigt der folgende Verbrauchsvergleich der Jahre 2002 mit 2011.

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Angefangen hat alles im Jahr 2002, als Bürgermeister Andreas Schulz an Heilig Abend nach einem Gottesdienstbesuch bemerkte, dass in der KITA Fliegenpilz das Licht noch brannte und es ausstellen wollte. Daraufhin bemerkte er, dass die dortige Heizung auf Hochtouren läuft, obwohl die KITA während der Ferien geschlossen war.
Von da an erhielt Helmut Piscator von ihm den Auftrag, die Heizungsanlagen in allen gemeindlichen Liegenschaften auf Energieeinsparungsmöglichkeiten zu überprüfen und wurde zum ehrenamtlichen Energiebeauftragten der Gemeinde ernannt.

„Anfangs mit großer Skepsis betrachtet, wird heute der Arbeit Helmut Piscators großer Respekt entgegengebracht“, erläutert Bürgermeister Andreas Schulz, denn dank ihm konnten in den letzten Jahren große Einsparungen erzielt werden.

Einsparungen in Höhe von über 20.000 Euro allein in 2011 gegenüber dem Jahr 2002

– Ohne Energiekostensteigerung wären es mehr als 40.000 Euro gewesen!

Im Jahr 2002 wurden rund 1.120287 kwh in den Liegenschaften der Gemeinde verbraucht und im Jahr 2011 waren es nur noch 608.471 kwh. Dies ergibt eine Einsparung von 511.816 kwh, womit der Verbrauch fast um die Hälfte niedriger ist als es noch neun Jahre zuvor der Fall war.

Bei diesen Berechnungen muss allerdings auch berücksichtigt werden, dass die Energiepreise innerhalb der letzten Jahre gestiegen sind. Im Jahre 2002 betrugen die Kosten für Heizöl ca. 40 Cent, in 2011 bereits das Doppelte.

Trotz der gestiegenen Energiekosten konnte die Gemeinde dank der Arbeit Helmut Piscators allein in 2011 gegenüber 2002 eine Einsparung in Höhe von 20.104,23 Euro verzeichnen, als Resultat der ständigen Verringerung der Verbräuche. – Und das nur bei den Bürgerhäusern, Mehrzweckhallen, Dorfgemeinschaftshäusern und Bürgerzentren. Hätte die Gemeinde nach wie vor noch einen Jahresverbrauch von 1.120287 kwh wie im Jahr 2002 müsste sie bei den heutigen Energiepreisen insgesamt 90.116,58 Euro anstatt 49. 505,81 Euro für Heizöl und Gas bezahlen.

Umgesetzte Maßnahmen in den Bürgerhäusern zur Energiereduzierung

„Die hohen Energiekosten im Jahre 2002 waren u. a. darauf zurückzuführen, dass die Heizung in den öffentlichen Gebäuden, wie z.B. den KITAs oder den DGHs und Bürgerhäusern usw. der Gemeinde teilweise 24 Stunden gleichbleibend lief, – also auch bei Nichtbenutzung und in den Ferien,“ erläuterte der Energiebeauftragte.
Deshalb zählte es zu seinen ersten Aufgaben, dafür zu sorgen, dass Belegungspläne aufgestellt wurden.
So wurden von nun an die Temperaturregler an den Heizungen so eingestellt, dass die Heizung bei Nichtbelegung eines Bürgerhauses beispielsweise mit abgesenkten Temperaturen läuft. Ebenso wurden die Belegungszeiten optimiert, Regelungen an den Heizungen wurden ausgewechselt oder auch neu installiert, wenn sie nicht vorhanden waren. Wo es nötig war, wurden neue Heizkessel und Therme angebracht oder in manchen Fällen auch eine neue Heizung.
Die Temperatur wurde auf die jeweilige Nutzung eingestellt, d.h. bei einem Sportverein, der sich sportlich betätigt, kann die Raumtemperatur niedriger sein als bei einer Familienfeier.

„Um das Ganze regelmäßig zu überprüfen und gegebenenfalls neu anzupassen, führe ich eine vierteljährliche Verbrauchserfassung in allen Liegenschaften durch“, erklärt Helmut Piscator und führt weitere Maßnahmen auf, die in den letzten Jahren zur Energieverbrauchsoptimierung umgesetzt wurden:

  • Zwei Liegenschaften ,- das Bürgerhaus in Beltershausen – Frauenberg und die Mehrzweckhalle in Rauischholzhausen, – wurden im Rahmen von Konjunkturprogrammen energetisch ertüchtigt.
  • In der Mehrzweckhalle Leidenhofen u. dem Bürgerzentrum Hachborn wurden zwei Geräte zur Optimierung der Brennerlaufzeiten eingebaut. Dadurch können 10 -20% Energiekosten eingespart werden.
  • Die KITA „Sonnenschein“ in Beltershausen – Frauenberg wurde an die Erdgasleitung der Stadtwerke, die mit dem Bau der  neuen Biogasanlage verlegt wurde, angeschlossen. Das dortige Bürgerhaus  sowie das Feuerwehrgerätehaus sollen in diesem Jahr auch angeschlossen werden.
  • Das GrundBad in Heskem – Mölln wurde an die neue Biogasanlage angeschlossen, wodurch allein rund 20.000 Euro Energieeinsparungen im Jahr erzielt werden konnten.
  • Im FW-Gerätehaus Roßberg wurde eine neue Gastherme mit Verteiler installiert. Mit dieser Therme wird das DGH u. die Feuerwehr versorgt. Durch den Zusammenschluss werden Installations-, Wartungs- u. Verbrauchskosten reduziert.
  • Durch den Neubau des Bürgerzentrums Dreihausen konnten die Energiekosten gegenüber der alten Turnhalle erheblich reduziert werden. Im Bürgerzentrum werden       ca. 3600 Liter Heizöl verbraucht obwohl das BZ die ganze Woche u. an den meisten Wochenenden belegt ist.

Beitrag zum Erhalt der öffentlichen Einrichtungen

„ All diese Maßnahmen leisten einen großen Beitrag zum Erhalt der Einrichtungen“, betont Bürgermeister Andreas Schulz, denn im Ebsdorfergrund muss kein Bürgerhaus geschlossen werden, wie es vielen anderen Kommunen der Fall ist.

„Unser Geld wird nicht in irgendwelche Gutachten investiert, sondern in konkretes Handeln“, sagt der Bürgermeister und: „Oft werden teure Gutachten erstellt und dann fehlt das Geld zur Umsetzung. Aber selbst wenn die Mittel da sind, müssen die Heizungsanlagen auch verstanden, bedient und individuell überwacht werden, sonst stellen sich die gutachterlichen Erfolge nicht ein, “ weiß Andreas Schulz weiter zu berichten. Die 80 Euro Aufwandsentschädigung, die der Energiebeauftragte monatlich für seine Arbeit erhalte, werde bei weitem nicht seiner Leistung gerecht und reichen oft nicht, den Aufwand abzudecken.
„Es ist u.a. auch Menschen wie Helmut Piscator zu verdanken, die sich ehrenamtlich mit großem Engagement für ihre Gemeinde einsetzen, dass die Gemeinde so gut da steht “, erläutert der Bürgermeister weiter und macht abschließend noch einmal deutlich: „ Helmut Piscators Arbeit trägt einen wesentlichen Teil zum wirtschaftlichen Erfolg der Gemeinde, aber auch zum Klimaschutz und zum Erreichen der Energieziele, bei.“

 

 

 


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