Zum 90. Geburtstag von Konrad Lauer:

Mittwoch, 30. Mai 2012

– Gemeinde verleiht höchste Auszeichnung-

„Ehre kann man nicht kaufen, sie wird einem im besten Fall zuteil, wenn man Gutes getan hat“, mit diesen Worten würdigte Bürgermeister Andreas Schulz Konrad Lauer, der am vergangenen Mittwoch, dem 23. Mai 2012 seinen 90. Geburtstag im Seniorenpflegeheim „Haus am Park“ in Fronhausen feierte.

Gutes Getan hat der ehemalige Landwirt aus Wittelsberg schon sehr viel, und so wurde ihm dies an seinem Geburtstag mit einer besonderen Ehrung gedankt.

Bürgermeister Andreas Schulz überreichte Konrad Lauer für sein Lebenswerk die höchste Auszeichnung der Gemeinde, die vorher noch nie verliehen wurde, nämlich die Ehrenplakette in Gold.

„Die Gemeinde hat einstimmig beschlossen, dass Konrad Lauer diese Auszeichnung bekommt“, sagte der Bürgermeister als er Konrad Lauer die Ehrenplakette überreichte.

Sehr gerührt über die Ehrung, aber noch vielmehr über die lieben Worte, die ihm entgegengebracht wurden, bedankte sich Konrad Lauer mit Tränen in den Augen für diese Form der besonderen Würdigung.
Bürgermeister Andreas Schulz hatte aber noch eine besondere Überraschung mitgebracht: Der Jubilar, der aufgrund seines gesundheitlichen Zustandes sein Bett nicht verlassen konnte hörte mit einem Mal Musik und schaute nach draußen aus seinem Fenster. Hier vor dem Seniorenheim hatte sich die Drum- und Steelband „Calypsos“ aus Fronhausen aufgebaut, die allein zu seinen Ehren spielte.

Gründung der Konrad Lauer Stiftung in 2006

„Ich möchte, dass es allen Menschen gut geht.“ – Mit diesem Wunsch übergab Konrad Lauer im Jahre 2006 der Gemeinde erstmalig einen Betrag in Höhe von 70.000 Euro und bat die Gemeinde darum, die Bürgerinnen und Bürger zu unterstützen, die finanziell nicht so gut bestellt sind und Hilfe brauchen.

Bürgermeister Andreas Schulz ließ von diesem Geld eine Stiftung gründen, die am 24. April 2006 vom Regierungspräsidenten anerkannt wurde. Der Bürgermeister ist Stiftungsverwalter.

Nach diesem Zeitpunkt übergab Konrad Lauer der Stiftung weitere Gelder, die sich im Jahr 2010 auf insgesamt 162.361,96 Euro summierten.

Ausgegeben wurden davon für Vorhaben bis 2011 rund 16.615,95 Euro. Dem Bürgermeister ist es wichtig, dass das Guthaben im Sinne des Stiftungsgedankens in seiner Summe erhalten bleibt, und daher werden nur die Zinsen für anstehende Projekte eingesetzt.

Bleibende Wertschätzung

 Unter den Geburtstagsgästen war auch der Gemeindeälteste und langjährige Erste Beigeordnete Willi Brandenstein, der sich während seiner Amtszeit als Erster Beigeordneter auch dafür eingesetzt hatte, dass die Konrad Lauer Stiftung gegründet werden konnte. Desgleichen gratulierte der Vorsitzende der Gemeindevertretung und Ortsvorsteher Gotthard Seim aus Wittelsberg und auch Heike Schick, die Kinder- und Seniorenbeauftragte der Gemeinde.

Dass für ihn so etwas Besonderes veranstaltet wurde, hätte sich der 90- jährige so nicht träumen lassen, aber was wäre die Welt ohne Menschen wie Konrad Lauer, die in selbstloser Art an ihre Mitmenschen denken?

Viele der Maßnahmen, die im Ebsdorfergrund den Senioren und den Kindern zu Gute kamen, hätten ohne Konrad Lauer nicht umgesetzt werden können; dazu zählt unter anderem die Fortführung des Bürgerbusses oder auch die Zuschüsse für Unterrichtsmaterialien für Kinder aus sozial schwachen Familien.

