Mit „speed“ zum Guten Geschäft

Donnerstag, 22. März 2012

Erfahrungsbericht begeisterte 100 Vertreter von Vereinen und Unternehmen für Marktplatzidee

Bilderreiche und leidenschaftliche Infoveranstaltung machte Geschmack auf die erste Marktplatzveranstaltung der Region Marburger Land.
Diese findet am 31. Mai im Schloss Rauischholzhausen statt.

Beltershausen: Ein großer Raum, viele Menschen, teilweise bunt verkleidet, geschäftiges Treiben, gute Laune, jeder spricht mit jedem – so sollte man sich eine Marktplatzveranstaltung vorstellen. Zumindest stellte der Film, den Sigrid Jacob vom Freiwilligenzentrum Offenbach mitgebracht hatte, das genauso dar.

Sie referierte am Dienstagabend zu dem Thema und machte den rund 100 Vertretern von Unternehmen und Vereinen Geschmack auf ihren eigenen „Marktplatz der Guten Geschäfte“. Sie sind nämlich die Akteure dieser Veranstaltung, die eine Art Tauschbörse darstellt, bei der Geld tabu ist.  Die gehandelten Waren sind in der Regel „Manpower, Sachleistungen oder Know-how“.
Aus der Wiege gehoben wurde diese Idee in den Niederlanden und auch in Deutschland findet sie Jahr um Jahr mehr Anhänger.
Mit dem Film und ihren Erzählungen vermittelte Jacob eine leidenschaftliche und überzeugende Vorstellung von dem, was einen erwartet.

Die Stadt Offenbach plant zurzeit bereits ihren vierten „Marktplatz“. Ein deutliches Indiz, dass es sich bei dieser Veranstaltungsidee um eine handfeste Sache handeln muss. Der noch junge, erst drei Jahre alte Verein „Region Marburger Land“ will nun das Potential eines solchen Projektes für sich nutzen.  
Eine Initialzündung solle davon ausgehen, sagte Ebsdorfergrunds Bürgermeister Andreas Schulz, der aktuell der Vorsitzende ist. „Die Veranstaltung soll zeigen, dass die Region lebt und etwas getan wird“, so Schulz.
Getan werden soll eine ganze Menge. Losgelöst von typischen Mustern werden sich die Akteure der beiden Lager auf Augenhöhe begegnen und „Gute Geschäfte“ zu beiderseitigem Nutzen vereinbaren. „Marktplätze bieten die Chance die Rollen vom typischen Geber und Nehmer aufzubrechen“, erklärte Jacob.
Vorstellbare Tauschgeschäfte wie sie tatsächlich schon vereinbart wurden, sind beispielsweise: Malereinsatz gegen Gesundheitsberatung, PC´s und Monitore gegen Segeltour, Praktikumsplatz gegen Feier oder Workshop, Einkaufsgutschein gegen Clown für Fest. Dieser kleine Querschnitt zeigt,  wie groß die Handlungsspielräume für die Engagements sind.
 „Die Veranstaltung ist einfach ein ideales Format, um Kontakte aufzubauen, die sich sonst wahrscheinlich nie ergeben würden“, betonte Jacob. Ideal ist auch, dass jeder der Partner nach seinem Ermessen den Umfang der Vereinbarung steuern und bestimmen kann. Dass es nicht nur beim Reden bleibt und die ausgemachten „Geschäfte“ auch wirklich in die Umsetzung kommen, belegen die Zahlen.
„70 bis 80 Prozent der Vereinbarungen werden verwirklicht“, wusste Jacob.

Und auch die jüngste Evaluation zeigt, dass das Ganze keine Eintagsfliege ist. Seit 2010 wurden deutschlandweit 7500 Vereinbarungen getroffen. „Ich finde Marktplätze toll“, sagte Jacob überzeugt durch ihre persönlichen Erfahrungen.
„Außerdem macht schon die Veranstaltung großen Spaß“, machte sie den etwa hundert  Interessierten Geschmack. Sich hineinstürzen wollen in das Getümmel, mit dem Ziel am Ende des etwa zweistündigen „Speeddatings“ eine oder sogar mehrere tolle Vereinbarung getroffen zu haben – diesen Mitmachwunsch hinterließ Jacob ganz sicher bei den meisten Zuhörerinnen und Zuhörern. „Laufen lassen, wir sind dabei, finde ich interessant“, so die durchweg positive Resonanz.

Damit die Marktplatzveranstaltung ein Erfolg wird, bedarf es nicht zuletzt einer gewissen Vorarbeit. Damit die Teilnehmer am 31. Mai im Schloss mit passenden Ideen aufeinander treffen, wird ein Vorbereitungsworkshop angeboten. Unter der Regie von Doris Heineck, Leiterin der Freiwilligenagentur Marburg-Biedenkopf, die das Projekt organisatorisch begleitet, werden hier Impulse mit auf den Weg gegeben.
Die „Marktplatzveranstaltung“  findet dann im geschlossenen, gesellschaftlichen Rahmen statt. Wer als Verein oder Unternehmen dies nicht verpassen möchte, hat noch die Chance sich bis zum 15. April anzumelden.

Finanziert wird die Veranstaltung von den fünf Mitgliedskommunen Amöneburg, Ebsdorfergrund, Fronhausen, Marburg und Weimar, von der Europäischen Union, der Raiffeisenbank Ebsdorfergrund, der Sparkasse Marburg Biedenkopf sowie den Wirtschaftsjunioren und der Wirtschaftsförderung des Landkreises Marburg-Biedenkopf.

Dass das Projekt ein Erfolg wird, davon war der Vorsitzende überzeugt: „Wir werden ganz sicher ein volles Schloss haben“, so seine Prognose.

 Termine

Vorbereitungstreffen: Vereine: wahlweise 17. oder 26.April, 18.00 – 20.00 Uhr ; Unternehmen wahlweise  03. oder 07.Mai., 18.30 – 20.00 Uhr, Ort: jeweils Bürgerhaus Beltershausen-Frauenberg

Kontakt: Freiwilligenagentur Doris Heineck, Karin Kirchhain: 06421-270516 oder Regionalbeauftragte Carina Zimmermann: 06424/304-0

Marktplatzveranstaltung: 31. Mai 18 – 20 Uhr, Schloss Rauischholzhausen

 

 


Zurück zur Startseite