Abwasserentsorgung: Investitionsschwerpunkt im Ebsdorfergrund

Montag, 28. Januar 2013

In 20 Jahren über 20 Millionen investiert

Das Thema Abwasser ist ein hochsensibles Thema und nicht nur ein Posten auf der jährlichen Abrechnung für Bürger und Unternehmen.

Auch die Gemeinde investiert ständig in ihre Abwasserentsorgungsanlagen.
In 20 Jahren über 20 Millionen Euro.
Denn Abwasser muss gereinigt werden, damit es nicht zu einem Umweltrisiko wird. Die gesamte Infrastruktur – Kanäle, Kläranlagen – muss instand gehalten, gepflegt und gegebenenfalls erweitert werden.
Das Einhalten der gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte ist Pflicht.
Um diese Aufgaben kümmert sich das Abwasserteam der Gemeinde Ebsdorfergrund.
Es besteht aus einem Abwassermeister zwei Ver- und Entsorgern – Fachrichtung Abwasser sowie einer Fachkraft für Abwassertechnik. Gewässerschutzbeauftragter ist der Fachdienstleiter für Tiefbauangelegenheiten der Gemeinde Ebsdorfergrund, Herr Bausch.

Das Fachteam Abwasser betreut die Abwasseranlagen der Gemeinde Ebsdorfergrund. Darunter fallen die Kläranlagen Hachborn, Wermertshausen und Ilschhausen sowie die Kläranlage Roßdorf, die dem Abwasserverband Rauischholzhausen-Roßdorf gehört und ebenfalls von der Abwassermannschaft des Ebsdorfergrundes betreut wird.

Des Weiteren gehört die Wartung und Pflege des rd. 90 km langen Kanalnetzes sowie die Durchführung und Einhaltung der EKVO (Eigenkontrollverordnung) zu den Aufgaben des Abwasserteams.
Zu den täglichen Aufgaben des Abwasserteams gehört die Instandhaltung, Wartung und Reparatur der Technik der Kläranlagen und des Kanalnetzes, sowie die Pflege der Außenanlagen und Laborarbeiten im betriebseigenen Labor.
Die Kläranlage Hachborn ist die größte Kläranlage der Gemeinde Ebsdorfergrund. Sie wurde 1997 auf rund 9.600 „Einwohnerwerte“ ausgebaut und funktioniert nach dem mechanisch-biologischen Prinzip. Das heißt, das Wasser wird sowohl mechanisch als auch biologisch behandelt und gereinigt. Dies erfolgt in mehreren Stationen. Als erstes wird das ankommende Wasser durch einen Feinsiebrechen geleitet. In ihm werden grobe Verschmutzungen zurückgehalten, entwässert und anschließend in einer Deponie entsorgt.

Nachdem das Abwasser nun vom gröbsten Schmutz gereinigt wurde, fließt es in den belüfteten Rundsandfang der mittels Belüftung/Wirbelströmung das Wasser vom Sand reinigt. Die schweren mineralischen Anteile im Abwasser setzen sich im Beckenboden ab und werden mittels Pumpe in den Sandcontainer entsorgt. Danach kommt die zweite „biologische“ Stufe der Reinigung. Im sogenannten Denitrifikationsbecken und Nitrifikationsbecken (Belebungsbecken) werden durch die Bakterien gelöste Kohlenstoffe wie auch Phosphor- und Stickstoffverbindungen aus dem Abwasser entfernt. Phosphor und Stickstoff stammen beispielsweise aus Waschmitteln, landwirtschaftlichem Dünger und Urin. Sie wirken düngend auf Algen im Gewässer  und deren übermäßiges Wachstum kann den Sauerstoffgehalt in einem Gewässer stark senken. Im Belebungsbecken wird über Gebläse Sauerstoff zugegeben, während sich im Denitrifikationsbecken die Bakterien vom gelösten Sauerstoff ernähren. In der letzten Stufe der Reinigung – der Nachklärung – steht das Wasser nahezu still, damit sich der mit Bakterien versetzte Schlamm absetzen kann und das gereinigte Abwasser wird dem Vorfluter zugeführt. Die Reinigungsleistung der Kläranlage wird im Rahmen der  Eigenkotrolle im betriebseigenen Labor überprüft.
Im Jahr 2009 wurde die Kläranlage aus Mitteln der Abwasserabgabe modernisiert.
Auch die Unterhaltung (Reinigung und Kontrolle) von insgesamt 37 (!) Regenentlastungsanlagen und Pumpstationen gehört zum täglichen Geschäft des Abwasserteams.
Im Moment wird das letzte „neue“ RÜB 40 im OT Heskem-Mölln gebaut. 3 Drosselbauwerke müssen in 2013 für über 500.000,- Euro noch ertüchtigt werden. Dann ist zunächst einmal das derzeitige Abwasserprogramm abgearbeitet.