„Man kann kaum ausdrücken, wie verbunden und bleibend die Wertschätzung der Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde für Konrad Lauer ist. Die Stiftung wird immer daran erinnern, “ sagte Bürgermeister Andreas Schulz am Ende seines Besuches und fügte mit tiefer Dankbarkeit und großer Achtung hinzu: „Ich kenne niemanden, der so etwas Großartiges geleistet hat.

Maßnahmen, die allein im Jahr 2011 mit Unterstützung der Konrad Lauer Stiftung umgesetzt worden sind:

Die Konrad Lauer Stiftung hat im Geschäftsjahr 2011 Zinserträge in einer Gesamthöhe von 3.042,80 Euro verbuchen können. 9 Maßnahmen wurden in diesem Jahr finanziell unterstützt.

1)
Fortführung der Busverbindung zwischen den Ortsteilen der Gemeinde und Marburg -Moischt nach Dreihausen, um auch älteren nicht mobilen Menschen, die Gelegenheit zu geben, wichtige Angelegenheiten in Dreihausen erledigen zu können.
Hierfür entstanden Kosten von 142, 80 Euro.

2)
Zwei Schulklassen aus der Gesamtschule Ebsdorfergrund bereiteten Text und Bildcollagen vor, um eine Veranstaltung im Mai auf dem jüdischen Friedhof durchführen zu können. Die Schülerinnen und Schüler leisteten dadurch einen wichtigen Beitrag, den jüdischen Friedhof in die Öffentlichkeit zu rücken und das Gedenken an die Vergangenheit und die jüdische Gemeinde zu manifestieren. Unterstützt wurde diese wichtige Arbeit und auch die Durchführung der Veranstaltung mit 500 Euro aus der Konrad Lauer Stiftung.

3)
Kinder aus sozial schwachen Familien erhielten einen einmaligen Zuschuss von 50 Euro für Unterrichtsmaterialien.

4)
Unterstützung des Summer Fun Festivals, welches die Gemeinde jährlich für Kinder und Jugendliche aus der Gemeinde ausrichtet. Der Zuschuss belief sich auf 500 Euro.

5)
Der Malteser Hilfsdienst führte 2011 das Projekt „Helfende Hände schlagen nicht“ durch, bei dem die Maxi Kinder, d.h. Vorschulkinder mit Erste Hilfe Maßnahmen vertraut gemacht wurden. Damit auch Kinder aus sozial schwachen Familien an diesem Projekt teilnehmen konnten, unterstützte die Konrad Lauer Stiftung dieses Projekt mit 500 Euro.

6)
Im Rahmen der Veranstaltung „Kultur an der Schanze“ der Dorfgemeinschaft Wittelsberg wurde ein besonderes Programm für Kinder und Jugendliche angeboten, welches die Konrad Lauer Stiftung mit 500 Euro bezuschusste.

7)
Das Jugendwaldheim im Ortsteil Roßberg als Verein wurde im Jahr 2011 von der Konrad Lauer Stiftung mit einem einmaligen Betrag von 500 Euro für spezielle Angebote für behinderte Kinder in der Natur und Umwelterziehung unterstützt.

8)
Mit einer Spende von 350 Euro unterstützte die Konrad Lauer Stiftung einen Kinder- und Jugendchor in der Gemeinde, welcher sich der Nachwuchsförderung von Kindern und Jugendlichen im Chorgesang widmet.

9)
Im Ortsteil Wittelsberg wurde eine Krabbelgruppe auf privater Basis im Jahr 2011 wieder ins Leben gerufen. Die Initiatoren verzichten bewusst auf die Erhebung von monatlichen Beiträgen, um Kindern aus allen Schichten Zugang zu dieser Gruppe zu ermöglichen. Für die Eröffnung dieser Gruppe unterstützte die Konrad Lauer Stiftung die Krabbelgruppe mit 250 Euro für die Anschaffung von Mobiliar und Ausstattungsgegenständen.

 


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