46 „Gute Geschäfte“ werden notariell besiegelt

Montag, 04. Juni 2012

Der 1. Marktplatz des Vereins Region Marburger Land e.V. wurde zum überragenden Erfolg

24 Unternehmen und 21 Vereine trafen sich am Donnerstagabend im Schloss. In außergewöhnlicher Atmosphäre wurde verhandelt und erstaunliche Engagements vereinbart.

Begeisterung stand den Teilnehmern ins Gesicht geschrieben. „Das ist super. Ich/wir sind sehr zufrieden. Die Idee ist genial“, so das Stimmungsbild. Überzeugt von der Veranstaltung waren sowohl die Vertreterinnen und Vertreter der Vereine, wie die der Unternehmen. Die rund 100 Personen kamen um miteinander auf Augenhöhe zu verhandeln. Tauschgeschäfte von realistischem und überschaubarem Umfang waren das Ziel. Geld durfte bei den Transaktionen nicht ins Spiel kommen.

Zu diesem außergewöhnlichen „Marktplatz“ hatte der Verein Region Marburger Land zum 1. Mal eingeladen. Im Ursprung kommt diese Idee aus den Niederlanden, die mittlerweile auch in Deutschland schon viele Anhänger gefunden hat. „Wir wollen uns näher kommen, unser Netzwerke ausweiten und stärken“, sagte Andreas Schulz, Bürgermeister von Ebsdorfergrund zur Begrüßung. Er ist zurzeit der Vorsitzende der Region, die sich zusammenfügt aus den Städten Amöneburg und Marburg sowie den Gemeinden Fronhausen, Ebsdorfergrund und Weimar.

Vereine und Unternehmen stärken sich gegenseitig

Der soziale Einsatz der Unternehmen solle publik werden und ebenso der Stellenwert der Vereine in der Region, beschrieb Schulz im Weiteren die Motivation für die Veranstaltung, an der insgesamt 24 Unternehmen und 21 Vereine teilnahmen. Deren Organisation sowie die Vorbereitung der Teilnehmer hatten die Mitarbeiter der Freiwilligenagentur Marburg-Biedenkopf übernommen. Aus dem Ärmel schütteln, könne man eine solche Veranstaltung nicht, erklärte Agenturleiterin Doris Heineck. Sie und ihr siebenköpfiges Team sowie die Regionalbeauftragten der fünf Kommunen hatten sich im Vorfeld sehr engagiert für die Sache eingesetzt und Überzeugungsarbeit geleistet. Belohnt wurde dies mit einem großen Erfolg. Insgesamt 46 Vereinbarungen wurden zwischen Vereinen und Unternehmen getroffen. Das heißt, dass jeder Teilnehmer mit mindestens zwei „Guten Geschäften“ nachhause ging und knapp hundert Engagements ausgehandelt wurden.

Der Phantasie waren keine Grenzen gesetzt

Ein sehr begehrter Ansprechpartner war beispielsweise Bruno Naumann von der REWE Naumann GmbH & Co. KG. „Ich musste hier schon eine Nummer ziehen“, sagte Christine Stettin von der Alzheimer Gesellschaft Marburg-Biedenkopf e.V. spaßhaft. Sie kam ebenso wie der Wanderverein Leidenhofen e.V. oder der Karnevalsverein Wasserhähne Roth 2007 mit dem Geschäftsmann ins Geschäft. Für eine Mitarbeiterschulung  zum Thema „Umgang mit verwirrte Menschen“, einer Tanzdarbietung zum Mitarbeiterfest oder Hilfe beim Cölber Rotweinlauf soll es als Gegenleistung Kamellen für den Faschingszug oder Naturalien für Vereinsveranstaltungen geben. Dr. med. Thomas Heinze aus Michelbach vereinbarte als Gegenleistung für einen Gesundheitscheck ein Gestaltungskonzept für seine Praxis. Für Druckarbeiten werden die Mitarbeiter vom Druckhaus Marburg ein Fest am Lagerfeuer mit Übernachtung im Zirkuswagen erleben. „Ich möchte gar keine Gegenleistung haben, diese Idee muss unterstützt werden“, sagte Werner Knobloch von der Akademie für Access Marketing GmbH. „Als Verein ist man immer Bittsteller. Hier ist das anders“, meinte Margitta Reuter vom CVJM Ebsdorf. Sie hatte mit Thilo Finger von der Finger Baustoffe GmbH den Deal ausgehandelt, dass die Jugendlichen ein altes Haus auf dem Firmengelände entkernen. Im Gegenzug soll es Baumaterialien für den Anbau des CVJM Hauses in Leidenhofen geben. Entsprechend diesem Schema gab es noch dutzende interessante Vereinbarungen, von denen die Akteure im Vorfeld nicht ahnten, dass sie in dieser Form zustande kommen würden. Über eine Stunde ging die Verhandlungszeit, die der Vorsitzende mit einem Gong starten und enden ließ. Dabei kam fast jeder mit jedem ins Gespräch woraus sich viele „gute“ Ideen sprich Tauschgeschäfte entwickelten.

Verkleidungen waren das i-Tüpfelchen

Auch atmosphärisch hatte die Veranstaltung etwas Einzigartiges. Die Menschenmenge erschien wie ein buntes Bühnenbild. Das war vor allem der Verdienst der Vertreterinnen und Vertreter der Vereine. Fast ausnahmslos hatten sie sich „verkleidet“. Mit ihren bunten, witzigen, ideenreichen Kostümen brachten Sie ihr Tauschangebot sowie ihren Tauschwunsch zum Ausdruck. Bunte Gewänder, beklebte und bemalte Kleidung, Körperplakate oder Bauchladen brachten so Pepp ins Foyer des Schlosses. Das wiederum gab der Veranstaltung Leichtigkeit und sorgte für eine lockere, lustige und motivierende Stimmung. Beim Finden der passenden Partner halfen zudem drei „Maklerinnen“. War das Geschäft zu Papier gebracht, wurde es von den „Notaren“ beglaubigt. Am Ende waren es viele zufriedene Menschen aus allen fünf Städten und Gemeinden. Ihre Begeisterung war so groß, dass sie noch beim After Show Imbiss, der von der Raiffeisenbank Ebsdorfergrund und der Sparkasse Marburg Biedenkopf finanziert wurde, fleißig weiter Vereinbarungen trafen. Über das Gelingen der Veranstaltung freuten sich die Organisatoren und Gastgeber, die jetzt auf eine zeitnahe und erfolgreiche Umsetzung der Vereinbarungen hoffen. Der Vorsitzende der Region, Andreas Schulz versprach sich für eine Wiederholung der Veranstaltung in zwei Jahren einzusetzen. Unterstützt wurde das Ganze mit Geld aus Europa, vom Land Hessen, den Mitgliedskommunen und dem Verein „Region Marburger Land“.
Der weitere Dank geht an die beiden Sponsoren – die Raiffeisenbank Ebsdorfergrund eG und die Sparkasse -Marburg – Biedenkopf – ,sowie an die Wirtschaftsjunioren (vertreten durch Christopher Althaus, der auch als Teilnehmer beim Marktplatz vertreten war, die IHK Kassel sowie die Wirtschaftsförderung Marburg -Biedenkopf, die das Projekt unterstützt haben.

Eine „gute“ Investition, wie der Erfolg bestätigte.

 

 

 

 


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