Lfd. Nr.    Projekte seit den 90er Jahren
1    Abwasserverband RHH, RÜB B 1, Am Teichdamm
2    Abwasserverband RHH, RÜB B 2 bei Dr. Eckhardt
3    Abwasserverband RHH, RÜB B 3, Roßdorf
4    Kläranlage Roßdorf, alle 3 Bauabschnitte (Gemeindeanteil)
5    Kläranlage Hachborn inkl. der Einlaufgruppe
6    RÜB „B 22“ Ebsdorf, Stauraumkanal
7    RÜB „B 12“ Dreihausen, Unterhausen
8    RÜB „B 14“ Heskem, Ringstraße
9    RÜB „B 30“ Hachborn
10    RÜB „B 20“ Leidenhofen, Stauraumkanal Weidegraben
11    RÜB „B 50“ Ebsdorf, Häuser Weg, mit Bypass
12    RÜB „B 19“ Beltershausen, Balderscheidweg
13    RÜB „B 18“ Wittelsberg, Ullrichsweg
14    Kanalanschluss Leidenhofen, In der Bauerbach, Pumpwerk
15    Kanalauswechslung, Dreihausen, Nordecker Weg
16    RÜB „B 26“ Hachborn
17    Kanalunterhaltung seit 1992
18    Am Loh, Roßberg
19    Kanalauswechslung „Alter Ebsdorfer Weg“
20    1. Durchführung der Eigenkontrollverordnung
21    RÜB „B 10“  Roßberg geplant für 2012/2013:
22    3 Entlastungsanlagen Erhöhung Drosselabfluß „R 13“ „R15“ „R23“
23    Kanalauswechslung „Balderscheidweg“
24    RÜB „B 40“ Heskem

Die Gemeinde Ebsdorfergrund hat dann seit den 90er Jahren rd. 20 Mio. € in den Abwasserbereich investiert und damit sichergestellt das Ihre Anlagen umweltfreundlich und den gesetzlichen Bestimmungen entsprechend betrieben werden.

Auch bei der Umsetzung der EKVO ist die Gemeinde Ebsdorfergrund schon in der „zweiten Runde“ angelangt. Alle Kanäle der Gemeinde Ebsdorfergrund wurden mittels Kanalkamera befahren und Kanalschäden ermittelt und bewertet.
Die Schäden der Zustandsklassen 0 und 1 wurden nach der „ersten Runde“ mittels Robotertechnik saniert.
Freiwillig läßt die Gemeinde Ebsdorfergrund derzeit durch ein Fachingenieurbüro Energieanalysen für die Abwasseranlagen Hachborn, Wermertshausen und die Kläranlage des Abwasserverbandes Rauischholzhausen-Roßdorf durch ein externes Büro Energieanalysen für Abwasseranlagen erstellen.
Sie nutzt dazu ein Förderprogramm des Landes Hessen.

Da die Abwasseranlagen auch die größten Stromverbraucher in der Gemeinde sind, sollen die Energieanalysen helfen Strom einzusparen.

Die Erstellung dieser Energieanalysen wird durch das Land Hessen nach Prüfung des Förderantrags der Gemeinde mit 75 % gefördert. Die Kosten belaufen sich auf rd.14.000,- Euro.
Vorstehende Aufzählungen der Anlagen zeigen deutlich, dass die Abwasserreinigung in einer ländlichen Region wie dem Ebsdorfergrund kostenintensiv ist. Auf die Wirtschaftlichkeit und die Erfüllung gesetzlicher Auflagen zu achten ist daher ein „höchstes Gebot“ für die Gemeinde Ebsdorfergrund.


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