Die Gemeinde stellt vor:

Mittwoch, 27. Juni 2012

„Auf den Spuren der „Langen-Hessen“
– mit dem Fahrrad durch den GRUND“

 In Fronhausen an der Lahn beginnt der „Lange-Hessen-Radweg“ (etwa 27 km lang) und führt durch das Tal der Zwester Ohm auf die flache Schwelle, die den Ebsdorfer Grund vom Amöneburger Becken trennt. Von dort geht es leicht abwärts bis zum Endpunkt an der Brücker Mühle. ). Der Weg führt ausschließlich über gut ausgebaute, nahezu autofreie Wege.

Der Name der Radroute leitet sich ab von der in gleicher Richtung aus dem Rhein-Main-Gebiet nach Norden verlaufenden mitteralterlichen Fernstraße. Von Gießen aus führten die „Langen Hessen“ zunächst auf der Ostseite des Lahntales entlang, bogen dann nordostwärts Richtung Amöneburg ab, querten nahe dieser Stadt die Ohm und bildeten weiterhin Teile einer Route nach Nordhessen.

Entlang dem „Lange-Hessen-Radweg“ durch den Ebsdorfergrund findet sich in ungewöhnlicher Dichte eine Vielzahl historisch und landschaftlich reizvoller Objekte – angefangen bei romanischen Wehrkirchen im Kern gut erhaltener bäuerlicher Fachwerkensembles über mittelalterliche Grenzwarten und Burgen bis zum Schloss Rauischholzhausen, einem typischen Zeugen des Historiums im späten 19. Jahrhundet inmitten eines Landschaftsparks nach englischen Vorbildern. Im Frühling grüßen die Jungstörche vom Schornstein und die Auerochsenkälber von der Weide in der Zwester Ohmaue. Von der Brücker Mühle sind es sechs Kilomenter zum Bahnhof der Stadt Kirchhain.

Hachborn

Die erste urkundliche Erwähnung Hachborns geht zurück auf das Jahr 1151. Die Austellungsräume der geschichtlichen Begegnungsstätte befinden sich im ehemaligen Hachborner Schulhaus, einem 1879 errichteten Fachwerkhaus. Seit 2001 werden hier der ländliche Alltag und die Wohnkultur der Dörfer gezeigt. Das Heimatmuseum beschäftigt sich u.a. mit der örtlichen Schulgeschichte und zeigt lokale Trachten sowie eine alte Schusterwerkstatt. Zudem gibt es im alten Gewölbekeller eine Ausstellung zur Vor- und Frühgeschichte der Region.

Weitere Hachborner Sehenswürdigkeiten sind die Dorfkirche in der Hachborner Straße, die Klostermauer in unmittelbarer Nähe der Kirche sowie der alte Dorfbrunnen und das Hofgut Fortbach.

Öffnungszeiten Heimatmuseeum Hachborn, Schulstraße 8, ehemaliges Schulhaus:

März bis Dezember jeden ersten Sonntag im Monat.

13.00 – 18.00 Uhr

 

 

 

Ebsdorf – wunderschönes Fachwerkdorf

Von besonderer geschichtlicher Bedeutung sind die Aufenthalte der Kaiser Heinrich III  (1054)  und Heinrich IV (1057 und 1066). Diese Anwesenheiten lassen darauf schließen, dass in Ebsdorf eine salische Pfalz vorhanden war, die vermutlich im heutigen Kirchengelände gestanden hat. In den Folgejahren ist die Ansiedlung an den Mainzer St. Stephansstift übergegangen. Die Landgräfin Sophie von Brabant erhielt den Besitz 1249 zur Pacht auf Zeit, aus der letztlich ständiger Besitz wurde.
Die Wehrkirche ist im romanischen Stil erbaut, wurde mit einem spätgotischen Stil ergänzt und steht im Mittelpunkt des Ortes. Direkt neben dem Kirchengelände liegt die „Männerstatt“, der Dorfplatz, mit einer ummauerten Linde. Dort fanden im 18. Jahrhundert jährlich mehrfach Viehmärkte statt, die für die damalige Zeit eine regionale Bedeutung besaßen. Dieses Marktgeschehen verlor Ende des 19. Jahrhunderts an Bedeutung.
Der Ortskern von Ebsdorf ist geprägt durch Ensembles prächtiger Fachwerkbauten. Sie sind erst nach dem 30 jährigen Krieg entstanden und zeichnen sich durch besonders kräftige Holzkonstruktionen und hohe Zimmermannskunst aus. Die sog. Mann-Konstruktionen kommen teilweise dreimal übereinander gestellt an den Giebeln vor. Ein Rundgang durch den Ort bietet ein eindrucksvolles Bild der hessisch-fränkischen Fachwerksbaukunst.

Heskem – Wehrkirche

Heskem, auch Hestingsheim genannt, wird um 780 im Codex Fuldensis erstmals genannt. Dieses alte Wehrdorf hat seinen Ursprung aus einer Chattensiedlung. Es zählte zum Mainzer Stift “St. Stefan” und gehörte zum Gerichtsort Ebsdorf. Der Name Heskem wird 1744 das erste Mal genannt. Eine alte Durchgangsstraße aus dem Raume Gießen in Richtung Kirchhain, führte schon recht früh durch diesen Landstrich. Diese alte Handels- und Heeresstraße erforderte wohl den Ausbau des Ortes zu einer wehrhaften Feste. Der Wehrkirchturm aus dem 13. Jahrhundert erinnert noch an diese Zeit. Ein noch im Ständerbau (16 Jahrhundert) errichtetes Bauernhaus aus dem alten Ortskern wurde abgebrochen und im Hessenpark Neu-Anspach in ursprünglichem Zustand, als für diese Gegend typischer Hof, wieder aufgebaut.

Hachborn bis Mölln – Renaturierung Zwester-Ohm

Urzeitliche Heckrinder sollen helfen, ein Stück Ufer der Zwester Ohm wieder in einen natürlicheren Zustand zu versetzen und Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten zu schaffen.

Weideland wie zu „Ur“-zeiten

Ein kanalisierter und stark begradigter Abschnitt der Zwester Ohm wurde 1989 „renaturiert“ und hierzu in leicht gekrümmte Schlingen gelegt. Teile der umgebenden Flächen wurden zum Auwald aufgeforstet. Das verbliebene (Feucht-) Grünland sollte weiter extensiv als Mähwiese bewirtschaftet werden. Dies gelang aufgrund des nassen, niedermoorigen Bodens nur in Teilflächen. Die Folge war eine Verbrachung des Grünlandes, was zum Verlust der Brutvögel Braunkehlchen und Bekassine beigetragen hat. Um diese Entwicklung zu stoppen wurden 2 Koppeln geschaffen, die mit Heckrindern beweidet werden. Die untere Koppel (ca. 11 ha) wird ganzjährig, die obere Koppel (ca. 2 ha) im Herbst/Winter beweidet und im Sommer teilweise gemäht. Ziel des Weidemanagement ist es, die landschaftsprägende Aue offen zu halten, die Hochstaudenfluren in arten – reiches Feuchtgrünland zu überführen, ein kleinflächiges Mosaik aus unterschiedlichen Biotoptypen zu schaffen und Lebensraum für bedrohte Arten zu erhalten bzw. neu zu schaffen.

Das Heckrind ist übrigens das Ergebnis einer fast achtzig Jahre langen Zuchtgeschichte. Zuchtziel war eine Rinderrasse, die dem ausgestorbenen Wildrind „Ur“ oder „Auerochse“ gleicht, welches der Stammvater unserer Hausrinderrassen ist.

Neben deutlichen Veränderungen in der Vegetationszusammensetzung fallen vor allem Veränderungen der Struktur der Vegetation auf. Zu nennen ist hier vor allem, dass kaum abgestorbenes oder überständiges Pflanzenmaterial über den Winter auf der Fläche steht. Hiervon profitieren konkurrenzschwache Pflanzenarten besonders im Frühjahr, da sie in den „leeren“ Raum wachsen können und nicht erst eine Decke abgestorbenen Materials durchstoßen müssen.

Wittelsberger Warte

Die Wittelsberger Warte ist eine mittelalterliche Landwarte, die im Jahre 1431 von Landgraf Ludwig I. zur Überwachung des Verkehrs an der Langen Hessen erbaut wurde. Sie ist der bekannteste und am besten erhaltene Teil einer Landwehr. Die Wittelsberger Warte steht auf einer 257,8 m hohen Basaltkuppe. Die angrenzende Kirche wurde erst 1844 errichtet und bildet zusammen mit dem alten Wartturm eine Ritterburg.

Heute kann der Turm leider nicht mehr betreten werden, jedoch bietet er auch vom Fuß aus einen guten Ausblick über das Amöneburger Becken, unter anderem zum Frauenberg und zur Amöneburg.

 Schloss und englischer Park Rauischholzhausen

Das Schloss Rauischholzhausen liegt im idyllischen Ebsdorfergrund inmitten eines 30 Hektar großen englischen Parks. Es wurde 1876 von Ferdinand von Stumm errichtet. Sehenswert ist der beeindruckende Park, welcher über 300 verschiedene Busch- und Baumsorten beherbergt. Seit 1949 dient das Schloss der Justus-Liebig-Universität Gießen als Tagungshotel. Am Wochenende hat das Schlosscafé geöffnet. Zudem können Besucher im Hotel-Restaurant „Stern“ einkehren, welches sich direkt am Eingang des Schlossparkes befindet.
In den Sommermonaten dient das wunderschöne Schloss als Kulisse für Theateraufführungen.
Seit einigen Jahren haben die Störche wieder Einzug in Rauischholzhausen gefunden, für die die renaturierte Zwester-Ohm ein gutes Lebensumfeld bietet.

 


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